In der Nacht zu Sonntag (5. Juli) ist es gegen 2.10 Uhr in Essen-Rüttenscheid zu einem Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften gekommen. Einsatzort war der Außenbereich einer Eventlocation an der Girardetstraße. Dort gab es nach Angaben der Polizei Streitigkeiten zwischen mehreren Veranstaltungsteilnehmern. Diese mündeten in einer körperlichen Auseinandersetzung. Drei Männer, 40, 42 und 48 Jahre alt, erlitten dabei Stichverletzungen und wurden schwer verletzt. Der mutmaßliche Messerangreifer (46) befindet sich nun in Untersuchungshaft, wie die Polizei am Montagmittag mitteilte. Ihm werde versuchter Totschlag vorgeworfen.

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Nach Angaben der Polizei verlor ein 56-jähriger Sicherheitsmitarbeiter, der nicht Teil der ursprünglichen Auseinandersetzung war, am Einsatzort das Bewusstsein. Noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes leiteten Polizisten zusammen mit Zeugen sofortige Reanimationsmaßnahmen ein. Trotz der schnellen Hilfe verstarb der Kölner noch in der Nacht am Einsatzort.

Die Ergebnisse einer rechtsmedizinischen Untersuchung ergaben jetzt, dass der 56-jährige Sicherheitsmitarbeiter infolge eines internistischen Notfalls verstarb. Das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag (6.7.) mit. Es seien keine Verletzungen durch Gewalteinwirkung festgestellt worden.

Tatverdächtiger festgenommen – drei Verletzte außer Lebensgefahr

Die drei Verletzten wurden ebenfalls durch Rettungskräfte vor Ort behandelt und daraufhin in ein Krankenhaus gebracht. Sie wiesen nach ersten Erkenntnissen Stichverletzungen auf. Die drei Beteiligten sind außer Lebensgefahr.

Ein 46-jähriger Mann aus Marl (türkische Staatsangehörigkeit) wurde vor Ort als Tatverdächtiger identifiziert und vorläufig festgenommen. Auch er wurde bei der Auseinandersetzung verletzt und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Mittlerweile befindet er sich in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Essen und eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Essen haben die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat aufgenommen. Die Kriminalpolizei sicherte noch in der Nacht Spuren am Tatort. Ein Messer, mit dem die drei Männer mutmaßlich verletzt wurden, wurde sichergestellt.

Polizei ermittelt nach nächtlichem Vorfall bei einer Feier

Die Streitigkeiten auf dem Parkplatz waren offenbar im Umfeld einer türkischen Party in den Räumen des Katakomben-Theaters im rückwärtigen Teil des Gebäudekomplexes entstanden. Das berichtet der Betreiber des Theaters, Kazim Çalisgan, der nach eigenen Angaben bei den Vorfällen nicht anwesend war, aber von seinen Mitarbeitern unterrichtet worden sei.

Großeinsatz in Essen-Rüttenscheid, Auseinandersetzung mit toter Person
Am Sonntagmorgen (5.7.) war noch ein Fahrzeug der KTU im Einsatz vor dem Girardethaus.© FUNKE Foto Services | Elisabeth Schulz

Am Sonntagmorgen gab es auf dem Parkplatz des Girardethauses polizeiliche Ermittlungen. Gegen 9.30 Uhr entfernte eine Mitarbeiterin der KTU (Kriminaltechnische Untersuchung) das rot-weiße Flatterband, mit dem der Bereich des Parkplatzes vor dem Katakomben-Theater bis dahin abgesperrt war. Kurz darauf fuhr das KTU-Fahrzeug vor dem Gebäude weg.

Außer Verpackungen von Verbandszeug im Mülleimer und einigen Glasscherben vor dem Theater war für Passanten nach dem Abrücken der Polizei allerdings nichts mehr von den Vorkommnissen in der Nacht zu sehen. Auch sonst war es ruhig auf dem Parkplatz. Menschen, die mit Sporttaschen auf das Girardethaus zuliefen, hatten von den dramatischen Vorkommnissen in der Nacht noch nichts gehört. Nur eine ältere Frau lief über den Parkplatz und schüttelte den Kopf: „Das hätte nicht sein müssen.“

Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes am Eingang zum Gebäude wusste offenbar, was geschehen war, durfte aber auf Anweisung seines Chefs nichts dazu sagen. In einem Kiosk an der Rüttenscheider Straße, schräg gegenüber der Girardetstraße, hatte man am Morgen noch nichts von den Ereignissen vernommen, ebenso im Lokal daneben.

Reaktionen von OB Thomas Kufen und aus der Bürgerschaft

„Viele Menschen in Essen haben heute Morgen mit großer Sorge die ersten Berichte über die Ereignisse der vergangenen Nacht in Rüttenscheid verfolgt. Solche Nachrichten verunsichern – umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen und gesicherte Informationen abzuwarten“, schreibt Oberbürgermeister Thomas Kufen auf Facebook und rekapituliert die Ereignisse. Es habe sich nicht um eine Massenschlägerei gehandelt, auch ein Zusammenhang mit einem sogenannten Clankonflikt habe sich bislang nicht bestätigt.

„Eines ist unabhängig von den weiteren Ermittlungsergebnissen klar: Gewalt hat in unserer Stadt keinen Platz. Wer andere verletzt, muss mit den konsequenten Folgen des Rechtsstaats rechnen.“ Gleichzeitig dürften keine vorschnellen Schlüsse gezogen werden. Für eine sachliche Einordnung seien die die laufenden Ermittlungen der Polizei entscheidend.

Für Rolf Krane, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rüttenscheid (IGR), ist diese Auseinandersetzung ein Indiz dafür, „dass man schon darauf schauen muss, welche Veranstaltungen da stattfinden, wenn man seine Räume vermietet“. Rüttenscheid sei bekannt für seine anspruchsvolle Gastronomie, die unterschiedliches Publikum, auch viele junge Menschen, anziehe. „Eine einfache Lösung gibt es da nicht, man will ja keine Leute ausschließen. Es ist ein Eiertanz. Letztlich entscheiden das die Betreiber.“

Die Auseinandersetzung ist die zweite Gewalttat innerhalb kurzer Zeit in Rüttenscheid. In der Nacht auf den Sonntag, 28. Juni, war auf der beliebten Rüttenscheider / Ecke Martinstraße nach dem Fest Projekt Rüttenscheid ein 21-Jähriger lebensgefährlich mit Messerstichen verletzt worden. Ein Tatverdächtiger wurde bereits festgenommen. Das Opfer, berichtete die Polizei, sei von mehreren Personen angegriffen worden.

Rolf Krane sieht hier die Polizei mit mehr Präsenz gefordert.

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Am Girardethaus in Essen-Rüttenscheid ist es Sonntagnacht zu einem Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften gekommen.© WTVnews | WTVnews

Großeinsatz in Essen-Rüttenscheid: Polizei sucht dringend Zeugen

Die Polizei sucht nun dringend Zeugen, die Angaben zu den Hintergründen der Auseinandersetzung machen können. Hinweise werden von der Polizei Essen unter der 0201 829-0 oder unter hinweise.essen@polizei.nrw.de erbeten.

Auseinandersetzung vor dem Girardethaus. Nach einer nächtlichen Prügelei soll eine Person gestorben sein. Am 05.06.2026 in Essen
Am Sonntagmorgen ist es ruhig rund um das Girardethaus in Essen-Rüttenscheid.© FUNKE Foto Services | Christoph Jendral
Großeinsatz in Essen-Rüttenscheid, Auseinandersetzung mit toter Person
Teile der Straße waren abgesperrt, die Polizei ist vor Ort.© FUNKE Foto Services | Elisabeth Schulz
Auseinandersetzung vor dem Girardethaus. Nach einer nächtlichen Prügelei soll eine Person gestorben sein. Am 05.06.2026 in Essen
Spuren der Nacht: Bei der Auseinandersetzung gab es drei Schwerverletzte.© FUNKE Foto Services | Christoph Jendral

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