Glatte Straßen, verschneite Gehwege und minus drei Grad: Zum Schulstart am Mittwoch müssen sich Schüler und Eltern auf frostige Temperaturen und einen erschwerten Weg zur Schule einstellen. Egal ob zu Fuß oder per Auto: Es ist Vorsicht geboten! Aber gibt es – ähnlich wie bei extremer Hitze – unter bestimmten Bedingungen eigentlich auch „schneefrei“? Und welche Kriterien müssten dafür erfüllt sein? Wir haben bei der Bezirksregierung Düsseldorf nachgefragt.

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„Auf Grundlage der Meldungen und Empfehlungen des Deutschen Wetterdienstes erhalten die Bezirksregierungen und das Ministerium für Schule und Bildung unmittelbar Meldungen, ob extreme Witterungsverhältnisse vorliegen oder zu erwarten sind“, so eine Sprecherin. Zu möglichen Unwetterereignissen zählten neben heftigem Starkregen und schweren Sturmböen bis hin zu extremen Orkanböen auch „(extrem) starker Schneefall mit Verwehungen“ sowie Glatteis.

Schnee und Glätte in Moers: In extremen Unwetterfällen entscheiden die Eltern

Leichter Schneefall oder eine dünne Schneeschicht im Stadtbild reichten selbstverständlich noch nicht aus, um den Unterricht auszusetzen. Die zentrale Frage lautet: Kann gewährleistet werden, dass Schülerinnen und Schüler sicher zur Schule kommen?Zeichnet sich eine extreme Unwetterlage ab, entscheidet die Bezirksregierung nach Rücksprache mit dem Schulministerium, „ob das Ruhen des Unterrichts in Präsenz in ihrem gesamten Bezirk, einzelnen Kreisen oder kreisfreien Städten angekündigt werden soll“. Grundlage für die Beurteilung seien Meldungen und Empfehlungen des Deutschen Wetterdienstes.

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In besonders extremen Fällen, in denen ganz NRW betroffen ist, kann das Schulministerium ein landesweites Aussetzen des Präsenzunterrichts anordnen. Die Bezirksregierung weist zudem darauf hin, dass beim plötzlichen Eintritt extremer Witterungsverhältnisse Eltern im Einzelfall selbst entscheiden können, ob der Weg zur Schule für das eigene Kind zumutbar ist. Auch ohne angeordneten Stopp des Präsenzunterrichts seitens des Landes oder der Bezirksregierung werden die versäumten Unterrichtsstunden dann als entschuldigte Fehlzeiten gewertet.

Enni auf alles vorbereitet: Bis zu zehn Streufahrzeuge im Winter-Einsatz

Die Enni stellt sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf einen möglichen erneuten Einsatz ein. „Unser Kontrolldienst wird ab 3 Uhr verschiedene Stellen im Stadtgebiet überprüfen und das Team je nach Wetterlage zum Streu- und/oder Räumdienst entsenden“, so eine Sprecherin. Für Straßen der Priorität eins, zu denen auch in besonderem Maße die Schulbuslinien zählen, seien zehn Fahrzeuge beziehungsweise Einsatzgruppen etwa sechs Stunden im Einsatz. „Zwei weitere Fahrzeuge kümmern sich zusätzlich um die städtischen Radwege.“

Stadt Moers: „Eltern müssen sich keine Sorgen machen“

Die Stadt Moers, die für die Sicherheit auf dem Schulhof und im Schulgebäude zuständig ist, zeigt sich vorbereitet auf mögliche Unwetterlagen: „Sie können sich darauf verlassen, dass Ihre Kinder an der Schule und auf dem Hof sicher sind“, sagt Sprecher Klaus Janczyk. Die Hausmeister seien geschult und hätten einen Blick für mögliche Gefahren wie abbrechende Eiszapfen oder Dachlawinen: „Ist an irgendeiner Stelle zu viel Schnee auf einem Dach, wird sofort gehandelt.“

Darüber hinaus ist die Enni auch zuständig für Gehwege an städtischen Grundstücken wie Kitas und Schulen. Für alle übrigen Gehwege seien im Regelfall Anlieger verantwortlich. „Da nicht alle dieser Pflicht zuverlässig nachkommen, ist hier besondere Vorsicht geboten“, erklärt die Sprecherin. Zudem empfiehlt die Enni, an passendes Schuhwerk zu denken. Auf den Straßen der Priorität zwei habe die Enni inzwischen ebenfalls Salz ausgebracht, sodass auch dort bereits der Taueffekt einsetze.

Drohen Busausfälle in Moers? „Schulfahrten haben besonders hohen Stellenwert“

„Die Niag rechnet zum Schulstart trotz der winterlichen Witterung mit einem weitgehend planmäßigen Busbetrieb, stellt sich aber zugleich auf witterungsbedingte Beeinträchtigungen wie Glätte und verlängerte Fahrzeiten ein“, so die Niag auf Anfrage der Redaktion. Auf Nebenstraßen und in ländlicheren Bereichen könne es aufgrund des insgesamt verlangsamten Straßenverkehrs zu Verzögerungen kommen.

„Schulfahrten haben für die Niag zum Schulbeginn einen besonders hohen Stellenwert“, so Niag-Sprecher Michael Block. „Die Fahrpläne sind vielfach auf den Unterrichtsbeginn abgestimmt und die Busse sollen diese Verbindungen nach Möglichkeit vollständig bedienen.“ Die Sicherheit der Fahrgäste habe jedoch Priorität. Bedeutet: Kommt es auf einigen Strecken und Straßen zu einer erhöhten Glätte-Gefahr, könne eine Fahrt auch mal langsamer oder über eine alternative Strecke fortgesetzt werden. Fahrer seien angehalten, „bei Schnee und Glätte besonders defensiv zu fahren“.