Die Duisburger Punkband „Dödelhaie“ geht mit ihrem Song „Manchmal denke ich an Holland“ viral. Ganz ohne Promo oder Budget. Erschienen ist das Video am 17. Mai, nach drei Tagen hatte es schon 300.000 Klicks. Mittlerweile steuern die Klickzahlen auf die halbe Million zu.

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Darum geht’s in dem Musikvideo: Auf zynische Weise besingen die vier Punks aus Duisburg den Untergang unseres Nachbarlandes. Zu Beginn zeigt das Video Bilder aus einem idyllischen Holland der 70er-Jahre, dazu läuft Rudi Carrells „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“. Dann schwingt die Stimmung um: Deiche brechen, Städte und Felder werden überflutet.
Punkband aus Duisburg will auf den Klimawandel aufmerksam machen
Zeitsprung: Im Kutter fahren die Dödelhaie über das Meer, da, wo früher mal die Niederlande waren – „dumm nur, dass hier vor ein paar Jahren viel mehr zu sehen war als das Meer“, heißt es im Text. Zwischendurch sind mitten im Wasser die Ruinen einer Windmühle zu sehen. „Wir haben das natürlich total überspitzt dargestellt“, erzählt Andy Kulosa, Sänger und Bassist der Band.
Das machen die Dödelhaie nicht etwa, weil sie die Niederlande nicht mögen, ganz im Gegenteil: „Wir haben in Holland unsere erste Platte aufgenommen. Es wäre sehr schade, wenn es das nicht mehr geben würde“, sagt Andy.
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Nach Corona: Klimawandel ist in den Hintergrund gerückt
Der Grund für das Video ist ein anderer: „Wir waren total genervt davon, dass die gesamte Klimaproblematik in den Hintergrund geraten ist.“ Entstanden ist das Video nämlich schon 2022, also während der Coronakrise. Zuvor freute sich die Band noch über die Klimastreiks von Fridays for Future – aber mit der Pandemie war es damit vorbei.
Dann standen andere Dinge im Vordergrund: Wirtschaftskrise, diverse Kriege – „auch alles wichtig“, findet Andy. Aber: „Wenn du die Grundlage nicht hast, also das richtige Klima, dann bringt auch alles andere nichts.“
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Der Klimawandel jedenfalls schaffte es nicht mehr so richtig zurück ins Bewusstsein der Menschen, zumindest nicht in dem Ausmaß, wie es nötig gewesen wäre. „Die Menschen kommen nicht mehr zurück in die wichtige Normalität, nach Corona hat sich vieles ins Negative verändert“, findet Andy. Unter anderem deswegen sei jetzt der richtige Moment gekommen, das Video zu veröffentlichen. „Das Stück ist brisanter als jemals zuvor.“
Erfolg ist für die Dödelhaie „surreal“
Mit so großem Erfolg haben die Dödelhaie, die es schon seit 1985 gibt, aber nicht gerechnet. „Wir dachten, das ist ’ne Nische. Aber es scheinen sich viel mehr Leute mit dem Thema zu beschäftigen.“ Die hohen Klickzahlen sind für die vier Musiker „surreal“.
Und paradoxerweise hat die Band einen Teil des Erfolgs auch den Klimawandelleugnern zu verdanken. „Die teilen das in ihren Gruppen und kommentieren, das ist natürlich gut für den Algorithmus“, freut sich Andy.

Das Video haben die Dödelhaie größtenteils in Ostfriesland gedreht, Andys Wahlheimat – nach Duisburg kommt er trotzdem pflichtbewusst jeden Montag zur Bandprobe. Tief in die Tasche greifen mussten sie dafür nicht, vieles an Expertise bringen sie selbst oder Freunde und Bekannte mit, auch KI kam zum Einsatz. „Insgesamt waren das wohl nicht mehr als 5000 Euro.“ Das teuerste sei das Regenstudio gewesen. Das liegt übrigens kurz vor der holländischen Grenze.







