Der VSR-Gewässerschutz stellte in den am 5. Mai in Goch abgegebenen 101 Brunnenwasserproben eine hohe Nitratbelastung fest. Die gemeinnützige Organisation fordert die Bundesregierung auf, Agroforst als wichtigen Baustein einer nachhaltigen Landwirtschaft voranzubringen. Durch diese Agroforstsysteme lässt sich die Nitratbelastung nachweislich senken, ohne den Ertrag auf dem Acker zu verringern. Unter Agroforst versteht man das Pflanzen von Bäumen oder Gehölzen im Ackerbau.

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Die Nitratrichtlinie verpflichtet dazu, Überschreitungen des Grenzwertes für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter zu verhindern. Harald Gülzow stellt bei der Auswertung der Messergebnisse fest, dass die Nitratbelastung im Brunnenwasser trotz vielen Auflagen zur Düngemenge und Düngezeitpunkt nicht so wie gehofft sinkt. „In jeder zweiten Probe aus den privat genutzten Brunnen stellten wir eine Überschreitung von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat fest“, erklärt er.

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Hohe Nitratbelastung in Alt-Kalkar, Pfalzdorf, Goch und Kessel

Besonders erschreckend fand der Gewässerexperte die festgestellte Belastung in den Gartenbrunnen in Alt-Kalkar mit 129 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l), in Pfalzdorf mit 129 mg/l, in Goch mit 117 mg/l und in Kessel mit 111 mg/l. Etwas weniger hoch belastet ist das Brunnenwasser in Asperden mit 67 mg/l und in Uedem mit 63 mg/l. Zu den weiteren Auswertungen der Nitratmesswerte im Kreis Kleve gelangt jeder Interessierte über die interaktive Karte auf der Homepageseite
vsr-gewaesserschutz.de/regionales/nordrhein-westfalen.

Dipl.-Phys. Harald Gützow berichtet von hohen Nitratwerten im Raum Goch, Kalkar und Uedem.
Dipl.-Phys. Harald Gützow berichtet von hohen Nitratwerten im Raum Goch, Kalkar und Uedem.© FUNKE Foto Services | Thorsten Lindekamp

Im Kreis Kleve bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 66 Prozent aus Ackerflächen. Es dominieren Felder ohne Bäume. Diese verschwanden im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft. Das leichtlösliche Nitrat im Dünger wird durch Regenfälle schnell in tiefere Bodenschichten verlagert. Dort können die Feldfrüchte die Nährstoffe nicht mehr zum Wachstum verwenden.

Tiefe Wurzeln: Bäume holen Nitrat wieder hoch

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Im Gegensatz dazu können Bäume mit ihren tiefen Wurzeln das in die Tiefe transportierte Nitrat für sich nutzen. „Bäume auf den Feldern helfen, das Nitrat wieder an die Oberfläche zu befördern und so in der Zukunft die Nitratbelastung im Grundwasser zu verringern“, berichtet Harald Gülzow.