Pünktlich um 15 Uhr fuhr Caner B. nach dem Ende seiner letzten Schicht am Kiosk „Bunte Ecke“ in Kamp-Lintfort vor. Der 56-Jährige, der nun den Standort wechselt und nach Moers geht, wurde dort von rund 20 Anwohnern, Kunden sowie den beiden Betreibern des Kiosks mit Paketshop erwartet.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Paketboten verabschieden werde“, sagte Ismail, ein Anwohner und Kunde. Doch Caner sei etwas ganz Besonderes: „So einen Paketboten gibt es auf der Welt nicht noch mal, den werden wir vermissen hier, auf jeden Fall sehr, sehr vermissen.“ Auf die Frage, was den 56-Jährigen ausmache, erklärte Ismail: „Er war immer freundlich, und wenn Probleme waren, hat er immer eine Lösung gesucht und auch immer eine gefunden. Er ist wirklich einmalig.“

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Auch Anwohner Corda Gianpiero, der oft von Caner beliefert wurde, wird ihn schmerzlich vermissen: „Es ist schade, dass er aufhört, der ist perfekt, der Mann.“ Corda berichtete, dass Caner seine Route manchmal extra so angepasst habe, dass er wusste, wann die Leute arbeiten oder von der Arbeit kamen. So kam er gezielt erst dann vorbei, damit die Anwohner nicht am Ende noch mal extra zum Paketshop gehen mussten. Er sei stets hilfsbereit und äußerst kompromissbereit gewesen.

Ein kleines bisschen mehr für die Gemeinschaft tun

Besonders dankbar sind die Kioskbetreiber. Sören Paetzold erzählte, Caner habe ihnen von Anfang an alles gezeigt: „Ohne ihn wären wir nicht, wo wir sind.“ Wenn Caner mal mehr machen musste, habe er das immer getan. Er sei immer pünktlich gewesen und voll und ganz für die Kunden da. Die hohe Kundenzufriedenheit, da sind sich die Betreiber sicher, ist und war zu großen Teilen auch Caner zu verdanken. Für sie war er so etwas wie ein Mentor.

Es ist schade, dass er aufhört, der ist perfekt, der Mann

Corda Gianpiero, wurde von Caner beliefert

Caner selbst zeigte sich sichtlich gerührt und sagte: „Mir fehlen die Worte, es hat sehr viel Spaß gemacht und ich bin sehr froh, alle Leute heute hier zu sehen.“ Auf die Frage, woher er die Motivation nahm, dieses kleine bisschen mehr für die Gemeinschaft zu tun, musste er lange überlegen. Schließlich sagte er: „Dat bin ich, einfach ich.“

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Er gab zu, dass es nicht leicht sein wird, hier wegzugehen. Lächelnd schaute er sich um und fügte hinzu: „Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich heute hier so verabschiedet werde. Damit habe ich nicht gerechnet.“ Dann lachte er und ergänzte: „Gut, ich glaube, vor einer Stunde hat sich einer verplappert, aber der hat sich hier wohl nicht hingetraut, den sehe ich hier nicht.“

Schließlich lachten alle zusammen. Bei Sekt, den der Kiosk „Bunte Ecke“ für alle Anwesenden ausgab, und in sehr lockerem Rahmen fand dieser besondere Nachmittag seinen Ausklang.