Der grüne Deutz-Trecker D25, 6 km/h, luftgekühlt, tuckert zuverlässig übers Feld. Er stammt von 1960. Die rostrote Maschine dahinter, die die Kartoffeln in die Erde fallen lässt und den Tunnel anhäuft, ist schon über 70 Jahre alt. Weiß Diethelm Keesen: „Sie stammen beide von meinem Opa.“ Keesen ist Ortslandwirt. Er und seine Mitstreiter sind mit Elan bei der Arbeit, obwohl das Wetter heute nicht das beste ist. Die „Kartoffelhelden Dong“, wie sich die Gruppe der neun Familien in der Dong nennt, sammeln alte Landmaschinen und bauen ihre Kartoffeln damit an. Heute kommen die Knollen nahe dem Schietenweg in die Erde.

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So gut wie in jeder Scheune stünden in der Dong noch alte Landmaschinen, weiß Keesen. Sein Vater habe mit drei Nachbarn einst eine Maschinengemeinschaft zum Erhalt der Oldtimer gegründet. Keesen selbst nennt als Lohnunternehmer zwar zahlreiche hochmoderne, computergesteuerte Großmaschinen sein Eigen. „Die würden die Arbeit hier in ein paar Minuten erledigen“, lächelt Kartoffelheld Peter Klein. „Aber das wäre ja nur der halbe Spaß.“

Landwirt Keesen: „Schon mein Vater baute Kartoffeln für die Familie an“
Die angerostete Pflanzmaschine, so Klein weiter, lege die Knollen nicht so ganz regelmäßig in die Erde. „Da muss man ab und zu noch eine Kartoffel von Hand reinlegen. Daher laufen hier auch die Leute mit.“ Wie Jürgen Siebrands und Michael Krings, Jochen Keesen (Diethelms Bruder) mit Sohn Tom Keesen (14). Das Pflanzgut stammt von einem befreundeten Landwirt. Die Sorten Loreley und Belana sollen diesmal für reiche Ernte sorgen. Letztes Jahr, ein Rekordjahr, wurden aus 300 Kilo Pflanzkartoffeln stolze vier bis fünf Tonnen Ernte. „Die haben wir nach und nach der Tafel gespendet und zum geringen Teil bei Stadtfesten verkauft. Davon können wir wieder Pflanzkartoffeln kaufen“, erklärt Klein.
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Die Kartoffelhelden Dong entstanden vor sieben, acht Jahren aus dem Donger Schulverein. „Dem gehören hier eigentlich alle an“, weiß Diethelm Keesen. Regelmäßig feiert man zusammen Feste und sammelt beim Dreck-weg-Tag den Müll in der Dong ein. Da entstand vor einigen Jahren die Idee, doch zusammen mit den alten Maschinen etwas anzupflanzen. „Schon mein Vater baute Kartoffeln für die Familie an“, berichtet der Ortslandwirt.
Rückschläge gab es inzwischen auch: Vor zwei Jahren machte die Krautfäule, ein Pilz, alle Mühen der Donger Helden zunichte. Denn, so Keesen, man baue die Knollen mit sehr wenig Chemie und nur etwas Dünger an. Nur gegen den Kartoffelkäfer müsse man stets etwas tun: „Die Larven fressen sonst alle Knollen auf.“

„Wir sind eine schöne Gemeinschaft – und alle Hobby-Treckerfans“
Im Schulverein gab es keine Berührungsängste: Man nahm im Lauf der Zeit auch zugezogene Familien aus Kanada, Sardinien, Polen oder Frankreich nett auf. Wie Jayson Mazerolle aus Winnipeg/Kanada, der seit 2010 mit der Familie in der Dong lebt und sich als Imker selbstständig gemacht hat. Seine Frau stamme aus Frankreich. „Wir sind eine schöne Gemeinschaft“, schwärmt er. „Und wir sind alle Hobby-Treckerfans.“ Tom Keesen erklärt: Der älteste Oldtimer sei ein Allgaier Porsche Diesel von 1950.
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Gerade schnappt sich Marcel Pagel einen Sack Pflanzkartoffeln, als wär das nix, und trägt ihn zum Trecker aufs Feld. Tom Keesen legt eine kurze Pause ein: „Ich helfe immer gerne hier draußen mit“, sagt er. Landwirt will der Jugendliche aber nicht werden. „Eher etwas mit Technik.“ Klein ergänzt: Bei der Ernte würden noch viel mehr Hände gebraucht. „Da müssen die Kartoffeln auf der alten Maschine noch von Hand sortiert werden.“
Was die Arbeit auf dem Feld besonders für die Älteren der Helden noch attraktiver macht: „Das sind die gemütlichen Zusammenkünfte im Bauwagen hinterher“, lächelt Peter Klein. Daneben gebe es auch einen netten Abend nach der Ernte. Und im Winter komme man bei Keesen zusammen, um in den beiden alten Backöfen Brot und Pizza zu backen. Das gehört auch dazu: die Besprechungen im Bauwagen. Die könnten auch mal länger dauern, erklärt Peter Klein und lacht. „Besonders, wenn die Frauen nicht dabei sind.“




