Mehr als die Hälfte der Kitas im Kreis Wesel musste 2025 den Betrieb wegen Personalmangels einschränken. Das ist das Ergebnis einer Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider beim NRW-Familienministerium. Demnach seien zwischen 1. Januar und 30. November 2025 von 255 Einrichtungen 161 von einem reduzierten Angebot betroffen gewesen. 15 Mal hätten Kitas komplett schließen müssen. In 261 Fällen machten einzelne Gruppen dicht. Das geht aus einer Mitteilung des Abgeordneten hervor.

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Und dieser mahnt: „Der Höhepunkt der Schnupfen- und Erkältungswelle steht noch aus und der Dezember ist noch gar nicht eingerechnet: Dennoch hat es in diesem Jahr bereits 875 Meldungen über personelle Unterbesetzungen gegeben, verteilt auf alle 255 Kitas im Kreis.“
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Schneider spricht von einem dreifachen Problem: „Eltern verlieren die verlässliche Betreuung ihrer Kinder, die Kinder verlieren ihre Chance auf frühkindliche Bildung und die Beschäftigten verlieren das Vertrauen, dass auch an ihre Gesundheit gedacht wird. Mit steigender Belastung steigt wiederum das Risiko von Erkrankungen“, wird er weiter in der Mitteilung zitiert.
Qualifizierte Betreuung auch mit Springerpools
Eine konkrete Hilfe für die Einrichtungen könne nach Schneiders Einschätzung eine trägerübergreifende Vertretungsregelung mit Springern sein. Rheinland-Pfalz habe als Bundesland solche Regelungen für Springerkräfte geschaffen. In Nordrhein-Westfalen habe Velbert ein solches Modellprojekt aufgelegt. Bei der Einrichtung der Springerpools sei ihm wichtig, dass weiterhin auf eine qualifizierte Betreuung geachtet werde. Und das Land werde das finanziell unterstützen müssen, denn die Kommunen hätten das Geld nicht.
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Mit den Ausfallzahlen liege der Kreis Wesel im Gesamtschnitt des Landes Nordrhein-Westfalen. Schneider sieht daher die Landesregierung von CDU und Grünen in Verantwortung, Abhilfe zu leisten. Dafür müsse die Landesregierung ihre Prioritäten so ausrichten, dass richtig in die Bildung der Kinder investiert werde. Aktuelle Pläne der NRW-Familienministerin zur Reform des Kinderbildungsgesetzes gingen dabei in die falsche Richtung: „So sollen beispielsweise künftig nur noch fünf Stunden am Tag garantiert werden, in denen Fachkräfte in den Gruppen arbeiten. Dem Fachkräftemangel mit einer Absenkung der Standards zu begegnen, ist aber der falsche Weg“, heißt es abschließend.




