Mit seinem Instagram-Account @marcos.little.italy nimmt der Duisburger Marco de Pace seine Follower mit auf eine persönliche Reise durch die italienische Genusswelt. Dabei geht es ihm nicht nur um Rezepte und schöne Bilder, sondern auch um Erinnerungen, Herkunft und die kleine große Sehnsucht nach Italien, die viele Menschen mit seiner Küche verbinden. Jetzt hat er sein erstes Kochbuch mit dem Namen „Marcos little Italy“ veröffentlicht. Im Interview spricht er über den Weg zum Buch, seine Lieblingsrezepte und darüber, wie viel eine gute Pasta kosten muss.
Ihre viralsten Videos haben bis zu 20 Millionen Aufrufe. Hatten die erfolgreichen Rezepte auf Social Media Einfluss auf die Auswahl für die Rezepte des Kochbuchs?
Wir haben zwei große Themen für das Buch strukturiert: einmal die italienischen Klassiker, und dann noch die Rezepte nach „Marcos Little Italy“-Style. Bei der letzteren Kategorie ist dieses Rezept, die Spaghetti mit pikanter Knoblauch-Tomaten-Creme und grünem Parmesan, was sehr viral gegangen ist, mit drin. Das ist auch tatsächlich ein Rezept, das ich mir selbst ausgedacht habe. Dann sind aber auch noch die Klassiker, wie eine Carbonara oder eine Spaghetti all’Assassina mit dabei.
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Wie kam es denn überhaupt zu dem Buch? Hatte der Erfolg auf Social Media auch Einfluss darauf, oder war das schon immer ein Traum von Ihnen?
Ich habe nicht mit Social Media angefangen mit dem Gedanken: „Ich möchte ein Kochbuch rausbringen.“ Der Verlag kam auf uns zu und hat angefragt. Mir wurde zu Beginn schon gesagt, dass dann schon recht viel Arbeit auf mich zukommen würde. Aber ich fand diese Idee so faszinierend. Ich war Feuer und Flamme. Als es dann losging, war das natürlich alles totales Neuland für mich. Es hat sich ganz verrückt angefühlt, überhaupt mit jemandem darüber zu reden und zu sagen: Ja, ich bringe jetzt ein Buch raus.
Welcher Arbeitsschritt beim Erstellen des Buches ist Ihnen denn am schwersten gefallen und welcher am leichtesten?
Am leichtesten war es eigentlich, die Rezepte so runterzuschreiben. Am schwersten hingegen war tatsächlich, immer wieder die Korrekturen zurückzubekommen. Am Ende waren es drei Korrekturschleifen. Das war schon echt anstrengend.
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Können Sie die Arbeit am Buch genauer beschreiben?
Das Team des Verlags ist mit Fotografen und Redakteuren bei mir vorbeigekommen. Dann habe ich acht Rezepte des Buchs an einem Tag gekocht, während alles fotografiert wurde: meine Hände bei der Arbeit, mein Werkzeug, meine Teller und unser schöner, großer Holztisch, an dem wir immer essen. So wurde mein Stil eingefangen. Es war ein 12-Stunden-Tag, aber wir haben uns auch einen schönen Tag gemacht, obwohl es so anstrengend war. Die ersten Testesser waren schon mal begeistert.

Sie haben vier Kinder. Welches Rezept aus dem Buch kochen Sie für Ihre Familie am häufigsten?
Mein Lieblingsgericht ist tatsächlich kein Pastagericht, sondern der Auberginenauflauf, Parmigiana heißt er auf Italienisch. Das ist mein Lieblingsgericht und ich versuche, das regelmäßig zu kochen. Das schmeckt schon sehr, sehr gut.
Welche Fehler sehen Sie am häufigsten, wenn es um italienische Küche geht? Gibt es etwas, wo sich Ihnen beim Zuschauen die Haare kräuseln?
Ich glaube, vor zehn Jahren wusste noch kein Deutscher, wie eine authentische Carbonara geht. Das hat sich natürlich inzwischen, gerade auch durch Social Media und verschiedenste Kochsendungen, deutlich gewandelt. Aber viele benutzen nach wie vor noch immer einen Hinterschinken, Sahne und Parmesankäse für eine Carbonara. Das sind Dinge, die man in Italien gar nicht für eine Carbonara benutzt. Dort benutzt man italienischen Speck, den Guanciale. Das ist eine Schweinebacke. Dann einen Pecorino, das ist ein römischer Hartkäse, und Eigelb. Aber am Ende des Tages bin ich trotzdem jemand, der auch dahingehend tolerant ist: Wenn man das für sich zubereitet und es schmeckt einem am Ende des Tages, ist das super. Ich zeige lediglich den Originalweg und wie es mir am besten schmeckt. Damit will ich aber niemandem meine Meinung oder Geschmack aufzwängen.
Welche Zutat muss man in der italienischen Küche denn immer parat haben?
Ich glaube, das Wichtigste in der italienischen Küche sind Olivenöl, Parmesan-Käse und eine gute Burrata oder Mozzarella. Dann ist man da schon gut aufgestellt. Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist eine gute Pasta. Nudeln in guter Qualität sind sehr wichtig.
Das Kochbuch
Marco de Paces Kochbuch „Marcos little Italy: Trattoria für zu Hause: Pasta, italienische Klassiker & Dolci“ ist seit dem 29. April auf dem Markt und bei dem EMF Verlag erschienen. Die gebundene Ausgabe kostet 25 Euro.
Bekommt man die inzwischen auch in den deutschen Supermärkten oder haben Sie einen Geheimtipp, wo Sie Ihre Zutaten einkaufen?
Früher sind meine Eltern und ich immer nach Rheinhausen zu einem italienischen Tante-Emma-Laden gefahren. Mein Vater erzählt immer noch, dass es früher, als er nach Deutschland kam, keine Auberginen oder italienischen Wein im Supermarkt gab. Das hat sich natürlich total gewandelt. Inzwischen bekommt man viele Nudelsorten bei Edeka oder Rewe und auch an italienischem Wein gibt es eine Riesenauswahl. Das ist schon echt stark geworden. Aber es gibt ein paar Zutaten, die finde ich dann nur im Großhandel. Wie der Guanciale oder mal die extravaganten Burrata- oder Pastasorten.
Wie viel Geld muss man denn für eine gute Pasta in die Hand nehmen?
Also bei 2,50 Euro oder 2,80 Euro hat man schon eine echt gute Marke. Pluspunkt, wenn die Nudeln durch Bronze gepresst wurden. Dann sind sie rauer und nehmen die Soße besser auf. Das ist dann schon High Class. Dann gibt es auch noch frische Pasta. Da hat man bei 500 Gramm für vier bis fünf Euro schon etwas Gutes.
Wie kommt das Buch bisher an? Haben Sie schon Rückmeldungen erreicht?
Die Zahlen sind natürlich wichtig, aber das Schöne ist, dass ich von Freunden und Familie zurückgespiegelt bekomme, dass das Buch einfach schön ist. Was auch total toll ist, dass auch ganz viele fremde Menschen, die ich noch nie gehört oder gesehen habe, mir auf Instagram schreiben, dass sie mein Buch gekauft haben. Ich freue mich, wenn die Menschen durch meine Seiten inspiriert werden, weil ich für mich etwas Bleibendes geschaffen habe. Das sind natürlich dann die schönsten Rückmeldungen und das macht mich echt glücklich gerade.



