Er ist ein Ärgernis – überall. So auch auf dem Schulhof der Liebfrauenschule in Emmerich: achtlos weggeworfener Müll. Selbst den Schülern der Grundschule ist er ein Dorn im Auge, liegt er doch einfach so im Gebüsch oder auch unter den Bänken auf dem Schulhof.

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Sie wissen aber: Manchmal stammen Hinterlassenschaften wie zum Beispiel alte Kaugummis und Essensreste von den eigenen Mitschüler. Kurzum: „Die Müllsituation ist ein großes Problem“, sagt Schulsozialarbeiter Henri Richartz.

24 Schüler tagen im Schülerparlament der Liebfrauenschule

Daher haben sich er und 24 Schüler – je zwei aus allen zwölf Klassen der Grundschule – zusammen gefunden. Zu einem wichtigen Termin: der Sitzung des Schülerparlamentes. Dieses gibt es seit über zwei Jahren an der Liebfrauenschule. Während der strengen Phase der Coronapandemie konnte das Parlament nicht tagen, nun kommt es wieder regelmäßig zusammen.

„Die beiden Klassensprecher der zwölf Klassen unserer Schule sind darin vertreten“, erklärt Schulleiterin Judith Flegel. Sie sind dann das Bindeglied zwischen dem Klassenrat und dem schuleigenen Parlament. „Was natürlich den Stellenwert des Klassensprechers noch einmal aufwertet“, so Flegel.

Schülerparlament tagt nach Bedarf zu verschiedenen Themen des Schulalltags

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Verschiedene Themen stehen auf der Tagesordnung des Schülerparlamentes, das je nach Bedarf tagt. In der jüngsten Sitzung also die Müllsituation. „Und den Müll wegmachen muss dann unser Hausmeister“, sagt Ben in die Runde. „Dabei ist das unser Job“, gibt er zu bedenken. Manche Kinder würden sich ab und an in der Pause eine Müllzange holen und freiwillig sammeln.

Aber: eben nicht konsequent. „Was können wir also insgesamt tun?“, will Richartz wissen. „Wir könnten einen Mülldienst machen“, schlägt Ben vor. Und hat auch noch gleich eine weitere, zündende Idee. „Wir können Zangen und Eimer in unser Spielhaus stellen“. So könnten die Utensilien etwa in den Pausen ausgegeben werden, wie eben sonst auch das Spielzeug.

Schilder und mehr Mülleimer könnten das Problem lösen

Doch auch die Ideen der anderen Kinder sind durchdacht: Schilder und mehr Mülleimer werden gefordert. Welche Maßnahmen ergriffen werden, darüber sich alle nochmal in den Klassen beraten und dann am 4. März im Parlament bei der nächsten eine Entscheidung treffen.

Die dann auch gilt. „Die Kinder lernen durch unser Schülerparlament die demokratischen Strukturen kennen“, nennt Judith Flegel einen Grund, warum die Schule ein solches Parlament hat. Demokratie wird erlebt – und als Erfahrung fürs Leben gelernt.

Schüler am Schulalltag partizipieren lassen

Etwa, dass jemand auch mal eine andere Meinung hat, als man selbst. Und dass wenn man mit dieser allein ist, diese sich auch nicht durchsetzen kann. „Ich finde es aber auch wichtig, dass unsere Kinder wissen, dass ihre Stimme hier gehört wird. Und sie Teil des Ganzen sind“.

Und als dieser dürfen sie eben auch Entscheidungen mittreffen. Eben auch darüber, wie man dem Müllproblem Herr wird. Ebenso hat das Schülerparlament auch darüber beraten, welche neuen Spielgeräte angeschafft werden. „Und wenn es um unseren Schulneubau gehen wird, ist sicherlich auch das Schülerparlament mit im Boot“, so Flegel.

Vertreter tragen Themen auch in die Klasse hinein

Ganz wichtig dabei. Es gibt natürlich auch eine Rückkopplung zur eigenen Klasse, wo die Themen auch noch einmal besprochen werden. So dass eben die Klassensprecher als solche auch ein Stimmungsbild wiedergeben können. Dass diese Teilhabe gut bei den Kindern ankommt, ist mehr als deutlich zu sehen. Immer wird sich gemeldet, jedes Kind will etwas sagen. Und wird auch – egal aus welcher Klasse – gehört. Ein schönes Gremium - das Schule machen sollte.