Das Eigenzeit-Festival für zeitgenössische Kammermusik, das die Duisburger Philharmoniker zum sechsten Mal veranstalten, geht in die nächste Runde. Ab Donnerstag, 30. April, steht wieder „Musik von Jetzt“ im Mittelpunkt. Diesmal widmen sich die Macherinnen und Macher der indischen Musik und Kultur – „so weit, vielfältig und vielschichtig wie der Subkontinent selbst“. Die Veranstaltungen finden nicht nur in klassischen Konzertsälen statt.

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Das Festival beginnt am 30. April im Lehmbruck Museum. Die Tänzerin und Forscherin Bijayini Satpathy präsentiert ihr Programm „Transcending Gender and Self in Odissi Dance“. Mit Vorträgen und Tanzbeispielen erklärt sie die Tanzform Odissi, die Geschlechterrollen verschwimmen lässt.

Indische Tanzperformance und Tango-Milonga bei Duisburger „Eigenzeit“

Kamalini Mukherji ist die Kuratorin des Duisburger Eigenzeit-Festivals. Gemeinsam mit Philharmoniker-Intendant Nils Szczepanski hat sie das indisch-europäische Programm auf die Beine gestellt (Archivbild).
Kamalini Mukherji ist die Kuratorin des Duisburger Eigenzeit-Festivals. Gemeinsam mit Philharmoniker-Intendant Nils Szczepanski hat sie das indisch-europäische Programm auf die Beine gestellt (Archivbild).© FUNKE Foto Services | Gerd Wallhorn

Am Samstag, 2. Mai, um 19.30 Uhr folgt in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg Nord mit „Faszination Odissi“ eine abendfüllende Tanzperformance. In einem zweiteiligen Programm entfaltet Bijayini Satpathy die Ausdrucksvielfalt des Odissi und verbindet klassische Formen mit einer zeitgenössischen künstlerischen Handschrift. Die Sängerin und Festival-Kuratorin Kamalini Mukherji eröffnet den Abend mit Liedern von Rabindranath Tagore und kehrt später für eine gemeinsame Szene auf die Bühne zurück.

Am 3. Mai folgt im Filmforum der „Indische Filmtag“. Über die Leinwand flimmern der Klassiker „Charulata – Die einsame Frau“ von Regisseur und Oscargewinner Satyajit Ray und der 2024er-Erfolgsfilm „All We Imagine As Light“ von Payal Kapadia, der das Leben von Frauen der indischen Arbeiterklasse nachzeichnet.

Mitten im Eigenzeit-Festival führt ein besonderer Weg von Duisburg nach Venedig: Am 5. Mai eröffnet eine Formation um den Tabla-Meister und Komponisten Bickram Ghosh den indischen Pavillon der Biennale in Venedig – kuratiert von Ghosh selbst. Zurück in Duisburg sind er und weitere Festivalgäste dann in zwei Konzerten zu erleben. Am Sonntag, 10. Mai, um 19 Uhr steht in der Philharmonie Mercatorhalle „One Beat, One World“ auf dem Programm – eine kraftvolle und vielschichtige Musikshow, die Rhythmus ins Zentrum stellt.

Im Anschluss verwandelt sich das Foyer ab 21 Uhr in einen offenen Tanzraum: Bei einer Live-Milonga treffen Tango-Musik und -Tanz auf das Publikum. Der argentinische Sänger Alejandro Guyot und sein Ensemble gestalten den musikalischen Rahmen, während die Tänzer Rocío Lequio und Bruno Tombari Einblicke in die lebendige Tangokultur von Buenos Aires geben – offen für alle, die zuhören, zuschauen oder selbst tanzen möchten.

Bengalisches Fingerfood wird im „Bora“ serviert

Ein weiterer Höhepunkt folgt am Mittwoch, 13. Mai, um 19.30 Uhr in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord mit der „Tagore Song Night“. Festival-Kuratorin Kamalini Mukherji widmet sich an diesem Abend dem musikalischen Werk von Rabindranath Tagore. Dessen Lieder – bekannt als Rabindra Sangeet – verbinden Poesie, Philosophie und Musik zu einer eigenständigen künstlerischen Form, die bis heute nachwirkt. Gemeinsam mit einem hochkarätig besetzten Ensemble bringt Kamalini Mukherji diese Werke in Duisburg zum Klingen.

Am 16. Mai geht’s ins Restaurant. Dann steigt im Bora am Dellplatz nämlich das „Bengali Food Quartett“ und widmet sich der reichen Esskultur Bengalens. Nicht nur theoretisch übrigens: Für das Publikum gibt es Gewürze zum Riechen und bengalisches Fingerfood zum Probieren. Musikalisch geht der Abend mit einer „Jugalbandi“ weiter, einem „Duett der Gleichgestellten“ – das sind in diesem Fall Indrajit Roy-Chowdhury (Sitar) und Swarnendu Mandal (Sarod), begleitet von Sanjib Pal (Tabla).

Am 17. Mai folgen die „East-Western Seasons“ im Steinhof Duisburg, ein indisch-europäischer Abend rund um die Jahreszeiten. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung von Gordon Hamilton, zu hören gibt es Auszüge aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Durchsetzt werden die Auszüge mit Kala Ramnaths Werk „Indian Seasons“ – von denen es übrigens sechs statt nur die bekannten Frühling, Sommer, Herbst und Winter gibt.

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Ein regelrechtes Happening wartet am 19. Mai in der Liebfrauenkirche. Dann bringt die Sängerin, Tänzerin und Lehrerin Parvathy Baul dem Duisburger Publikum die Baul-Bewegung nahe – zumindest den Besuchern, die nicht ohnehin schon im Bilde sind, denn Parvathy Baul, die 2017 in Westbengalen ihren eigenen Ashram gründete, hat auch in Deutschland eine große Anhängerschaft.

Das Finale der Eigenzeit steigt am 22. Mai mit „Day and Night“. Auf das Publikum wartet eine musikalische Reise vom frühen Morgen bis in die Nacht, mit Liedern von Rabindranath Tagore und Musik von David Bruce, mit Kamalini Mukherji und „Artist in Residence“ Avi Avital und vielen weiteren Gastmusikern. Beginn der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr.

Weitere Infos und Tickets

Mehr Informationen über die einzelnen Programmpunkte der „Eigenzeit“ gibt es im Internet unter duisburger-philharmoniker.de. Dort können auch die Karten für die Konzerte und Shows gekauft werden.

Einzige Ausnahme ist der „Indische Filmtag“: Die Karten gibt es direkt unter www.filmforum.de, sie kosten für „Charulata“ und „All We Imagine As Light“ jeweils acht Euro.