Es war immer dieses komische Gefühl bei den Spiel- oder Krabbelgruppen. Ihr damals Zweijähriger war eher schüchtern und ruhig, während andere gleich in die Vollen gingen. „Es hat niemand was gesagt, aber es schien mir zwischen den Zeilen so, dass manche Mutter meinte, dass etwas nicht ideal ist mit meinem Kind“, erinnert sich Janet Moser. „Dabei hat mein Sohn andere Qualitäten. Er ist empathisch und sensibel.“ Und so kam ihr die Geschichte in den Kopf von Igel, Biber, Eichhörnchen und Hase, die gemeinsam ein großes Abenteuer bestehen - eben weil jeder was anderes gut kann.

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„Ich habe immer schon gerne geschrieben“, sagt die 33-Jährige. Also hat sie die Zeit abends, wenn der Kleine im Bett war, genutzt, um an der kindgerechten Geschichte zu arbeiten. Und dann blieb sie erstmal vier Jahre auf dem Notebook liegen. Am kommenden Sonntag wird das Buch doch veröffentlicht. Und das kam so.
Da fehlte einfach noch was
„Das zweite Kind war auch schon aus dem Gröbsten raus, ich hatte mehr Zeit für mich. Vorher war ich komplett Mama, jetzt konnte ich über Träume nachdenken und darüber, was ich will.“
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Also holte sie ihr „Herzensprojekt“, das Kinderbuch, wieder vor. Das hat auf zehn Doppelseiten nicht allzu viel Text. Aber gerade kleine Kinder sind gnadenlose Zuhörer. Wenn etwas irgendwie langweilig wird, sind sie sofort raus. Der Text ist ein Sprint, verzeiht keine Fehler. „15 Mal habe ich die erste Version überarbeitet.“ Die eigenen Kinder waren dabei die besten Kritiker. Die bekamen immer schon jeden Abend vorgelesen und hatten so bestimmte Ansprüche. Mittlerweile liest der Sohn selbst vor.
15 Mal habe ich die erste Version überarbeitet
Janet Moser, hatte die schärfsten Kritiker: ihre Kinder
„Zehn Verlage habe ich dann angeschrieben. Immer hieß es: Rechnen Sie nicht mit einer Antwort.“ Da muss man ein positiv denkender Mensch sein, um es trotzdem anzugehen. Siehe da: Ein kleines Verlagshaus nahe München biss an. „Die arbeiten mit einer Illustratorin zusammen, das hat gut gepasst“, findet Janet Moser. Allerdings musste die Neu-Autorin dabei finanziell in Vorleistung treten. Das war es ihr wert.

Mittlerweile hat sie, die auch als Event-Sängerin unterwegs ist, ein Kinderlied dazu geschrieben, ein Freund hat die Melodie dazu komponiert. Es wird bei der kleinen Buchvorstellung im privaten Kreise auf jeden Fall angestimmt. Ihre beiden Kurzen sind in Übung und werden mitsingen. „Neben der Familie habe ich auch noch ein paar Influencer eingeladen, damit das Buch schnell bekannt wird“, erklärt die junge Mutter ihre Strategie. Auch Lesungen plant sie schon, darunter auch in der Mediathek. Die erste Auflage ist mit 300 Stück überschaubar.
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Die niedliche Geschichte ist sehr einfach geschrieben und richtet sich an Zuhörer ab drei Jahren. Der Inhalt in Kürze: Auf der Insel Grünland wird es gefährlich für die dort lebenden Tiere. Das Meer steigt. Die Tiere suchen nach einer Lösung, aufs Festland zu kommen. „Jeder für sich wäre niemals ans Ufer gekommen.“ Aber weil der Igel klug ist und ein Floß plant, für das der Biber das Holz holt und zurecht knabbert, dessen Nägel der Hase mit seinen starken Hinterläufen einhämmert und einem Eichhörnchen, das genau sagen kann, wo die Balance noch nicht stimmt, kommen alle zum Ziel. „Jeder kann sich mit seinen Qualitäten einbringen. Egal wie, du bist so richtig, wie du bist. Im Team hat jeder seine Stärken“, erklärt Janet Moser die Idee dahinter.
Das zweite Buch wird nicht lange auf sich warten lassen
Eine Idee für ein zweites Kinderbuch hat sie schon im Kopf. Sie kann sich auch vorstellen, ein Sachbuch über ihre Erfahrungen als Mutter und Persönlichkeitsentwicklung zu verfassen. „Aber eins nach dem anderen“, sagt die junge Frau. Es ist ja nicht so, dass sie sich langweilen würde. Denn da sind der Teilzeitjob, die Kinder, die Vorstandsarbeit in der Kita. Und dann muss auch erstmal ein Norderney-Urlaub her. „Da kann ich besonders kreativ sein“, gesteht Janet Moser.
Ihr mittlerweile siebenjähriger Sohn sei übrigens heute keineswegs mehr schüchtern und zurückhaltend, sagt Janet Moser. Jetzt freut er sich auf Urlaube auf dem Campingplatz, wo man immer viele neue Freundschaften schließen kann. Das ist sicherlich nicht nur dem Buch über die Insel Grünland geschuldet. Aber vielleicht hat es ja doch ein bisschen Einfluss gehabt.
Janet Moser: „Ich bin gut, so wie ich bin“, 10 Doppelseiten, 12,99 Euro. Erhältlich über den Buchhandel, Amazon oder direkt beim Verlagshaus Schlosser.




