Die Düsseldorfer City ist ja ohnehin an Samstagen proppenvoll. Am Samstag, 12. September, wird dies noch einmal eine neue Dimension erreichen. Neben einem Anti-AfD-Großdemozug wird es zwei weitere Demonstrationen unter dem Motto „Freiheit für den Iran“ geben. Alle Kundgebungen ziehen von der Friedrich-Ebert-Straße am Nachmittag los. Die erste Iran-Demo startet um 14 Uhr, die zweite um 15 Uhr, beide ziehen dann zum Burgplatz. Die Anti-AfD-Demo zieht ebenfalls um 14 Uhr los Richtung Rheinpark Golzheim. Die Polizei rechnet insgesamt mit rund 10.000 Teilnehmenden.

Wegen Demo und Fortuna-Spiel: Verkehrschaos vor allem im Norden erwartet

Es wird ab dem Samstagnachmittag demnach zahlreiche Sperrungen in der Innenstadt geben. Und dann spielt ja auch noch um 14 Uhr die Fortuna im Derby gegen den MSV. Wenn das Spiel in der Arena gegen 16 Uhr vorbei ist, ist vor allem im Düsseldorfer Norden mit „erheblichen Verkehrsproblemen zu rechnen“, wie die Polizei mitteilt. Für die Dauer der Großdemo wird beispielsweise der Rheinufertunnel von 15.30 bis voraussichtlich 17.30 Uhr in Fahrtrichtung Norden komplett gesperrt. „Wir versuchen, die Beeinträchtigungen für unbeteiligte Dritte so gering wie möglich zu halten“, betont Polizeisprecherin Anja Kynast. Dennoch rät sie allen Verkehrsteilnehmern, „nach Möglichkeit den ÖPNV zu nutzen“.

Wie die Stadt mitteilt, sind entsprechende Hinweise für die ÖPNV-Nutzung bereits auf den städtischen Variotafeln unter anderem im Bereich der B8 (Höhe Flughafen), A52 (Heerdter Dreieck), Danziger Straße und Kennedydamm sowie Münchener Straße geschaltet. Wer unbedingt mit dem Auto anreisen möchte, sollte sich vorher über die aktuelle Verkehrssituation informieren und gegebenenfalls einen entsprechenden Zeitpuffer einplanen. Das geht schnell und einfach unter diesem Link. Auf der Seite des VT-Managers werden aktuelle Verkehrsinformationen wie Baustellen und Streckenauslastung angezeigt, um Staustellen zu umfahren oder um auf P+R Plätze auszuweichen. Eine Übersicht dazu gibt es ebenfalls online.

Der größten Einfluss auf den Verkehr in der City wird die Anti-AfD-Laufdemo durch die Düsseldorfer City sein: Angesichts der Wahlergebnisse der AfD in Sachsen-Anhalt und der anstehenden Wahl in Mecklenburg-Vorpommern wollen am Samstag mehrere Bündnisse in Düsseldorf auf die Straße gehen. Unter dem Motto „Kein Schritt zurück! Gegen AfD und rechte Hetze!“ rufen „Prüf NRW“, „Düsseldorf stellt sich quer“ (DSSQ) und der „Düsseldorfer Appell“ für Samstag, 14 Uhr, zu der Großdemonstration auf. Die Veranstalter rechnen mit mehreren tausend Teilnehmern. Angemeldet ist allein diese Demonstration für bis zu 10.000 Menschen.

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Beim Pressegespräch im Düsseldorfer Zakk machten die drei Bündnisse in dieser Woche deutlich, dass sie trotz unterschiedlicher Ansätze gemeinsam ein Zeichen gegen den Aufstieg der AfD setzen wollen. „Wir stehen ein für eine offene, solidarische Gesellschaft, in der alle Menschen sicher und frei leben können“, sagte Christine Brinkmann von Prüf NRW. Man stehe solidarisch an der Seite der Menschen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die sich für die Demokratie vor Ort einsetzten. „Wir lassen nicht zu, dass Hass, Spaltung und rechtsextreme Ideologien die Oberhand gewinnen.“

Anti-AfD-Proteste in Düsseldorf: Alle Infos

Die Demonstration beginnt am Samstag, 12. September, um 14 Uhr am Immermannhof (DGB-Haus, Friedrich-Ebert-Straße 34-38) in unmittelbarer Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs. Von dort soll der Demozug rund zwei Stunden lang zum Rheinpark Golzheim ziehen. Dort ist eine Abschlusskundgebung mit Reden und einem kulturellen Rahmenprogramm geplant. Unter anderem soll der Indie-Rock-Musiker Haller auftreten.

AfD auf Rekordhoch auch in NRW: DSSQ-Sprecher warnt vor den Folgen

Auch mit Blick auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im kommenden Jahr verstehen die Veranstalter die Demonstration als Weckruf. In Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland steht die AfD laut NRW-Trend-Umfrage aus dem Monat Juni beim parteieigenen Höchstwert von 17 Prozent (+2 Prozent).

Nach Wahlerfolgen der AfD rufen mehrere Bündnisse in Düsseldorf zu einer Großdemonstration auf
Unter dem Motto „Kein Schritt zurück! Gegen AfD und rechte Hetze!“ rufen „Prüf NRW“, „Düsseldorf stellt sich quer“ (DSSQ) und der „Düsseldorfer Appell“ am Samstag (14 Uhr) zu einer Großdemonstration auf: (v.l.) Oliver Ingaro (DSSQ), Christine Brinkmann (Prüf NRW) und Superintendent Heinrich Fucks.© NRZ | Jonas Knobel

Oliver Ongaro, Sprecher vom Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“, warnt vor den Folgen eines weiteren Erstarkens der AfD. Die Partei plane einen „schrittweisen Umbau der Institutionen des demokratischen Staates“. Gleichzeitig reichten Appelle gegen die AfD allein nicht aus, sagte er mit Blick auf deren Stärke im Ruhrgebiet. Umso wichtiger sei es, dass ein breites Bündnis gemeinsam auf die Straße gehe.

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Dabei verfolgen die drei Veranstalter durchaus unterschiedliche Ansätze. „Düsseldorf stellt sich quer“ setzt nach eigenen Angaben darauf, den Einfluss der AfD zurückzudrängen und Auftritte der Partei zu verhindern. Prüf NRW setzt sich für eine verfassungsrechtliche Prüfung der AfD ein. Der „Düsseldorfer Appell“ ist dagegen stärker in den politischen und kulturellen Institutionen der Stadt verankert und engagiert sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Dass die unterschiedlichen Positionen innerhalb eines solchen breiten Bündnisses nicht immer zusammenzubringen sind, räumt auch Ongaro ein. Gerade diese Unterschiede müssten jedoch in einer offenen Gesellschaft ausgehalten und diskutiert werden können. Das Recht dazu wolle man mit Demonstrationen wie der am Samstag verteidigen.

Anti-AfD-Proteste in Düsseldorf: „Düsseldorfer Appell fordert“ mehr Hausbesuche bei AfD-Wählern

Doch auch die Veranstalter selbst sehen in Protesten nicht die alleinige Antwort auf das Erstarken der AfD. Heinrich Fucks vom Düsseldorfer Appell verwies auf die vielen Hausbesuche der Grünen Jugend, mit denen in Sachsen-Anhalt vor der Wahl 30.000 Menschen erreicht worden seien. 

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Solche direkten Gespräche müssten auch in NRW wieder stärker geführt werden, sagte Fucks mit Blick auf die Landtagswahl 2027. Gerade Menschen, die frustriert oder vereinsamt seien, erreiche man nicht allein über Demonstrationen und soziale Medien. Auch die Arbeit in Vereinen und anderen lokalen Strukturen sei wichtig.

Anti-AfD-Proteste in Düsseldorf: So will das Bündnis Vereinen aus Sachsen-Anhalt helfen

Im Vorfeld der Demo sei im Bündnis auch darüber diskutiert worden, wie man konkrete Solidarität organisieren könnte. So steht laut Ongaro etwa die Idee im Raum, Vereinen in Sachsen-Anhalt im Falle einer AfD-Regierungsbeteiligung Unterstützung anzubieten. Denkbar sei etwa, dass Organisationen ihren Sitz zeitweise ins Düsseldorfer Zakk verlegen könnten.

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Dennoch betont Brinkmann, dass Demonstrationen für die Teilnehmer auch über den eigentlichen Protest hinaus eine Funktion hätten. Immer wieder erlebe sie, wie besorgte Menschen dort „Kraft tanken“, um anschließend in ihren Vereinen, Nachbarschaften oder Gemeinden weiterzuarbeiten.