Mit zwei Kochstäbchen schlägt Silke Konschak das Ei auf. Direkt daneben brutzelt in der Pfanne schon der Schnittknoblauch in Sesamöl. Das Ei kommt mit einem Schuss Sojasoße dazu. Bevor es komplett gestockt ist, gibt Silke alles über den frischgekochten Reis aus dem Reiskocher. „Heute gibt es nichts Aufwendiges, aber etwas Vernünftiges“, sagt Silke, während sie das Essen in einer Schüssel anrichtet.

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Herzlich willkommen in der vielleicht kleinsten Outdoor-Küche Düsseldorfs. Denn zubereitet hat Silke das Essen auf ihrem Balkon über den Dächern Unterbilks. Zwischen den Pflanzen steht ein kleiner Tisch mit einem Schneidebrett und einer Kochplatte. Gekocht werden hier japanische Currys, Yaki Tomorokoshi – gegrillter Mais mit süß-salziger Sojasoße – oder Kimchi Onigiri. Und dabei läuft die Kamera.

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Auf ihrem Instagram-Account „silkes_bentoboxes“ gibt Silke Einblicke in ihren Alltag, teilt Wissenswertes über das Leben in Japan und zeigt eben authentischen japanischen Food-Content – und scheint damit einen Nerv zu treffen. Mehr als 270.000 Menschen folgen Silke mittlerweile, schauen zu, wie sie auf dem Carlsplatz einkauft, Bentoboxen macht, auf dem Balkon kocht oder dort tanzend die Blumen gießt. Ein, ja fast schon ikonischer Satz, darf dabei in keinem Video fehlen: „Hi, ich bin Silke und ich habe in Japan gelebt“.

Düsseldorferin fliegt jedes Jahr nach Japan

Und das stimmt. Ein Jahr lang hat Silke Konschak in Asien verbracht. Mehr als 20 Jahre ist das mittlerweile her – aber die Liebe zu dem Land der aufgehenden Sonne ist geblieben. „Wir fliegen jedes Jahr für mehrere Wochen nach Japan und besuchen dort viele Freunde“, erzählt sie. Ihre Lieblingsregion ist Okinawa in den Tropen.

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Und dort hat sie auch die Leidenschaft für die japanische Küche entdeckt. „Man denkt, die Gerichte sind kompliziert, aber das stimmt nicht. Die Japaner haben gar keine Zeit und keine Lust, um aufwendig zu kochen. Aber sie wollen gesundes Fastfood, das leicht ist, aus wenigen Zutaten besteht und satt macht.“

Ein Gedanke, der der 46-Jährigen bis heute gefällt. Das Problem: „Es gibt kaum deutsche Kochbücher für japanische Gerichte. Ramen mal ausgenommen“, sagt Silke. Sie selbst hat von ihren japanischen Freunden Kochbücher zugeschickt bekommen – und diese Zeile für Zeile mit dem Handy übersetzt.

Silke Konschak Düsseldorf
Inspiration holt sich Silke Konschak in japanischen Kochbüchern, die sie zunächst übersetzen muss.© NRZ | Jasmin Ohneszeit

Das wollte sie anderen natürlich nicht zumuten – und zeigt die Zubereitung einfach in ihren Videos. Ende des vergangenen Jahres fing Silke an, immer mehr Japan-Videos auf ihrem Account zu posten. Los ging es mit Bentos – traditionell japanischen Lunchboxen, die mit verschiedenen mundgerechten Speisen gefüllt und meistens sogar noch verziert sind. „Die Japaner machen das, um ihren Kindern spielerisch das Essen und neue Lebensmittel beizubringen.“

So drückt Silke Reis in Herzförmchen und legt mit Pinzette und Skalpell kleine Gesichter aus Algenblättern darauf, sticht Brot mit Pikachu-Ausstechern aus und schneidet Muster in Radieschen und Gurken. „Das sieht aufwendig aus, aber ich brauche maximal 30 Minuten dafür.“ Silke möchte ihre Followerschaft damit inspirieren – und zeigen, dass in der Brotdose mehr geht als ein einfaches Käsebrot. Hinzu kommen die Rezepte wie eben der Schnittknoblauch mit Ei – ein klassisches japanisches Fünf-Minuten-Gericht.

Silke Konschak Düsseldorf
Schnittknoblauch mit Ei: Dieses klassische japanische Fünf-Minuten-Gericht hat Silke Konschak auf ihrem Balkon zubereitet.© NRZ | Jasmin Ohneszeit

Übrigens: Silke Konschak musste sich selbst erst an die japanische Küche herantasten. „Als ich in Japan gelebt habe, habe ich mich anfangs nicht getraut, dort etwas zu essen. Ich kannte die Zutaten ja alle nicht.“ Doch dann habe es Klick gemacht, Silke hat die ersten Gerichte probiert. Ihr Credo: Wenn’s nicht schmeckt, lässt sie es eben. Doch es hat geschmeckt.

Vom Curryreis mit Kartoffeln und einem japanischen Schweineschnitzel oder vom Tacoreis mit Hackfleisch, Salat und Käse schwärmt sie heute noch. „Das waren die ersten Gerichte, die ich gegessen habe, und sie sind immer noch meine Lieblingsrezepte.“ Aber: Von Karaage, Fischeiern und Oktopus lässt Silke bis heute die Finger. „Mag ich einfach nicht.“

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Eine Frage bleibt noch: Warum kocht Silke Konschak die meisten Gerichte auf ihrem Balkon? Die Düsseldorferin lacht. „Irgendwann dachte ich mir: Warum soll ich mich bei 30 Grad in die warme Küche stellen, dann kann ich auch gleich draußen kochen.“ Gesagt, getan. Selbst bei schlechtem Wetter wird die Outdoor-Herdplatte aufgedreht – geschützt unter einem großen Schirm.

Silke Konschak Düsseldorf
Eine Kochplatte und ein Schneidebrett: Mehr braucht Silke Konschak nicht, um auf ihrem Balkon in Düsseldorf authentische japanische Gerichte zu kochen.© NRZ | Jasmin Ohneszeit

Silkes Community wächst stetig. Viele kochen die Gerichte nach, schicken der gelernten Erzieherin dann sogar Fotos. Wie eine Influencerin fühlt sich Silke Konschak allerdings nicht. „Es ist für mich schwer zu begreifen, dass so viele Menschen mir zugucken. Mir ist wichtig, keine Scheinwelt zu präsentieren. Ich zeige mich, wie ich bin – auch ungekämmt, denn das ist das echte Leben.“