Wer sich seine Miete oder den Kredit für die eigene Immobilie nicht leisten kann, kann in Deutschland Wohngeld beantragen. Viele Berechtigte nehmen es allerdings gar nicht wahr. Nach einer Gesetzesanpassung sind die Zahlen in Nordrhein-Westfalen nun im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Auch in Mülheim. Dennoch beziehen an der Ruhr immer noch vergleichsweise wenige Haushalte diese Sozialleistung.
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Das Wohngeld ist die erste Hilfsmaßnahme, wenn das Einkommen nicht mehr ausreicht, um angemessenen Wohnraum zu bezahlen. Es soll zudem davor schützen, andere Sozialleistungen wie etwa das Bürgergeld in Anspruch nehmen zu müssen. Es richtet sich vor allem an Mieterinnen und Mieter, aber auch bei selbst genutztem Eigentum kommt es infrage. Zudem können auch Menschen in Pflegeheimen einen Zuschuss zu ihren Wohnkosten erhalten.
Laut Schätzung: Hunderttausende lassen Wohngeld liegen
Allerdings gibt es Schätzungen, dass Hunderttausende in Deutschland trotz Berechtigung kein Wohngeld beantragt haben. Abhilfe schaffen sollte das am 1. Januar 2023 in Kraft getretene Wohngeld-Plus-Gesetz. Mit dem wurde nicht nur der Kreis der Berechtigten vergrößert, sondern auch der durchschnittliche Anspruch erhöht – unter anderem durch die Einführung einer dauerhaften Heizkostenkomponente.
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In NRW macht sich dieser Schritt nun bemerkbar. Im zweiten Jahr hintereinander stieg die Zahl der Haushalte mit Wohngeld um 24.245 oder umgerechnet 7,5 Prozent auf 348.090 Haushalte. Landesweit bezogen damit rund vier Prozent der Hauptwohnsitze Wohngeld. In manchen Städten war der Anteil deutlich höher als im NRW-Durchschnitt, am höchsten in Hamm (7,4 Prozent) und Herne (6 Prozent).
So hoch ist der Anteil der Wohngeldempfänger in Mülheim
In Mülheim hingegen ist der Anteil deutlich geringer. Nur 3,1 Prozent der Haushalte bekommen ein Wohngeld ausgezahlt. Nur in sieben Städten oder Kreisen ist das Verhältnis noch geringer. Vor allem im Kreis Olpe (2,7) und im Rheinisch-Bergischen Kreis (2,9). In ganzen Zahlen liegt Mülheim sogar auf dem fünften Rang von hinten. Wenngleich auch die Ruhrstadt eine Steigerung von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, wurden Ende 2025 lediglich 2935 Haushalte mit Wohngeld versorgt. Weniger gab es in NRW nur in Höxter, Leverkusen, Remscheid und wiederum Olpe.
- Wohngeld beantragen? Hier gibt es alle Informationen der Stadt Mülheim
Nach der Anpassung an die allgemeine Preisentwicklung zum Jahresbeginn 2025 lag der durchschnittliche Wohngeldanspruch in NRW bei 322 Euro im Monat und damit elf Euro höher als ein Jahr zuvor. Die Höhe hängt vom Einkommen, der zuschussfähigen Miete oder der Belastung und der Zahl der Haushaltsmitglieder ab. Normalerweise wäre die nächste Erhöhung am 1. Januar 2027 an der Reihe, ein neuer Gesetzentwurf könnte diese turnusmäßig vorgesehene Anpassung aber aussetzen.





