In der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel galten an den Bahnhöfen in NRW strengere Regeln als sonst. Vom 17. November 2025 bis zum 1. Januar 2026 durften Reisende keine „gefährlichen Gegenstände“ im Gepäck haben. Das können alle Arten von Waffen sein, aber auch Dinge, die als solche eingesetzt werden können, beispielsweise Werkzeug.

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Die Verbote sollten laut Bundespolizei NRW die Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten und an Silvester erhöhen und Gefahren frühzeitig abwenden. Die Behörde stellt nun in ihrer Bilanz fest: In Duisburg wurden mit die meisten verbotenen Gegenstände gefunden. Auch welche Gegenstände am Hauptbahnhof gefunden wurden, gibt die Bundespolizei auf Nachfrage der Redaktion bekannt.

Duisburg: Besonders häufig fanden die Bundespolizisten Messer

Insgesamt 53 gefährliche Gegenstände zogen die Beamtinnen und Beamten in dem sechswöchigen Zeitraum in Duisburg aus dem Verkehr. Besonders häufig fanden sie Messer, darunter Taschenmesser sowie ein Küchenmesser. Aber auch fünf der verbotenen Einhandmesser stellten die Einsatzkräfte sicher. Sie sind laut Bundespolizei-Sprecher Armin Roggon besonders gefährlich, weil sie „heimtückisch eingesetzt“ werden können.

Fast genauso häufig fanden die Bundespolizistinnen und -polizisten Tierabwehr- und Pfefferspray. Die Sprays können sich laut Armin Roggon in ihrer Zusammensetzung leicht unterscheiden. Der größte Unterschied sei aber: Für Pfefferspray brauchen Nutzende einen Kleinen Waffenschein, für Tierabwehrspray nicht. Beide Varianten gelten aber als „gefährliche Gegenstände“ und waren in der Vorweihnachtszeit und an Silvester an den Bahnhöfen verboten.

Von Luftgewehr bis Hammer: Beamte finden außergewöhnliche Waffen

Weiterhin fanden die Bundespolizistinnen und -polizisten bei Personenkontrollen einen Teleskopschlagstock, eine Rasierklinge und einen Hammer. Außerdem stellten sie einen Kubotan sicher, eine stiftähnliche Waffe, die zur Selbstverteidigung entwickelt wurde. Auch ein Luftgewehr stellten die Beamten sicher sowie ein Paar Quarzhandschuhe. Diese verstärken Faustschläge und machen sie so schwerwiegender.

In der Silvesternacht sei der Bundespolizei in Duisburg laut Sprecher Armin Roggon bezüglich verbotener Gegenstände „kein außergewöhnlicher Fall“ untergekommen. Fünf mögliche Waffen hätten seine Kolleginnen und Kollegen sichergestellt, darunter ein Messer. Trotzdem kam es in der Nacht zu einer schweren Gewalttat am Duisburger Hauptbahnhof: Ein 39-Jähriger hat mutmaßlich einen 67-jährigen Mann erwürgt. Beide Männer sollen obdachlos gewesen sein.

NRW: Bundespolizei findet vor allem Messer

In ganz NRW stellte die Bundespolizei zwischen dem 17. November 2025 und Neujahr 358 Verstöße gegen die Sonderregelung fest. In den meisten Fällen (212) entdeckten die Polizistinnen und Polizisten Messer; am zweithäufigsten Abwehrsprays (110). Bis zum 30. Dezember fanden sie bei Personenkontrollen 25 Schlagstöcke und -ringe. In der Silvesternacht stellten sie drei Schreckschusswaffen sicher.

Die Bundespolizei NRW ist zufrieden mit den temporären Verboten. Sie hätten sich als „Instrument der Gefahrenabwehr bewährt“ und sollen auch in Zukunft eingesetzt werden.