Um die wohnortnahe Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Leber- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs weiter zu sichern, arbeiten das Marien-Hospital Wesel und das St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort seit dem vergangenen Jahr noch enger zusammen. Und das im Rahmen zweier spezialisierter Strukturen: dem Tumorzentrum Niederrhein (TZN) sowie dem Niederrheinischen Zentrum für Tumorerkrankungen (NZT). Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.
Patientinnen und Patienten profitierten dabei von einer „wohnortnahen Versorgung, einer hohen chirurgischen Expertise und einer intensiven Vernetzung der Ärzteteams beider Häuser“, heißt es weiter. Im Rahmen der Kooperation würden Patientinnen und Patienten des Marien-Hospitals Wesel im St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort von interdisziplinären Teams beider Häuser operiert. Die anschließende Weiterbehandlung erfolge dann wieder in Wesel. So bleibe die Versorgung wohnortnah und die Betroffenen behielten ihre vertrauten Ansprechpartner.
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Seit vergangenem Jahr seien bereits einige Patienten aus Wesel in Kamp-Lintfort operiert worden, weitere Eingriffe seien in Planung. „Unsere Kooperation ist eine Win-Win-Situation. Patienten können am Standort Wesel weiterhin von ‚ihren‘ Ärzten versorgt werden und müssen keine weiteren Wege in Kauf nehmen. Sie behalten ihre Ansprechpartner und somit ihren persönlichen Kontakt, der sie auf dem Behandlungsweg begleitet. Auf der anderen Seite behalten die Behandlungsteams ihre Expertise und Weiterbildungsbefugnis“, erklärt Dr. Mark Banysch, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Bernhard-Hospital, in der Mitteilung.
So entsteht auch ein Weiterbildungsverbund beider Häuser
Durch die enge Zusammenarbeit entstehe nicht nur eine Versorgungskooperation, sondern auch ein Weiterbildungsverbund zwischen den Fachkliniken beider Häuser. Die Kooperation lebe zusätzlich durch die gemeinsame Fallbesprechung in den speziellen Tumorkonferenzen, um die bestmögliche Therapie für jeden Patienten abzustimmen. Weitere Kooperationsfelder seien bereits in Planung, um auch bei der Behandlung von anderen speziellen Tumorarten eine sinnvolle Konzentration zu erreichen.
Unsere Kooperation ist eine Win-Win-Situation
Dr. Mark Banysch, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Bernhard-Hospital
Die Bündelung von Kompetenzen ist auch eine Antwort auf die Veränderung der Krankenhausstruktur in Deutschland und insbesondere in NRW: Die Krankenhausplanung NRW sieht eine Konzentrierung der Operationen in den Leistungsgruppen für Bauchspeicheldrüsenchirurgie und anatomische Leber-resektionen vor. Durch die entstandene Kooperation könnten die Behandlungsteams der beiden chirurgischen Abteilungen des Marien-Hospitals und des St. Bernhard-Hospitals nun die Eingriffe gemeinsam durchführen.
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Die Operationen – speziell Bauchspeicheldrüsen- und Leberresektionen – zählten zu den anspruchsvollsten chirurgischen Eingriffen, die viel Erfahrung, Routine und personelle Ressourcen mit Expertise – ärztlich wie auch pflegerisch – voraussetzen.
Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs blieben häufig lange unbemerkt und gehörten zu den gefährlichsten Krebserkrankungen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken jährlich rund 19.860 Menschen in Deutschland an Bauchspeicheldrüsenkrebs und etwa 9.800 an Leberkrebs, heißt es abschließend.


