Über den Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzug rollen an Werktagen im Schnitt etwa 25.000 Fahrzeuge. Auf all die Pendler und Lkw-Fahrer, aber auch auf Schüler, Radfahrer und Passagiere der DVG kommen nach den Osterferien anstrengende Wochen zu: Duisburgs wichtigste innerstädtische Brücke wird, wie berichtet, für sieben Wochen komplett gesperrt. Die Verbindung zwischen Ruhrort und Kaßlerfeld wird Auto-, Lkw- und Radfahrern sowie Fußgängern von Freitag, 17. April (abends), bis Freitag, 5. Juni, nicht zur Verfügung stehen, weil die neuen Brückenbauwerke in ihre endgültige Lage verschoben werden. Die Sperrung für die Straßenbahnlinie 901 der DVG dauert sogar zwölf Wochen, bis zum 10. Juli. Nun hat die Stadt die offiziellen Umleitungen bekannt gegeben:

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Dauerstau werden diese Empfehlungen nicht verhindern können. Im Gegenteil: Es droht erneut Verkehrschaos im Umfeld der Großbaustelle und auf den wenigen innerstädtischen Ausweichstrecken – so wie im Herbst 2023, als der Lehr-Brückenzug fast drei Monate gesperrt war. Damals wurden die neuen Brücken über die Ruhr und den Hafenkanal ans Straßennetz angeschlossen. Wer der ohnehin überlasteten Berliner Brücke (A59) als Autofahrer ausweichen wollte, geriet auf der Aakerfährbrücke in Duissern in die nächste Staufalle. Erschwerend kam seinerzeit hinzu, dass die Schwanentorbrücke ebenfalls gesperrt war, die A40 ebenfalls zeitweise.

Vollsperrung OB-Karl-Lehr-Brückenzug: Umleitung für Radfahrer länger als 2023
Ähnliches Verkehrschaos droht demnächst erneut: Denn die Zahl der Ruhrbrücken hat sich seit 2023 nicht erhöht (siehe Infobox), und auf dem Berliner-Brückenzug sind noch mehr Fahrzeuge als damals unterwegs, weil die A59 vielen Ortskundigen und Fernfahrern als Ausweichroute vorbei an der Kaiserberg-Baustelle (A3) dient. Die offizielle Umleitung der städtischen Verkehrslenkung für Pkw und Lkw ist mangels Alternativen dieselbe wie vor zweieinhalb Jahren. Für Radfahrer wird der Weg sogar noch länger. Viele Anwohner in Meiderich trifft die Sperrung doppelt: Die Umleitungen für Lkw führen durch Wohngebiete wie die Ratingsee-Siedlung.
Umleitung für den Autoverkehr:
Auf dem Weg von der Innenstadt nach Ruhrort sollen Autofahrer und Fahrer motorisierter Zweiräder wieder über Ruhrdeich, Emmericher Straße (Aakerfährbrücke), Westender Straße, Bahnhofstraße, Bürgermeister-Pütz-Straße und Am Nordhafen fahren (siehe Karte). Lange Abschnitte dieser Route gerieten 2023 zum Stresstest, auf der Emmericher Straße ging im Berufsverkehr 2023 oft nichts mehr vorwärts.
Umleitung für Lastwagen:
Lkw-Fahrer sollen in Meiderich erneut Autofahrern die direkteste Verbindung – die Bürgermeister-Pütz-Straße – überlassen. Stattdessen sollen die Lastwagen einen Bogen nach Norden fahren. Ihr Weg von der Bahnhofstraße nach Ruhrort soll über Auf dem Damm, Biesenstraße, Baustraße und die Vohwinkelstraße führen. Das bedeutet für viele Bewohner Meiderichs mehr Lärm, Abgase und Gefahren im Straßenverkehr (siehe Karte).
Auf der Facebook-Seite der Stadt kritisiert Nutzer Andreas Kuklinski: „Die Umleitung für Lkw ist absoluter Mumpitz bei der Streckenführung und den Ampelschaltungen in dem Bereich. Statt über Auf dem Damm sollte man über die Parallelfahrbahn der A59 leiten, welche direkt auf die Umgehung zum Nordhafen führt. Bei einer Anpassung der Ampelschaltung an der Auffahrt und Abfahrt würde man den Verkehr flüssiger halten.“ So könnten auch vier Gefahrenpunkte auf dem Bogen umgangen werden, meint Kuklinski: „Übrigens ist sowohl Biesenstraße als auch Auf dem Damm mit den Bussen der DVG schon im normalen Verkehr hier und da sehr sportlich. Wenn dann noch Lkw aus beiden Richtungen dazukommen, kollabiert der Verkehr in Meiderich ganz flott.“
Umleitung für Radfahrende
2023 konnten die Radler noch über Ruhrwehr, Pontwert und Kiffward abkürzen, das geht diesmal wegen der Sperrung des Ruhrwehrs nicht. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Westdeutsche Kanäle hat den Wehrsteg über die Ruhr wegen Sanierungs- und Grundinstandsetzungsmaßnahmen für den Rad- und Fußgängerverkehr gesperrt. Darum schickt die Stadt die Radfahrenden ebenfalls über die Aakerfährbrücke und die Emmericher Straße, dann aber nicht über die Westender Straße: Die Abkürzung führt über Sympherstraße und Gerrickstraße, ehe es (wie für Autofahrer) über Bürgermeister-Pütz-Straße und Am Nordhafen nach Ruhrort geht.
Umleitung für Fußgänger
Fußgängern empfiehlt die Stadt „aufgrund der weiten Umleitungsstrecke“ den Schienenersatzverkehr für die DVG-Linie 901. Shuttle-Busse sollen zwischen den 901-Haltestellen Scholtenhofstraße (in Laar) und dem Meidericher Bahnhof verkehren, wo der Umstieg auf die Linien 903 und U79 Richtung Innenstadt möglich ist. Mehr zum Ersatzkonzept der DVG lesen Sie hier.
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Verkehrsführung am Kaßlerfelder Kreisel
Für den Anschluss der neuen Ruhrbrücke an den Kreisverkehr Kaßlerfeld muss der Kreisel laut Stadt halbseitig gesperrt werden. Dies bedeutet, dass Fahrerinnen und Fahrer vom „Ruhrdeich“ kommend im Bereich des Kreisverkehrs nur geradeaus in Richtung „Am Brink“ fahren können. Ein Abbiegen Richtung Innenstadt/Kaßlerfeld ist nicht möglich. Eine Umleitung wird über die Max-Peters-Straße ausgeschildert. Von „Am Brink“ kommend kann man in Richtung Innenstadt und der Straße „Ruhrdeich“ fahren. Von der Innenstadt kommend ist nur ein Rechtsabbiegen auf die Straße „Ruhrdeich“ möglich.
Duisburger Ruhrbrücken
In Duisburg gibt es vier Straßenbrücken über die Ruhr (von West nach Ost):
Der Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzug ist die letzte Brücke vor der Ruhrmündung. Die innerstädtische Verbindung zwischen Ruhrort und Kaßlerfeld wird auch von vielen Lkw Richtung Hafen genutzt. Die neue Brücke führt zwei Spuren in jede Richtung und zwei Straßenbahngleise.
Die größte Ruhrbrücke ist der marode Berliner Brückenzug mit nur zwei Fahrspuren pro Richtung. Die A59 ist im Berufsverkehr chronisch verstopft, auch weil sie als Ausweichstrecke um die Großbaustelle Kreuz Kaiserberg (A3/A40) beliebt ist. Der Neubau bekommt acht Fahrspuren.
Die einzige innerstädtische Alternative für Autofahrer ist die Aakerfährbrücke. Die vierspurige Straßenbrücke verbindet Duissern und Meiderich (Emmericher Straße) im Osten des Stadtgebiets.
Auch die A3 führt über die Ruhr. Die Anschlussstelle Oberhausen-Lirich und das Kreuz Kaiserberg (A3/A40) oder die Anschlussstelle Wedau wären als Ausweichroute für viele geeignet – wäre da nicht die Großbaustelle im Spaghettiknoten, die für Rekordstaus sorgt.
Außerdem führt ganz im Osten die Kolkerhofbrücke (Straße Schwiesenkamp) über den Ruhrschifffahrtskanal nach Mülheim). Neben der A3 liegt die Quakenbrücker Eisenbahnbrücke. Der Fuß- und Radweg über das Ruhrwehr ist weiter wegen Bauarbeiten gesperrt. Ansonsten ginge es über die nördlich davon liegende Schleusenbrücke weiter zum Pontwert.
Der 2000 eröffnete Stadtbahntunnel zwischen Duissern und Meiderich verläuft am tiefsten Punkt 30 Meter unter der Ruhr.





