Der erste lauwarme Abend im Jahr, und schon liegt ein ganz bestimmter Duft in der Luft: Die ersten Würstchen brutzeln auf dem Grill. Zwischen Backsteinmauern und offenen Terrassentüren wird am Niederrhein nicht einfach nur gegrillt – es wird zelebriert. Zum Start der Grillsaison räumt der Original Sonsbecker Grillmeister, Metzger Christian Holz, mit Mythen rund um das Thema Grillen auf: Worauf kommt es bei einer erfolgreichen Grillsaison an?

Wir suchen Ihr bestes Grill-Rezept!

Passend zu unserer Serie „So grillt der Niederrhein“ starten wir eine sommerliche Verlosung und suchen die kreativsten Grillideen aus der Region. Ob klassisch, vegetarisch oder ausgefallen – schicken Sie uns Ihr persönliches Lieblingsrezept. Unter allen Einsendungen verlosen wir zwei 40-Euro-Gutscheine des Original Sonsbecker Grillmeisters samt einer Packung Allrounder-Grillgewürz und einer Packung Grillsalz, die der Metzger zur Verfügung stellt. Ausgewählte Rezepte werden zudem auf der Niederrhein-Seite und online veröffentlicht.

So nehmen Sie teil:
Senden Sie Ihr Grill-Rezept inklusive kurzer Beschreibung und, wenn möglich, einem Foto per E-Mail an: niederrhein-nrz@funkemedien.de

Einsendeschluss: 10. August 2026

Viel Erfolg und guten Appetit!

Spätestens seit Christian Holz vor fünf Jahren seine Metzgerei in Sonsbeck eröffnete, vergeht vermutlich keine Woche, in der er nicht am Grill steht: „Bei uns gibt es keine richtige Saison. Im Winter gibt es mehr American BBQ und Burger, im Sommer mehr das klassische Grillgeschäft. Sobald es warm genug ist, dass die Menschen auch abends draußen sitzen können, geht es richtig los“, weiß der Fleisch-Sommelier.

Holzkohle, Gas oder Elektro?

Bevor das Grillgut das erste Mal in der Saison den Rost berührt, müssen ein paar Vorbereitungen getroffen werden: „Der Grill muss komplett grundgereinigt werden“, sagt Holz. Über die kalten Monate könne der Grill auf der Terrasse oder dem Balkon zu einem Zuhause für Insekten und Spinnen werden. Besonders beim Gasgrill müsse man laut Holz genauer hinschauen, denn der Gasgeruch wirke auf die Spinnen anziehend, weshalb Spinnennester nach dem Winter keine Seltenheit seien. Holz erzählt auch von Wespennestern im Grill. „Das war eine schöne Überraschung“, erinnert er sich an die Geschichte eines Freundes, in dessen Grill es sich die Tiere gemütlich gemacht hatten. „Auch der Gasschlauch sollte kontrolliert werden: Ist er noch dicht oder porös? Ist beim Guss-Rost nichts durchgerostet? Generell empfehle ich eine gute Grillbürste und eine Pyrolyse, um alle organischen Rückstände wirklich zu entfernen“, sagt Holz.

Neben Steaks, Hähnchen und Co. bietet Christian Holz auch Fisch und vegetarisches Grillgut an.
Neben Steaks, Hähnchen und Co. bietet Christian Holz auch Fisch und vegetarisches Grillgut an.© FUNKE Foto Services | Kai Kitschenberg

Kaum ein Thema sorgt unter Grillfans für so viele Diskussionen wie die Frage nach der richtigen Methode. Smoker stehen neben klassischen Kugelgrills und Begriffe wie „Low & Slow“ oder „Dry Aging“ gehören für Fans längst zum Standardvokabular. Holzkohle, Elektro oder Gas – worauf kommt es an? Christian Holz grillt privat mit Holzkohle, genauer mit einem Säulengrill: „Bei Holzkohle hat man dieses Flair: Man steht mit seinen Freunden zusammen, trinkt vielleicht gemütlich ein Bierchen und lässt sich Zeit.“ Außerdem nutzt er einen Ninja Woodfire, einen Elektrogrill mit Smoker-Funktion. Der Gasgrill sei eher mehr für den Zweck da und weniger zum Zelebrieren, findet der Profi.

Und was ist mit dem Elektrogrill? „Heutzutage steht der Elektrogrill den anderen in nichts nach. Eher ist er sogar sicherer, es gibt kein offenes Feuer“, sagt Holz. Doch gibt es auch Produkte, die auf einem bestimmten Grill zubereitet einfach am besten schmecken? „Wenn man immer alles perfekt grillen möchte, müsste man 26 verschiedene Grills haben. Generell geht der Trend auch eher zum Zweit- oder sogar Drittgrill“, sagt Holz.

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Manche Grillfans perfektionieren das Brutzeln so sehr, dass Wettkämpfe und sogar Meisterschaften abgehalten werden. Dass auch immer mehr Privatpersonen das Grillen für sich entdecken, merkt auch der Profi: „Grillen ist beinahe schon eine Trendsportart geworden, fast wie beim Fußball. Klar ist es schön, dass man auch Wettbewerbe daraus machen kann, aber teilweise sind die Leute schon sehr von sich überzeugt“, gibt der 33-Jährige schmunzelnd zu. Für ihn wäre eine Teilnahme an einem Grill-Wettkampf also nichts. „Am Ende geht es ja darum, den Menschen den Genuss näherzubringen“, findet er.

Grill reinigen: Spinnennester und Rückstände vor dem Saisonstart entfernen

Christian Holz hat das erste Mal mit 13 gegrillt. Jetzt gibt er anderen Grillseminare.
Christian Holz hat das erste Mal mit 13 gegrillt. Jetzt gibt er anderen Grillseminare.© FUNKE Foto Services | Kai Kitschenberg

Der Fleisch-Sommelier räumt passend zum Saisonstart auch mit Mythen auf. Zum Beispiel mit dem Mythos, dass das Salzen vor dem Grillen das Fleisch austrocknet. „Da streiten sich wirklich die Geister. Ich persönlich mache es immer 20 bis 30 Minuten vor dem Grillen auf das Fleisch. Ich bin der Meinung, dass sich durch die Feuchtigkeit die Salzkristalle etwas auflösen, und sie auch die Wärme besser transportiert, ähnlich wie in einer Sauna.“ Das führe dazu, dass der Umami-Geschmack des Fleisches durch das Salz unterstützt wird. „So runden sich die Aromen besser ab. Wenn man das Fleisch erst nach dem Braten salzt, ist das Salz gröber und haftet an der schon gebratenen Oberfläche. Dementsprechend landen die Kristalle direkt zwischen Zunge und Fleisch. Aber das ist Ansichtssache“, betont der Profi.

In seiner Metzgerei bietet Christian Holz verschiedene Gewürze und Grillsalz für Fleisch und Gemüse an.
In seiner Metzgerei bietet Christian Holz verschiedene Gewürze und Grillsalz für Fleisch und Gemüse an.© FUNKE Foto Services | Kai Kitschenberg

Welches Equipment ist für den Fachmann unerlässlich? „Eine gute Grillzange, die bequem in der Hand liegt“, antwortet er schnell. Außerdem rät er: „Man sollte Wert darauflegen, in verschiedenen Gängen zu grillen. Man kennt es: Die Freunde kommen vorbei und man verquatscht sich während des Essens. Ehe man sich versieht, ist das gute Fleisch kalt.“ Er handhabt es wie folgt: „Man könnte zum Beispiel mit einem kleinen Schneidebrett arbeiten, auf dem man das Fleisch in Tranchen serviert und es häppchenweise gemeinsam genießt, am besten frisch vom Grill.“ So könne jeder etwas von allem probieren und das Fleisch behalte seine Qualität. „Außerdem finde ich es so gemütlicher“, gibt er zu.

Häufiges Wenden sorgt für saftiges Fleisch

Ein weiterer Fehler: „Hähnchen zu lange braten oder es zuerst auf der Haut anbraten. Dort verbrennt es einfach zu schnell.“ Eher solle man Fleisch immer wieder wenden, und nicht zuerst die eine, dann die andere Seite durchbraten: „Das kann dazu führen, dass der Gar-Rand zu hart oder zäh wird, während das Fleisch innen vielleicht sogar noch zu rot ist. Ein ständiges Wenden verhindert das und grillt das Fleisch gleichmäßiger von beiden Seiten“, erklärt Holz. Außerdem klärt er über einen weiteren Mythos auf: „Das Fleisch immer gegen die Faserrichtung schneiden. So können unsere Zähne es leichter zerteilen und es ist weicher im Mund.“ Ein grundsätzlicher Tipp: „Geben Sie dem Produkt etwas Zeit, um gar zu werden“, sagt Holz mit einem Zwinkern.

Und was ist mit den Menschen, die kein Fleisch essen? Generell gelten die gleichen Regeln auch bei den Veggie-Varianten auf dem Grill. Es muss nicht immer nur Grillgemüse sein: „Wir haben zum Beispiel auch ein Gemüse-Patty mit gewürfelten Süßkartoffeln im Cornflakes-Mantel, oder einen Mozzarella-Taler mit Lauch und Spinat. Salatherzen mit Sweet-Chili-Öl werden auch gerne genommen.“ Diese Varianten dürften auch Fleischessern schmecken.

Die Metzgerei des Original Sonsbecker Grillmeisters befindet sich in der Dresdener Str. 6, 47665 Sonsbeck. Über anstehende Grillseminare, seine Öffnungszeiten und das Sortiment informiert er auf der Webseite www.metzgerei-holz.de.