• Das Moers Festival findet statt vom Freitag, 6. Juni, bis Montag, 9 Juni 2025
  • Es gibt Änderungen bei den Spielorten, so ist beispielsweise der Rodelberg nicht mehr dabei
  • Auf dem Festivalmarkt gibt es wieder Stände mit allerlei Leckereien und außergewöhnlichen Artikeln

Es geht wieder los: Ab Freitag, 6. Juni, steigt wieder das weit über die Moerser Stadtgrenzen hinaus bekannte und renommierte Musikfestival. Bereits Anfang April hat die Moers Kultur GmbH das Programm, die Highlights und weitere Aspekte des Festivals benannt. Dafür ging es hoch hinaus.

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Die Firma Gerken hatte drei Arbeitsbühnen zur Verfügung gestellt, mit denen die Protagonisten auf dem Schlossplatz fast 30 Meter in die Höhe gefahren wurden. Hat sicher mehr Aufsehen erregt als ein Gespräch in einem abgeschiedenen Büro, sollte aber auch inhaltlich passen. „Stille“ ist das Thema des Jahres. Und still war es da oben auch. Zudem sollte es das Auf und Ab und die wackelige Finanzierungssituation verdeutlichen. Unter anderem. Aber zu den Infos:

Stille - so lautet das Thema beim Moers Festival in diesem Jahr.
Stille - so lautet das Thema beim Moers Festival in diesem Jahr.© FUNKE Foto Services | Christian Creon

Das Datum

Fans des Jazz, Avantgarde, der experimentellen Musik und Kultur in Deutschland sollten sich das Wochenende im Kalender notieren: Die 54. Ausgabe des Moers Festivals findet vom Freitag, 6. Juni, bis Montag, bis 9. Juni, statt.

Das Motto lautet „Stille“. Manchmal müsse man die Perspektive wechseln, sagt Festivalleiter Tim Isfort. Man frage sich in dieser lauten Zeit: Kann Stille als Refugium neue Kraft geben? Er nannte den Informationsoverkill, Angst vor Veränderung, die politische Entwicklung ... „und plötzlich wird es still“. Auch die Künstlerinnen und Künstler habe man gefragt, was Stille für sie bedeute.

Die Musik

Insgesamt werden mehr als 250 Künstlerinnen und Künstler aus 20 Nationen angekündigt. Der Festivalleiter spricht zudem von über 100 Aktionen an den vier Tagen und 35 Konzerten im Hauptprogramm.

Die Festivalmacher frohlocken bereits jetzt: Mit dem Trompeter Wadada Leo Smith und dem Pianisten Vijay Iyer kommt ein außergewöhnliches und weltweit gefeiertes Duo an Pfingsten nach Moers. Wadada Leo Smith, legendärer Trompeter und musikalischer Innovator, und Vijay Iyer, renommierter Pianist und Komponist, sind zwei herausragende Figuren in der Welt des Jazz und der improvisierten Musik.

Theoretisch konnte ganz Moers -City den Ankündigungen am Donnerstag lauschen.
Theoretisch konnte ganz Moers -City den Ankündigungen am Donnerstag lauschen.© NRZ | sovo

„Das Aufeinandertreffen von Vijay Iyer, der zum ersten Mal in Moers spielt, und Wadada Leo Smith, der in den 70ern unter anderem mit Anthony Braxton und Roscoe Mitchell zuletzt mehrfach in Moers zu Gast war, ist ein absolutes Highlight für das Moers Festival und das diesjährige Programm“, betont Festivalleiter Tim Isfort. Und weiter: „Damit kommen auch endlich wieder ein paar kluge Töne aus den USA. Die aktuelle gesellschaftliche und politische Form der Stille, die uns auch hier betrifft, ist schwer auszuhalten. Darum freue ich mich besonders auf Wadada Leo Smith, von dem der Ausspruch ‚Sound equals Silence‘ stammt.“

Hüsch und die Jugend

Auch der Geist von Hanns Dieter Hüsch weht wieder über das Festivalgelände. Es werden Einspieler mit Hüsch-Liedern und Hüsch-Texten angekündigt sowie ein bis zwei Projekte zum Thema.
Jedes Jahr sorgen zudem außergewöhnliche, kreative Kompositionen von Kindern und Jugendlichen für Überraschungen in Moers. Was unter dem Namen „composer kids!“ startete, heißt in diesem Jahr „... plötzlich still im Unimoersum!?“ Geinsam mit professionellen Musikerinnen erarbeiten sie ein Stück, dass am Sonntag, 8. Juni, aufgeführt wird.

Ferner werden angekündigt: Ellen Arkbro, The Sleep of Reason Produces Monsters, Koshiro Hino, Hayden Chisholm‘s Kinetic Chain, Multiple Voices, William Northlich aka BlipVert, Caspar Brötzmann und orchestre d‘occasion. Auch das Bundesjazzorchester (kurz Bujazzo) tritt an Pfingsten in Moers auf – es präsentiert in seinem aktuellen Programm ausgewählte Musik aus Entschädigungsakten verfolgter Musikschaffender im Nationalsozialismus.

Der Start

Der Freitag startet spektakulär. „Ein absoluter einmaliger Programmpunkt“, schwärmt Festivalleiter Tim Isfort. Das Festival beginnt mit einem 8-stündigen Konzert von Multiple Voices. Terry Wey und Ulfried Staber stellen sich der gesanglichen und mentalen Herausforderung, das 40-stimmige „Spem in Alium“ von Thomas Tallis nur zu zweit zur Aufführung zu bringen. Allein die Länge des Konzertes brachte Isfort dazu, sich zu der Ankündigung hinreißen zu lassen: „Wer das bis ein Uhr nachts aushält, bekommt von mir ein Eis.“

Runter vom Hubwagen und rein ins Schlosstheater. Die Organisatoren und Offiziellen berichten weiter über das Programm beim Moers Festival.
Runter vom Hubwagen und rein ins Schlosstheater. Die Organisatoren und Offiziellen berichten weiter über das Programm beim Moers Festival.© FUNKE Foto Services | Christian Creon

Die Länderschwerpunkte in diesem Jahr sind China und Ruanda. In der chinesischen Kulturgeschichte zeigen sich seit 1976 verschiedene musikästhetische Konzepte der Stille, die weniger als Gegenpol zum Lärm als vielmehr im ambivalenten Austarieren einer harmonischen Mitte verstanden werden – Stille rückt ins Zentrum der modernen Musik. Auch aus diesem Grund richtet das Moers Festival 2025 seinen Blick nach China und die dortige Improvisationsszene.

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Das Festivalgelände

Das Festivalgelände ist dieses Mal komprimierter. Der Rodelberg wird nicht mehr mit bespielt. Die Festivalhalle ist wieder Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. Der Campingbereich im Freibad bekommt eine Open-Air-Bühne. Hier ist zudem wieder die in den letzten Jahren überaus erfolgreiche Workshop-Wiese „Wo die wilden Kinder wohnen“ zuhause. Durch die räumliche Konzentration des Festivalgeländes gibt es kürzere Wege, davon erhoffen sich die Organisatoren - neben finanziellen Einsparungen - eine höhere Aufenthaltsqualität. Kulturdezernent Wolfgang Thoenes erinnert zudem an den Umbau des Streichelzoos im Freizeitpark und Tim Isfort an die IGA, zu der in Moers bis 2027 der Freizeitpark noch hübscher gemacht werden soll.

Die Tickets

Tickets sind in fünf festen Preiskategorien (40, 80, 120, 160, 300 Euro) erhältlich. Kaufempfehlungen werden laut Festival-Team ausgesprochen, die Käuferinnen und Käufer entscheiden jedoch individuell, welche Preisstufe für sie am besten passt. Alle Tickets berechtigen zum Camping während des Festivals.

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„Mit dem Ticket für stille Held*innen (300 Euro) tragen Festival-Fans aktiv zum Erhalt des moers festivals bei und unterstützen dessen fortlaufende Entwicklung“, heißt es in einer Mitteilung. Das Ticket biete zudem weitere Vorteile: die Platzgarantie in der Festivalhalle, ein Geheimkonzert an Pfingsten, Backstage-Zugang (inkl. Catering), das jährliche Festivalshirt und den einzigartigen Blick hinter die Kulissen des Moers Festivals. Tickets sind unter www.moers-festival.de/tickets erhältlich.

Das Festivaldorf

Festivalbesucherinnen und -besucher werden laut Website des Moers Festivals unter anderem Moers-Merchandise, Kunstinstallationen und viele weitere großartige Highlights finden. An Speisen sei von herzhaft bis süß, von pflanzlichen Speisen bis zu Fleischgerichten alles dabei. Auch 2025 ist der Markt draußen an der frischen Luft und kostet keinen Eintritt. Es heißt: „Soundinstallationen, interaktive Stände und gemütliche Sitzgelegenheiten, außergewöhnliche Artikel, regionale Talente, ein tolles Kinderprogramm sowie ein ausgefallenes Food- und Non-Food-Angebot bieten auch in 2025 alles, was das Festivalherz begehrt.“

Als weiteres Highlight auf dem Festivalmarkt wir eine Spendenaktion angekündigt, die das Moers Festival gemeinsam mit der Firma Gerken startet: „Für fünf Euro können mutige Mondfahrerinnen mit der Riesen-Gerken-Bühne bis zu 60 Meter in die Höhe fahren, ein Selfie machen oder die Festival-Aussicht und die Stadt genießen.“ Die Erlöse gehen zu 100 Prozent an den Verein Klartext für Kinder.