Verteidiger Nick Geitner pustete nach dem ersten offiziellen Eis-Training der Düsseldorfer EG am Montagmittag (10. August) erstmal kräftig durch: „Puh, war das anstrengend!“ Knapp zehn Minuten, nachdem die erste Einheit beendet war, kam das mittlerweile 27 Jahre alte Eigengewächs schweißgetränkt aus der Kabine. Die rund fünfmonatige Zeit ohne Eishockey merke man, so der gebürtige Düsseldorfer. „Man muss sich erstmal wieder an einige Dinge gewöhnen, wenn man so lange nicht auf dem Eis war. Es hat aber Bock gemacht“, merkte Geitner nach der Einheit an.

Die lange Sommerpause ist für die DEG damit seit Montag beendet. Ihr letztes Spiel bestritt der achtmalige Deutsche Meister Mitte März, als die Rheinländer in den Pre-Playoffs gegen den EV Landshut nach zwei Spielen sang- und klanglos ausgeschieden sind. Nun läuft die Vorbereitung auf die anstehende Saison in der zweiten Deutschen Eishockey Liga (DEL2). In den kommenden Wochen stehen ab sofort täglich zwei Einheiten auf dem Programm.

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DEG-Trainer Lange kündigt „aggressives Eishockey an“

Zum Trainingsauftakt konnte DEG-Trainer Harry Lange fast alle Spieler seines Kaders auf dem glatten Geläuf in der Trainingshalle an der Brehmstraße begrüßen. Lediglich Torhüter-Talent Leon Hümer, der sich nach seinem Kreuzbandriss noch in der Reha befindet und wahrscheinlich bis Dezember ausfallen wird, sowie Neuverpflichtung Andrew Bodnarchuk (kam von den Kassel Huskies) verpassten die erste offizielle Einheit der neuen Saison. Ansonsten waren alle Spieler dabei. Darunter mit Corey Mackin (von den Eispiraten Crimmitschau), Brett Kemp (von Bietigheim) und Carter Turnbull auch drei neue nordamerikanische Stürmer, die wohl zu den Top-Transfers der gesamten Liga gelten dürften und die dabei mithelfen sollen, dass bei der DEG nach drei enttäuschenden Saisons in Folge endlich wieder bessere Zeiten anbrechen.

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Doch auch der Rest des Teams wird gefragt sein, damit die DEG am Ende der Spielzeit 2026/27 deutlich besser abschneidet, als zuletzt. Die vergangene Saison beendete der Traditionsclub auf Rang 9, in den Pre-Playoffs war dann gleich Schluss. Dieses Jahr wollen und sollen die Düsseldorfer sportlich endlich wieder positive Schlagzeilen schreiben. Deswegen ging es im ersten Eistraining auch sehr intensiv zu. Zahlreiche Technik- und Laufübungen ließ Trainer Harry Lange trainieren, außerdem auch mehrere Spielzüge und Torschüsse. Nach der Einheit zeigte sich der Deutsch-Österreicher zufrieden. „Man hat durchaus schon die Qualität gesehen, die wir in der Mannschaft haben.“

Trainingsauftakt bei der Düsseldorfer EG
In der Trainingshalle an der Brehmstraße fand am Montag (10. August) der Trainingsauftakt der Düsseldorfer EG für die anstehende DEL2-Saison statt.© NRZ Düsseldorf | Christopher Damm

Der 42-Jährige, der den Cheftrainerposten im Dezember 2025 von Rich Chernomaz übernahm, und die DEG nach einer insgesamt enttäuschenden Spielzeit immerhin noch so gerade eben in die Top 10 führte, ist jedenfalls froh, dass er seiner Mannschaft seine Taktik und Spielidee nun bereits vor der Saison einbläuen kann. Im eng getakteten DEL2-Spielplan in der vergangenen Saison sei dies nur schwer möglich gewesen. Dies soll sich nun ändern, wie er betont: „Wir wollen über das ganze Eis Druck machen auf den Gegner. Zum Glück verfügen wir über vier Angriffsreihen, die Gas geben können. Wir wollen vorne so früh wie möglich die Scheiben gewinnen und aggressiv und offensiv spielen. Ich glaube, dass wir die Qualität dafür im Sturm haben, zumindest auf dem Papier.“ Dennoch sei auch das Defensivverhalten seiner Spieler bei der Umsetzung seiner Taktik wichtig. „Bekommen wir das hin, dann sind die Top 4 drin“, gibt Harry Lange als mögliche Zielsetzung aus.

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Mehrere Teambuilding-Maßnahmen bei der DEG geplant

Dennoch müsse sich die Mannschaft angesichts von 14 Ab- und 13 Zugängen in der rund fünfwöchigen Vorbereitung erst einmal finden. Dies bezieht sich jedoch nicht nur auf die Chemie auf dem Eis. „Wir versuchen natürlich so früh es geht, mit den Jungs etwas zu machen und Teambuilding-Maßnahmen zu ergreifen. Was manchmal natürlich schwer ist, wenn man zweimal am Tag trainiert. Aber viele Jungs waren schon zusammen in Düsseldorf unterwegs.“ Um den maximalen Erfolg einzufahren, gehe es aus Sicht von Harry Lange jedenfalls „nur gemeinsam. Die Mannschaft muss intern intakt sein, dann können wir hoffentlich die Fans mit ins Boot holen, damit die DEG wieder Freude macht..“

Stürmer Leon Niederberger, der im vergangenen Sommer nach fünf Jahren bei den Krefeld Pinguinen wieder zu seinem Heimatclub zurückgekehrt ist, will vor allem bei den neuen Spielern im Kader als Düsseldorfer Integrationsbeauftragter fungieren und ihnen die Stadt und die Kultur näherbringen, wie der 30-Jährige nach der ersten Trainingseinheit erklärte: „Ich bin stolz, den neuen Jungs die Stadt zu zeigen. Wir waren auch schon ein, zwei Mal gemeinsam unterwegs. So kann ich der Mannschaft auch helfen.“

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Dass die zurückliegende enttäuschende Saison in der Kabine offenbar „gar kein Thema“ mehr sei, findet der Sohn von DEG-Geschäftsführer Andreas Niederberger auf alle Fälle „geil. Das ist auch super wichtig, dass du dieses Kapitel schließt und nicht die ganze Zeit sagst: ‚Aber letztes Jahr, aber letztes Jahr‘.“ Dies sei die „Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu arbeiten“, so der Angreifer. Von der Intensität des ersten Trainings und vor allem von den zahlreichen neuen Spielern war der gebürtige Düsseldorfer jedenfalls angetan: „Man sieht schon echt Qualität aufblitzen. Das macht Lust auf mehr.“

Am Montagabend um 18.45 Uhr öffnet sich die Trainingshalle an der Brehmstraße für die zweite Einheit dann auch für Fans, am Freitag, 21. August, 19.30 Uhr, startet die Düsseldorfer EG bei Ligakonkurrent Bietigheim in die diesjährige Testspielphase. In fünf Wochen, am Freitag, 18. September, 19.30 Uhr, steht für die DEG bei den Eispiraten Crimmitschau dann der DEL2-Saisonauftakt an.