Altine Emini ist das mit Abstand begehrteste Motiv bei den Fotografen auf der Bassinbrücke. Sie lehnt sich an den Zaun, lächelt mal in die Kameras, verschränkt mal die Arme und schaut ernst. „Dat is Duisburch“, sagt Emini mit Blick auf den Zaun, der die rustikale Atmosphäre auf der Brücke in Ruhrort unterstreicht.

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Sie muss es wissen: In Duisburg war Emini in ihrer Kindheit und Jugend zu Hause, ihre Eltern wohnen heute noch hier. In diesem Jahr ist die 32-Jährige beruflich zurück in der Stadt: als Teamassistentin in der ARD-Vorabendserie WaPo Duisburg. „Ich habe in meinen ‚jüngeren Jahren‘ immer davon geträumt, Schauspielerin zu sein und in Filmen oder in Serien mitzuwirken“, erklärt Emini. „Dass das jetzt der Fall ist und das auch noch in Duisburg: Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen.“

Neu im WaPo-Team: Emini wuchs mit ihren sechs Geschwistern in Duisburg-Marxloh auf

Der Weg dahin war nicht immer leicht. Mit ihrer Familie floh Emini in ihrer Kindheit vor dem Kosovokrieg. Kurz nach ihrem sechsten Geburtstag kam sie nach Duisburg und wuchs als eines von insgesamt sieben Geschwistern in Marxloh auf.

Die Familie hatte zunächst einen „Geflüchtetenstatus“, wie Emini erklärt. Zuerst lebten sie in einer Flüchtlingsunterkunft, „dann in so einem Bunker“, erklärt die Schauspielerin. „So sind wir immer wieder eine Stufe aufgestiegen, was unseren Lebensstandard betrifft.“ Die Anfangszeit in Deutschland aber sei „ein bisschen schwierig“ gewesen. Emini konnte nur gebrochen Deutsch, musste die Sprache zunächst lernen. „Und irgendwie schauen, dass ich eine Ausdrucksform finde, um zurecht und durch den Schulalltag zu kommen.“

Die Serie WaPo Duisburg wird zur Zeit gedreht
In dieser Szene mal ganz ernst: Altine Emini und Stefko Hanushevsky von der WaPo Duisburg beim Fototermin auf der Bassinbrücke.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Kindheit in Duisburg: Emini spielte mit Freundinnen CSI im Schwelgernpark

Sie kann sich noch gut erinnern an „diesen ständigen Kampf, irgendwo anzukommen“ – aber auch an Nachmittage im Schwelgernpark, wo sie mit Freundinnen CSI spielte und Dinge in den Büschen fand. Es waren offenbar die Vorboten ihrer schauspielerischen Karriere.

Oder an Wintertage, an denen sie auf dem tiefgefrorenen Teich hüpfte und einkrachte. „Bitte nicht nachmachen!“, sagt die 32-Jährige heute und lacht. Insgesamt vier Grundschulen besuchte die heutige Berlinerin in Duisburg – eine pro Schuljahr: Zuerst in Kaßlerfeld, dann in Hochfeld, in Ruhrort und in der vierten Klasse schließlich in Marxloh.

Auf jede Ecke – egal, wo wir drehen. Ob hier unter der Bassinbrücke, am Yachthafen oder auf dem Wasser am Rhein. Jeder Ort in Duisburg ist für mich besonders.

Die Serie WaPo Duisburg wird zur Zeit gedreht
Altine Emini, WaPo-Schauspielerin aus Duisburg

Abitur am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium

In dem Stadtteil ging sie dann auch zur weiterführenden Schule und machte 2013 ihr Abitur am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, bevor ihre Karriere mit dem Schauspielstudium an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main so richtig begann.

13 Jahre später ist die 32-Jährige nun zurück in Duisburg – und ihre Eltern, bei denen sie in der Zeit unterkommt, sind mächtig stolz auf sie. „Sie wollten ja eigentlich nicht aus der Welt herausgerissen werden, in der sie groß geworden sind und uns auf die Welt gebracht haben“, erklärt Emini. „Mit der Flucht wollten sie auch uns ein besseres Leben ermöglichen, in dem wir uns verwirklichen können. Dass sich diese Wünsche und Träume dann so erfüllen wie in meinem Fall, macht sie natürlich stolz. Sie wissen, was das für ein Kampf und für ein langer Weg war.“

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WaPo-Schauspielerin beschreibt Duisburger als „unerschütterlich“

Emini hat ihn erfolgreich bestritten – und fügt sich damit bestens in das Bild ein, das sie von den Menschen in der Stadt hat. „Als unerschütterlich“ beschreibt sie die klassische Duisburgerin und den klassischen Duisburger, „weil uns hier wirklich nichts aus der Bahn wirft. Da kann kommen, was will. Wir stehen immer wieder auf.“

Einen Preis hat sie auch schon abgeräumt: Mit „Player of Ibiza“ – einer fiktiven Mediensatire – holte sie sich im vergangenen Jahr den Grimme-Preis. Bei WaPo Duisburg unterstützt sie nun die Ermittler der Wasserschutzpolizei als Teamassistentin Samira „Sam“ Leka. Als Hobby-Handwerkerin kommt Sam auf die Wache, um sie zu renovieren, weil schon der Putz von der Decke rieselt. Schnell entpuppt sie sich als „IT-Wunderwaffe“, wie die ARD in der Ankündigung zur neuen Staffel schreibt.

Die Serie WaPo Duisburg wird zur Zeit gedreht
Der Cast der fünften Staffel der WaPo Duisburg (von links): Karen Dahmen, Markus John, Timmi Trinks, Altine Emini, Bianca Nawrath und Stefko Hanushevsky. Die Duisburgerin Emini bringt mit ihrer Präsenz und direkten Art Stimmung ins Team.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

ARD-Vorabendserie: Duisburgerin freut sich auf alle Drehorte in der Stadt

Sie trägt gleich zur Lösung des Falles bei und übernimmt schließlich den Job als Teamassistentin. „Durch einen Zufall kommt meine Figur in diese Welt rein. Sie wird gesehen – und das ist für mich besonders, weil sie einen Teil der Gesellschaft repräsentiert, der ganz oft nicht gesehen wird“, erklärt Emini. „Sie bekommt einfach die Möglichkeit, Teil von etwas zu werden, ohne sich irgendwie anbiedern zu müssen.“

In diesem Fall passiere das einfach „durch ihre tollen Fähigkeiten als Computerexpertin“ – eine Rolle, mit der sich Emini offenbar identifizieren kann. Mit ihrer Präsenz und direkten Art belebt Emini das Basecamp spürbar, witzelt mit ihren Arbeitskollegen und fällt mit ihren großen, silbernen Ohrringen auf.

Auf welchen Drehort in Duisburg sie sich am meisten freut? „Auf jede Ecke – egal, wo wir drehen“, sagt Altine Emini. „Ob hier unter der Bassinbrücke, am Yachthafen oder auf dem Wasser am Rhein. Jeder Ort in Duisburg ist für mich besonders.“