Am Donnerstag hat der Kreis Wesel wegen der rasanten Ausbreitung der Geflügelpest die Aufstallpflicht erlassen. Am Freitag danach, 31. Oktober, dann die schlechte Nachricht aus Kamp-Lintfort. Ein erster Hof hatte das Veterinäramt vor Ort. Noch am Vormittag wurden die 18.000 Tiere getötet. Ein zumindest vergleichsweise kleine Zahl: „Beim letzten Mal waren es 44.000“, heißt es aus dem Kreishaus. Laut WDR handelt es sich bei den Tieren um Puten.

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Es ist der erste Fall der Vogelgrippe in diesem Jahr in einem Betrieb im Kreis Wesel. Die Sprecherin des Kreises macht eine feine Unterscheidung: „Es ist H5, ob es aber H5N1 ist, muss noch vom Friedrich-Löffler-Institut endgültig bestätigt werden.“ Ein Zeitfenster dafür konnte sie nicht nennen. Tatsache sei aber, dass die den verheerenden Virus verbreitenden Zugvögel aktuell über dem Niederrhein unterwegs sind. Insofern sei es sehr wahrscheinlich, dass diese H5N1-Bestätigung kommen werde. „Es muss davon ausgegangen werden, dass erneut eine hochpathogene Form der Geflügelinfluenza vorliegt“, heißt es in einer Mitteilung.
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Gleichwohl läuft die Maschinerie an: Neben der Tötung der Tiere wird eine Sperrzone von 10 Kilometern im Umkreis des betroffenen Hofes errichtet, also Kamp-Lintfort, Teile Neukirchen-Vluyns und Moers, bis nach Geldern, sowie ein kleines Gebiet vom Kreis Viersen.
„Sollte sich der Befund bestätigen, wird die vorläufige Sperrzone zur endgültigen Sperrzone, differenziert in eine innere Schutzzone mit einem 3 Kilometer-Radius und einer äußeren Überwachungszone“, wird in der Mitteilung des Kreises erläutert. Dem Hof selbst sollten sich Menschen tunlichst nicht nähern: „Das Virus ist hoch ansteckend“, warnt die Kreissprecherin.
Spätestens nach dem Wochenende sollen laut Kreis die Ställe des betroffenen Betriebes leer und die Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen abgeschlossen sein. So gehe keine Gefahr mehr von dem betroffenen Betrieb aus.
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„Aus dem betroffenen Betrieb in Kamp-Lintfort sind keine Lebensmittel in Umlauf“, versichert der Kreis. Der Tierbestand werde durch die Tierseuchenkasse und vom Land NRW entschädigt.
„Die nähere Beschreibung der Sperrzone ergibt sich aus der Allgemeinverfügung des Kreises, die am Samstag, 1. November 2025, um 0 Uhr in Kraft treten wird. Innerhalb der Sperrzone gibt es auf Weseler Kreisgebiet ca. 350 gewerbliche und Hobby-Geflügelhaltungen. Für Geflügelhalter innerhalb der Sperrzone gibt es Einschränkungen für die Vermarktung von Geflügel und Geflügelprodukten“, heißt es vom Kreis Wesel.
Der Biolandhof Frohnenbruch liegt zwar mitten im Zentrum des Sperrgebiets, ist aber bis jetzt nicht betroffen. „Wir haben alle Tiere drin“, sagt Eva Bird auf Anfrage. Die Familie Bird sei vom betroffenen, benachbarten Landwirt über die Lage selbst informiert worden. Die Lage sei „doof für die Tiere, weil sie nun weniger Platz haben“, aber nun mal nicht zu ändern. Ansonsten gehe es auf dem Biohof erstmal wie gewohnt weiter. Auf dem Biolandhof halten die Birds zwischen 500 und 600 Hühner.
Der Kreis Wesel bittet alle Geflügelhalter, bei Krankheitssymptomen oder vermehrten Todesfällen unter ihren Tieren einen Tierarzt hinzuzuziehen und sich an das Veterinäramt zu wenden. Verdachtsfälle auf Geflügelpest können per E-Mail an VET.LM@kreis-wesel.de oder telefonisch unter Tel. 0281/2077007 gemeldet werden.
Weitere Informationen gibt es unter https://www.kreis-wesel.de/gefluegelpest.




