Auf der Sweatjacke von Carhartt sind Farbflecken in Rot, Gelb oder Blau zu erkennen. Bunte, ausdrucksstarke Werke in ähnlichen Farben hängen an den Wänden des Vorraums eines Düsseldorfer Tattoostudios 40society. Hier wird in wenigen Wochen die erste eigene Ausstellung des Duisburger Künstlers GRK stattfinden.
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„Ich war das Kind, das sich gefreut hat, wenn es bei einem Schulausflug ins Museum ging. Ich war auch in der Schule immer am Kritzeln und Malen“, erinnert sich der heute 27-Jährige. Seinen echten Namen möchte er geheimhalten. Doch obwohl GRK in der Schulzeit schon kunstinteressiert war, versucht er sich erst viel später, im Herbst 2020, selbst an der Leinwand.
Künstler verkauft seine Bilder auf der Kö für 50 Euro
Zusammen mit einem Freund will er versuchen, mit seiner Kunst Geld zu machen. Sein erstes Bild verkauft er für 50 Euro auf der Straße. „2022 saßen ein Freund und ich in der Pizzeria und dachten uns: Wir müssen in die Sache jetzt mal Schwung reinbringen!“ Die jungen Männer stellten sich mit ihrer Kunst an die Kö, direkt in die Düsseldorfer Innenstadt. „Wir sind jeden Samstag mit der Bahn dorthin gefahren“, erinnert er sich. „Am Anfang hatten wir jeweils vier oder fünf Bilder unter die Arme geklemmt. Irgendwann haben wir uns einen Transportwagen aus der Gastro so umgebaut, dass wir auf ihm unsere Bilder transportieren konnten.“

GRK legt die Preise für seine Bilder an ihrer Größe fest: „An den besten Tagen habe ich zehn Bilder verkauft, für insgesamt circa 1000 bis 1500 Euro.“ Es sei sehr anstrengend gewesen, doch es funktioniert. Seine Kunst zieht die Menschen an: „Ein älterer Herr hat 20 Minuten vor meinen Bildern gestanden und nur geschaut. Irgendwann sagte er dann, dass er vier Stück kaufen möchte. Sie hätten 700 Euro gekostet. Er sagte nur, er gehe schnell zur Bank, um das Geld abzuheben. Ich dachte eigentlich, er kommt nicht wieder“, gibt er zu. Doch kurze Zeit später stand der Mann wieder vor ihm und kaufte tatsächlich die besagten Bilder. „Es schien so, als wüsste er schon genau, wo er welches Bild aufhängen möchte“, erinnert sich der junge Künstler.
Den Straßenverkauf hat er aufgegeben. Mittlerweile hat GRK einen festen Kundenstamm und vermarktet sich und seine Kunst überwiegend auf Instagram. Auf Reels oder kurze Videos hat er jedoch überhaupt keine Lust. Und das, obwohl die in der Kunstwelt meistens ziemlich gut funktionieren: „Das einfachste wäre eigentlich, ein Painting-Reveal hochzuladen, also ein Video, in dem ich ein Bild von mir langsam umdrehe und so das Motiv präsentiere. Aber ich habe dafür einfach keine Geduld“, gibt er schmunzelnd zu. Momentan folgen ihm auf Instagram knapp 800 Menschen. „Mein Ziel sind eigentlich 1000 Follower, mehr will ich nicht“, sagt er bescheiden.
GRK träumt von eigenem Atelier
Vier Jahre nach dem ersten Straßenverkauf lebt der Duisburger von seiner Kunst: „Ich bin nicht jeden Monat flüssig, aber ich halte mich über Wasser“, sagt er. Die Leinwände baut er sich entweder aus alten Leinwänden zusammen oder kauft B-Ware günstig ein. „Das sieht man auch. Bei diesem Bild habe ich zum Beispiel zwei Leinwände aneinander getackert.“ Er deutet auf ein Bild, das schon an der Wand des Tattoostudios hängt. Wenn man genau hinsieht, sieht man die Kante, an der die beiden Leinwände verbunden worden sind. Dem Motiv tut das jedoch keinen Abbruch.

„Aber für das Zusammenbauen der großen Werke brauche ich auch etwas Platz“, gibt er zu. Momentan stapele er seine Materialien und seine Werke in einem Zimmer. „Ich träume davon, irgendwann ein Atelier für mich alleine zu haben“, sagt der 27-Jährige. Dann könne er sich seiner Kunst ganz hingeben. Dabei schreckt er nicht davor zurück, körperlich zu werden. „Ich zerkratze die Bilder manchmal oder haue dagegen. Ich male, bis ich zufrieden bin.“
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Doch wenn man seine Bilder betrachtet, steht ein Elefant im Raum: Die Motive erinnern sehr an den 1988 verstorbenen Künstler Jean-Michel Basquiat. GRK ist sich dessen vollends bewusst: „Der Mensch legt viel zu viel Wert darauf, originell zu sein. Aber dafür gibt es schon zu viel. Man kann ja mit dem Einfluss von etwas auch etwas Eigenes erschaffen: Mein Stil ist klar von Basquiat inspiriert, aber es fließen meine eigenen Emotionen herein. Das, was ich sehe, fühle, und höre“, sagt er deutlich.
Künstler, Hommage oder Dieb?
Er hat auch nicht vor, das in Zukunft zu ändern: „Wenn man meine Werke sieht, dann denkt man direkt an Basquiat. Das provoziert, und das soll es auch“, sagt er selbstsicher. Er bewegt sich mit seiner Kunst also irgendwo zwischen Künstler, Hommage und Dieb. Diese drei Begriffe hat er auf seinem Instagram-Profil geschrieben. „Das sind die Wörter, die mir immer an den Kopf geworfen werden. Ich bin das alles. Aber dabei bleibe ich immer ich.“

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Zwischen den bunten Motiven mit abstrakten Menschen, Köpfen und Schrift gibt es auch Werke, die er nicht aus der Hand gibt. Ein Bild mit seiner Mutter steht nicht zum Verkauf. Auch politische Motive bietet er meist nicht zum Verkauf an. „Ich könnte kein Geld mit dem Unrecht der Welt verdienen“, erklärt er. Warum malt er die Bilder dann trotzdem? „Es muss irgendwie raus. Ich will nicht immer über Gott und die Welt sprechen, aber still sein kann ich auch nicht. Dann male ich lieber“, sagt er lächelnd.
Die erste Solo-Ausstellung
Die Ausstellung von GRK mit dem Titel „Sincerely“ zeigt Werke von 2024 bis 2026.
Sie findet am Freitag, dem 24. Juli, und Samstag, dem 25. Juli, von 18 bis 22 Uhr im Tattoostudio „40Society“ in der Hüttenstraße 55 in Düsseldorf statt. Manche der dort gezeigten Werke stehen zum Verkauf.
Der Künstler ist über seinen Instagramkanal @ggrrkkkkkk sowie die Mailadresse grkart@outlook.de zu erreichen.
Für die Eröffnung seiner ersten eigenen Ausstellung hat der Duisburger genaue Vorstellungen: „Ich möchte 50 Skizzen einrahmen und verschenken. Und ich muss noch Leinwände besorgen. Ein paar Bilder fehlen mir noch.“ Außerdem feilt er noch an der richtigen musikalischen Untermalung für die Ausstellung. „Ich will einfach Menschen kennenlernen und darüber sprechen, was ich gerne mache. Und dazu gehört auch das Musikhören. Ich freue mich über meine eigene, coole Atmosphäre“, schwärmt er. Die Bilder sollen auch nicht alle hängend präsentiert werden, sondern auf dem Boden stehen oder an den Wänden angelehnt werden. Das Ziel: Es soll aussehen wie in seinem Atelier.





