Mit einem massiven Aufgebot war die Polizei in der Silvesternacht in Duisburg unterwegs. Schon am frühen Mittwochabend waren viele Einsatzkräfte und Wagen in der ganzen Stadt zu sehen. Hochfeld stand dabei besonders im Fokus.

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Um kurz nach 20 Uhr ist die Polizei mit mehreren Wagen im Bereich der Hochfelder Pauluskirche angerückt. Eingreifen mussten die Beamten zunächst aber kaum, ein paar Menschen böllerten friedlich, ansonsten war die Lage ruhig – beinahe. Einige Jugendliche versuchten zu provozieren, doch ihr halbstarkes Gebaren lief ins Leere. Eine Straßenbahn stoppte an der Pauluskirche und fuhr ohne besondere Vorkommnisse weiter, der Sicherheitsdienst hielt trotzdem die Augen offen.

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Silvesternacht nimmt in Duisburg spät Fahrt auf

Später nahm die Silvesternacht Fahrt auf, wie Feuerwehr und Polizei am Donnerstagmittag mitteilen. Überwiegend mussten die Feuerwehrleute Kleinbrände, darunter Vegetationsbrände und Müllbehälter löschen.

In Marxloh allerdings brannte gegen 0.10 Uhr der Keller eines Brautmodengeschäfts an der Kaiser-Wilhelm-Straße, die Einsatzkräfte konnten das Feuer aber zügig löschen. Die Polizei musste anrücken, weil sich Schaulustige vor dem Ladenlokal versammelten. Außerdem kam es zu mehreren Balkonbränden. In allen Fällen konnte die Feuerwehr verhindern, dass das Feuer auf angrenzende Wohnungen oder Gebäude übergriff. Gegen 0.30 Uhr brannte auf der Weseler Straße in Marxloh ein E-Scooter.

In Beeck brannte eine Laube „in voller Ausdehnung“, Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Außerdem brannte ein Auto, es wurde dabei vollständig zerstört.

Silvester in Duisburg: Böller explodiert in der Hand

Der Rettungsdienst der Feuerwehr musste 183 Mal ausrücken, sechs dieser Einsätze sind auf „unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern“ zurückzuführen. In einem besonders schweren Fall verletzte sich ein Mensch, weil ein Böller in seiner Hand explodierte. An der Hand erlitt er „erhebliche Verletzungen“, auch im Gesicht wurde er verletzt.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei der Jahreswechsel 2025/26 „aus polizeilicher Sicht vergleichsweise ruhig verlaufen“. Gerade an der Pauluskirche in Hochfeld sei das Konzept einer Mischung aus Kräften in Uniform und in Zivil in Verbindung mit der Videobeobachtunganlage aufgegangen.

Trotzdem hatten die Polizeikräfte auch in diesem Jahr genug zu tun, 371 Einsätze gab es insgesamt. 32 Einsätze wegen Ruhestörungen fuhren die Beamten, 46 Stück wegen des vermeintlich unsachgemäßen Gebrauchs von Feuerwerk. So kontrollierten die Beamten gegen 0.05 Uhr einen 25-Jährigen am Hochemmericher Markt und fanden mehrere erlaubnispflichtige, nicht frei verkäufliche Feuerwerkskörper. Der Mann bekam eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Homberg: Mann schießt mit Schreckschusswaffe in die Luft

Die Polizei musste sich auch mit einigen Fällen des illegalen Gebrauchs einer Schreckschusswaffe beschäftigen. Gegen 22.50 Uhr zum Beispiel schoss ein 44-Jähriger im Bereich der Eberhardstraße in Homberg mit einer PTB-Waffe (Schreckschusswaffe) in die Luft. Die Beamten stellten die Waffe sicher und schrieben eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Die Polizei wurde außerdem zu mehreren Einsätzen wegen Körperverletzung gerufen. In 24 Fällen erteilten die Beamten Platzverweise, acht Personen kamen ins Polizeigewahrsam, weil sie aggressiv waren oder den Platzverweisen nicht nachkamen.

Problemviertel Hochfeld rund um die Pauluskirche in Duisburg
Sicher ist sicher: Einsatzkräfte passten in Hochfeld auf, auch wenn der Abend ganz ruhig begann.© FUNKE Foto Services | Frank Oppitz

In Hochfeld hatte es sogar schon vor Silvester gekracht: Jugendgruppen bewarfen Bahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) am Abend des 29. Dezembers mit Böllern. Die DVG stellte daraufhin den Verkehr durch den Stadtteil ein. Nicht zum ersten Mal. Zu Halloween und Silvester kam es an der Wanheimer Straße in den vergangen Jahren mehrfach zu massiven Krawallen.

Videobeobachtung in Duisburg-Hochfeld installiert

Deshalb hat die Polizei hier bereits am Dienstagvormittag eine Videobeobachtung installiert. Der Anhänger mit ausfahrbarem Teleskop-Kamerasystem wurde vor der Pauluskirche platziert. Speziell geschultes Personal sichtete in der Leitstelle die Aufnahmen. An der Kreuzung Wanheimer Straße/Rheinhauser Straße waren Polizistinnen und Polizisten unübersehbar postiert. Auch die DVG und die Stadt waren mit Kräften vor Ort.

Aber nicht nur in Hochfeld zeigten die Behörden Präsenz. Sie wollten in den Stadtteilen vor allem auf die Orte achten, an denen traditionell große Menschenansammlungen zusammenkommen – etwa am Bürgermeister-Bongartz-Platz an den Weißen Riesen und dem Hamborner Altmarkt.

In Hochheide hatte es ebenfalls schon an mehreren Tagen vor Silvester tüchtig geknallt. Am Dienstagabend rückte die Feuerwehr bereits zweimal an. Unter anderem brannte ein Container am Bongartz-Platz. Anwohner berichten, dass hier am Silvesterabend, wie in Hochfeld, gegen 20 Uhr mehrere Einsatzwagen anrückten.

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Duisburg hat eine Feuerwerksverbotszone.© Funke | Anna Stais

Eine Feuerwerksverbotszone gab es in Duisburg auch. Die Stadt hat zum zweiten Mal das Böllern rund um den Zoo verboten. So dürfen vom 31. Dezember, 0 Uhr, bis 1. Januar, 23.59 Uhr, keine pyrotechnischen Gegenstände der Kategorie 2 in einem Radius von 100 Metern um den Tierpark und im Bereich des Kaiserbergs abgebrannt werden.