Besucherinnen und Besucher können sich künftig auf eine Neuheit im Zoo Duisburg freuen. In der Unterwasserwelt entsteht derzeit ein farbenprächtiges Korallenriff. Seit Wochen arbeitet der Zoo an dem aufwendigen Projekt.

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„Wir arbeiten schon seit vielen Wochen an dem Korallenriff. Das ist ein langer Prozess, bei dem nach und nach Korallen eingesetzt werden“, sagt Zoosprecher Christian Schreiner. Ein Korallenriff entstehe nicht über Nacht – und sei eigentlich auch nie ganz fertig.
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Zoo Duisburg: Neues Riff nach Instandhaltung des Beckens
Der Weg zum neuen Riff begann mit Instandhaltungsmaßnahmen. „Dafür musste das Becken abgelassen werden. Unsere Tiere wurden an verschiedene zoologische Gärten gegeben“, sagt Schreiner. Nachdem das Wasser abgelassen war, folgte echte Handarbeit: Jeder einzelne Stein sowie der Sand wurden aus dem Becken geholt.
Nach der Instandhaltung wurde der neue Boden eingesetzt, anschließend eine Unterkonstruktion für das Riff geschaffen. Mit sogenanntem Meeresgestein – auch „tote Steine“ genannt – entstand schließlich die neue Riffstruktur. Danach wurde das Becken mit rund 20.000 Litern Salzwasser befüllt.
„Das Salzwasser rühren wir hier im Zoo selbst an“, erklärt Schreiner. Dieses Salzwasser sei sogar reiner als natürliches Meerwasser. Anschließend wurden die biologischen Filter sowie die Tiere eingesetzt.
Spezieller Kleber sorgt für sicheren Halt beim Riffbau im Aquarium
Der aufwendigste Schritt beim Bau des Riffs ist das Kneten des Korallenklebers. „Dieser wird zuerst durchgeknetet, dadurch bekommt er seine Klebeeigenschaft. Der hat dann eine Konsistenz wie Kaugummi“, erklärt Schreiner.
Ist die Masse vorbereitet, wird sie von unten an den Fuß der Koralle gesetzt. „Dann wird die neue Koralle auf die Riffstruktur gesetzt. Das Einsetzen der Koralle kommt ganz zum Schluss“, so der Zoosprecher. „Der Kleber ist auch nicht schädlich für das Wasser oder andere Meeresbewohner.“ Beim Aushärten wird er warm – und hält dann dauerhaft.
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Great Barrier Reef als Vorbild für neues Korallenriff im Zoo Duisburg
Das neue Becken in Duisburg orientiert sich am berühmten Great Barrier Reef in Australien. „Wir haben einen kleinen Ausschnitt der Tiere, die dort leben“, sagt Christian Schreiner. Dazu zählen Clownfische, Kaiserfische, Lippfische und Kardinalbarsche. Auch Garnelen sind neu im Becken. „Das sind alles Nachzuchten aus verschiedenen Einrichtungen.“
Einen wichtigen Beitrag zum Neustart leistete unter anderem der Burger’s Zoo in Arnheim. Der niederländische Zoo schickte Anfang Februar 43 selbst gezüchtete Korallenkolonien, 25 Kardinalbarsche sowie acht Schwalbenschwanz-Riffbarsche in die Unterwasserwelt in Duisburg.

Der Burger‘s Zoo hat das größte Korallenriffaquarium Europas. Die Weitergabe der Nachzuchten gehört zum gelebten Artenschutz. Korallen stehen weltweit unter Druck – etwa durch Klimawandel und Umweltverschmutzung. Doch sie können sich auch untereinander gefährlich werden.
Korallenriff im Zoo Duisburg: Lebensraum entwickelt sich ständig weiter
Die Korallen im Burger’s Zoo wachsen schnell und stehen somit untereinander im Wettbewerb um optimale Lichtverhältnisse und einen Platz auf dem Riff. Daher kann es zu sogenannten „chemischen Kriegen“ – bei denen sie versuchen, sich gegenseitig mit Giftstoffen zu schädigen – kommen.
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Außerdem können schnell wachsende Arten langsam wachsende Korallen überwuchern. Um Konflikte oder Überwucherungen zu vermeiden, entnehmen Tierpfleger des Burger’s Zoo Teile der Korallenkolonien und verteilen sie an Partnerzoos und öffentliche Aquarien in ganz Europa.
Schon jetzt kann das neue Korallenriff im Zoo Duisburg betrachtet werden. Es werden dabei immer wieder kleine Veränderungen zu beobachten sein. „Ein Korallenriff ist nie fertig“, erklärt Christian Schreiner. „Das ist ein dynamischer Lebensraum, an dem man immer arbeitet. Korallen wachsen zwar langsam, aber sie wachsen immer.“







