Im „Little Tokyo“ rund um die Immermannstraße in der Düsseldorfer Innenstadt finden sich einige Läden, die ein Stück Japan nach Deutschland bringen wollen. Ein besonderes Restaurant ist dabei das Gonta an der Immermannstraße 28, das als einziges Restaurant in Deutschland ausschließlich Tonkatsu anbietet. Tonkatsu ist mehr als ein dickes, geschnittenes Schweineschnitzel, sondern wie viele Gerichte in Japan hat es eine besondere Tradition.

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Doch anders als beim deutschen Schnitzel werden anstatt Pommes und Mayo Reis, Spitzkohl und Misosuppe serviert. „Bei einem Tonkatsu versuchen Japaner, ein fettiges Essen so gesund, wie möglich zu machen“, erklärt Klaus Ueda. Der 35-Jährige ist gebürtiger Düsseldorfer und hat in Japan BWL studiert. Für Brickney, den Konzern hinter Gonta, aber auch hinter dem Ramen-Restaurant Takumi, ist er für die PR zuständig.

Harmonie für den Magen: Gonta serviert Tonkatsu als Teishoku

Tomoyuki Sase leitet das Restaurant auf der Immermannstraße und zeigt in seiner Küche, wie ein Tonkatsu zubereitet wird. Dabei wird ein Stück Schweinrückenfleisch zunächst mit einer Panade aus Weizenmehl, Eiern und Panko versehen. Panko ist japanisches Paniermehl, das etwas grobkörniger als die deutsche Variante ist. Dadurch wird die Panade nach dem Frittieren besonders knusprig. Damit das zwei Zentimeter dicke Fleischstück gar werden kann, wird das panierte Tonkatsu sechs Minuten lang in der Fritteuse gebacken.

Tomoyuki Sase bereitet das Teishoku zu.
Tomoyuki Sase bereitet das Teishoku zu.© Katharina Dvorak | Katharina Dvorak

Ueda erläutert, wie sich ein Tonkatsu-Menü – auf Japanisch Teishoku – zusammensetzt: „Neben dem Tonkatsu servieren wir Reis, Misosuppe und Spitzkohlsalat.“ Dazu kommen eine Tomatensoße, japanischer Senf, eingelegte Gürkchen und ein Zwiebelsalatdressing: alles importiert aus Japan. „Jeder Teil vom Teishoku erfüllt eine Rolle“, schwärmt der Düsseldorfer. Süß-säuerliche und frische Beilagen harmonieren mit dem großen Stück frittiertem Fleisch.

Das fertige Teishoku mit Reis, Misosuppe, Spitzkohlsalat, Gürkchen und Tonkatsu.
Das fertige Teishoku mit Reis, Misosuppe, Spitzkohlsalat, Gürkchen und Tonkatsu.© Katharina Dvorak | Katharina Dvorak

Neben verschiedenen fleischhaltigen Varianten von Tonkatsu über Filet bis Hühnchen und Garnelen, bietet Gonta auch eine vegetarische Alternative an. Beim vegetarischen Tonkatsu wird das Stück Fleisch durch Tempura ersetzt. Tempura ist nach japanischer Art zubereitetes frittiertes Gemüse. Das sei zwar nicht traditionell japanisch, aber Gonta würde sich dem europäischen Geschmack anpassen, erklärt Ueda.

Der Glücksbringer aus Japan – das Schnitzel für Gewinner

Das Gericht entstand in Japan bereits vor dem Ersten Weltkrieg, Ende des 19. Jahrhunderts. Ueda vermutet, dass eine Verbindung zwischen Japan und Frankreich das Stück Schweinefleisch in der Panade hervorbrachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Japan von den USA besetzt, wodurch viel Schweinefleisch ins Land kam, und Tonkatsu wurde immer beliebter.

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Tonkatsu wird heute in Japan traditionell vor einer wichtigen Prüfung oder einem Wettkampf gegessen. Das liegt nicht an der Mächtigkeit des Gerichts, sondern an dem Namen. „Katsu“ bedeutet auf Japanisch „Gewinnen“. Deswegen gilt Tonkatsu in Japan als ein Glücksbringer.

Dreifache Menge im Voraus bestellt – Gonta ist für den Japan-Tag vorbereitet

In Düsseldorf-Heerdt findet sich ein weiteres Gonta-Restaurant am Heerdter Lohweg 135. In der Nähe einer japanischen Schule, also ideal gelegen. Dort ist eine Reservierung möglich, auf der Immermannstraße kann nicht reserviert werden. „Wir wollen, dass alle die Chance haben, Tonkatsu zu essen“, sagt Ueda. Zu Stoßzeiten stehen bis zu 50 Menschen an der Immermannstraße an, das führt zu Wartezeiten von bis zu 30 Minuten.

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Aber auch außerhalb von Düsseldorf sollen weitere Tonkatsu-Restaurants von Gonta entstehen. In Frankfurt wird demnächst die dritte Gonta‑Filiale öffnen. Japanisches Flair nach Europa bringen, darin sieht das Unternehmen Brickney seine Aufgabe. „Die Immermannstraße ist für Brickney eine Art Testgebiet. Hier entwickeln wir die Gerichte, die wir in ganz Europa verbreiten möchten“, erklärt der PR-Manager.

Um eine japanische Atmosphäre entstehen zu lassen, wird nicht nur das Essen aus Japan importiert. Die Inneneinrichtung von Gonta wurde von einem japanischen Designer, Ugata Takumi, gestaltet. Der Namensgeber vom Ramen-Restaurant Takumi. Im Schaufenster stehen Nachbildungen der angebotenen Gerichte aus Plastik. Shokuhin Sanpuru sind in Japan keine Seltenheit. Für Gonta wurden diese Plastikskulpturen extra in Japan gefertigt. „So können die europäischen Gäste einen Eindruck davon bekommen, was sie erwartet“, meint der 35-Jährige.

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Für den Japan-Tag hat das Restaurant auf der Immermannstraße die dreifache Menge an Lebensmitteln im Voraus bestellt. „Wir haben uns gut auf den Tag vorbereitet und erwarten viele Gäste.“, so Ueda.