Die Rheinpromenade ist für Emmerich ein Aushängeschild. Während die sich ursprünglich im vergangenen Jahrhundert mal als Einkaufsstraßen herauskristallisierten Bereiche von Steinstraße und Kaßstraße seit Jahren mit Leerstand zu kämpfen haben, war dies an der Promenade ein Fremdwort. Doch nun droht der Rheinpromenade ein ähnliches Schicksal wie dem Rest der Innenstadt.

Ehemaliges Compañeros und Eisdiele sind aktuelle Leerstände

Das leerstehendes Ladenlokal Eis Italia an der Rheinpromenade in Emmerich.
Das leerstehendes Ladenlokal Eis Italia an der Rheinpromenade in Emmerich.© FUNKE Foto Services | Sabine Stein

Denn aktuell gibt es vier Leerstände. Im Bereich der Gastromeile haben das ehemalige Compañeros (früher Wemmers) und die kleine Eisdiele in unmittelbarer Nachbarschaft seit geraumer Zeit geschlossen. Guglielmo Chiriatti, Betreiber der Eisdiele Eis Italia am Löwentor, hatte dort eine Filiale, die er aber aufgegeben hatte, weil er es ruhiger angehen lassen will.

In der zuletzt als Compañeros fungierenden Lokalität ist aktuell kein Pächter vorhanden.
In der zuletzt als Compañeros fungierenden Lokalität ist aktuell kein Pächter vorhanden.© FUNKE Foto Services | Sabine Stein

In der zuletzt unter dem Namen Compañeros fungierenden Gastro ist mittlerweile die alte Bestuhlung entsorgt worden. Aus dem Umfeld des Vermieters ist allerdings zu hören, dass durchaus Optimismus herrsche, so dass hier in Zukunft wieder etwas passieren könnte.

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Ein ganz frischer Leerstand ist jetzt hinzugekommen. Hayo Wolff hat den Frittenknaller geschlossen. Die Spezialitäten-Pommesbude war wenige Tage vor den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020 eröffnet werden. Der Feuerwerksweltmeister will sich dem Vernehmen nach aber jetzt wieder mehr um sein Kerngeschäft die Pyrotechnik kümmern.

Nachfolger für den Frittenknaller gesucht

Mit einem Plakat am Wintergarten wird dort nach einem Nachfolger gesucht – zweisprachig. Neben dem Imbiss kann auch eine darüberliegende Wohnung übernommen werden. Es kann auch über eine Übernahme des Lokals ohne Inventur verhandelt werden. Es sei „eine goldene Chance“ für Unternehmer, an diesem einmaligen Ort seine Zukunft aufzubauen.

Vierter Leerstand ist dann das ehemalige Info-Center. Die Tourismus-Experten der Stadt Emmerich sind den Rhein bekanntlich einige hundert Meter hinauf gewechselt und residieren zukünftig im Erdgeschoss des Neubaus am ehemaligen Kaffeeklatsch. „Wenn dort alles fertig ist, wird es natürlich auch eine richtige Eröffnung geben“, sagt Sara Kreipe, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing-Gesellschaft.

Ex-Bürgermeister Johannes Diks vermarktet altes Info-Center

Die bisherige Heimat der Tourist-Information.
Die bisherige Heimat der Tourist-Information.© FUNKE Foto Services | Sabine Stein

Die Vermarktung der alten ICE-Heimat liegt im Übrigen in den Händen von Emmerichs ehemaligen Bürgermeister Johannes Diks. „Grundsätzlich schließt das Planungsrecht eine Gastronomie an dieser Stelle nicht aus“, stellt Stadtsprecher Tim Terhorst auf Nachfrage der NRZ klar. Heißt: Es könnte sich dort durchaus auch ein weiterer gastronomischer Betrieb ansiedeln. „Aber das Thema ist halt immer die Außengastronomie“, so der Stadtsprecher weiter. Die ist nämlich in diesem Bereich nicht vorgesehen und müsste immer im Einzelfall geprüft werden.

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Denn so viel ist klar: Der Bedarf für weitere Gastro-Angebote ist evident. Bei gutem Wetter ist es nicht einfach, an der Rheinpromenade einen Platz auf den Außenterrassen zu finden. Doch in der Gastro-Branche sind die Folgen der Corona-Pandemie extrem ausgeprägt. Es fehlt an Personal. So hat sich die Situation in Emmerich auch komplett gedreht. Vor fünf Jahren war es schwierig gewesen, eine entsprechende Lokalität an der Promenade zu bekommen. Bei aktuell vier Leerständen von sehr unterschiedlichen Objekten ist dies nun eine zu überspringende Hürde. Nun suchen die Gastronomen nach Angestellten.

>>> Zusätzliche Verankerung für Viking-Steiger

Derweil hat sich auf Höhe der Martini-Kirche etwas getan. Es wurde eine zusätzliche Verankerung für den Viking Steiger installiert. Denn in der Sommersaison 2023 macht die Reederei Arosa mit ihren Passagierschiffen nun wöchentlich Halt in Emmerich. „Damit auch größere Schiffe eine zusätzliche Stelle zum Festmachen haben, wurde dies in die Wege geleitet“, berichtet Stadtsprecher Tim Terhorst.