Zusammenfassung
- Die CDU Oberhausen präsentiert ihr Kommunalwahlprogramm 2025 bis 2030 mit Fokus auf starke Wirtschaft, gesellschaftlichen Zusammenhalt und nachhaltige Stadtentwicklung.
- Oberbürgermeister Daniel Schranz kandidiert erneut, während die CDU innovative Ideen wie ein Jugendrathaus und die Förderung von Investoren für neuen Wohnraum vorstellt.
- Die Partei setzt auf Modernisierung und Digitalisierung der Schulen und strebt eine Willkommenskultur für Investoren an, um Oberhausen als Top-Standort für berufliche Bildung zu etablieren.
Wer zehn Jahre lang den Oberbürgermeister einer Großstadt stellt und maßgeblich die politischen Handlungen im Stadtgebiet im Rat steuert, der hat es mit seinen Zukunftsideen vor einer nächsten Kommunalwahl nicht mehr so einfach wie früher, als fast 60 Jahre lang die andere große Partei regierte.

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Das Dilemma liegt auf der Hand. Wenn die CDU mit ihrem Stadtoberhaupt Daniel Schranz glaubt, dass sich seit seiner ersten, für Außenstehende überraschenden Wahl in der einstigen SPD-Hochburg im Jahre 2015 alles zum Besten gewendet hat und viel Selbstlob versprüht, dann gibt es ja in Oberhausen nicht mehr besonders viel zu verbessern und zu verschönern. Wenn die CDU aber eine ganze Menge an Verbesserungsideen für die nächsten Jahre auffährt, dann scheinen ja die vergangenen zehn Jahre nicht ganz so toll gewesen zu sein.
Die Oberhausener CDU-Vorsitzende und -Ratsfraktionschefin Simone-Tatjana Stehr weiß das natürlich und versucht, diesen Zwiespalt bei der Vorstellung des neuen Kommunalwahlprogramms der Jahre 2025 bis 2030 mit einem rhetorischen Balanceakt aufzulösen: „Wir tragen zehn Jahre lang die Verantwortung und legen eine beachtliche Bilanz vor, was wir alles geschafft haben. Die Erfolge und guten Grundlagen wollen wir aber ausweiten, um sie auf eine höhere Qualitätsstufe zu hieven.“
CDU setzt auf drei Themen-Schwerpunkte für Oberhausen
Stehr ließ seit Herbst 2024 mehrere Arbeitsgruppen tagen, um ein möglichst konkretes Programm zur Verbesserung der Lebensqualität in Oberhausen zu entwickeln. Schwerpunkte sind drei Themen: starke Wirtschaft, gesellschaftlicher Zusammenhalt und nachhaltige Stadtentwicklung.
Die Erfolge und guten Grundlagen wollen wir ausweiten, um sie auf eine höhere Qualitätsstufe zu hieven
Simone-Tatjana Stehr, Oberhausener CDU-Vorsitzende
Herausgekommen ist ein 50-seitiges Werk unter dem Wahlkampf-Slogan „Mit Herz und Verstand für Oberhausen!“, das die Erfolge aus Sicht der CDU bilanziert, aber den Großteil des Textes auf konkrete Ideen der Zukunft verwendet. Das Künstliche-Intelligenz-Programm „NotbookLM“ von Google fand auf den Seiten immerhin, offenbar recht großzügig gezählt, exakt 318 Vorschläge aus den Reihen der lokalen CDU-Politiker. Darunter gibt es allerdings auch viele, die vor allem hervorheben, dass man Kooperationen stärken, Netzwerke intensivieren und Partnerschaften beleben will - typische Wahlprogramm-Prosa eben.

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Was die KI nicht automatisch herausfindet, sind Vorschläge, die es nicht in die Ideenkiste der CDU geschafft haben. So schlägt die CDU trotz aller öffentlichen Debatten kein neues Freibad und kein neues Hallenbad vor. Denn: „Oberhausen hat auch dank der energetisch ertüchtigten sieben Lehrschwimmbecken nicht zu wenig Wasserfläche, damit Kinder schwimmen lernen können. Im Gegenteil meinen auch Fachleute: Unsere Situation kann sich sehen lassen“, sagt Oberbürgermeister Daniel Schranz, der am 14. September 2025 zum vierten Mal in seiner politischen Karriere fürs höchste städtische Amt kandidiert.
Wir haben nicht zu wenig Wasserfläche, damit Kinder schwimmen lernen können.
Daniel Schranz, Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen und CDU-Spitzenkandidat
Aber auch eine neue weiterführende Schule, wie von SPD und Linken vorgeschlagen, streben die CDU-Politiker zumindest in ihrem Wahlprogramm nicht an. Sie zweifeln angesichts der Schüler-Prognosen, dass zusätzlich zur neuen Gesamtschule an der Knappenstraße noch eine weitere Schule notwendig ist. „Bis eine weitere neue Schule fertig wird, ist der Höhepunkt der Schülerzahlen wohl schon wieder vorbei“, meint CDU-Fraktionsvize Gundula Hausmann-Peters.
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Entscheidender seien vielmehr die Modernisierung und Digitalisierung der Schulen - und hier habe die Stadt inklusive Kitas 230 Millionen Euro seit 2015 in die Immobilien gesteckt, lobt die CDU-Schulpolitikerin. Hier müsse weiter investiert werden. Und wichtig sei auch das Personal für die bestehenden Schulen: Der Ganztag in Grundschulen soll mit mehr qualifizierten Kräften ausgestattet werden, Schulen sollen mehr Sozialarbeiter erhalten.
Bis eine weitere neue Schule fertig wird, ist der Höhepunkt der Schülerzahlen wohl schon wieder vorbei
Gundula Hausmann-Peters, Oberhausener CDU-Ratsfraktionsvize und Vize-Kreisverbandsvorsitzende
Ehrgeiziger Anspruch: Oberhausen soll der attraktivste Wirtschaftsraum werden
Den ehrgeizigsten Anspruch hat die CDU in den nächsten fünf Jahren im Wirtschaftsbereich. „Wir wollen der attraktivste Wirtschaftsraum im westlichen Ruhrgebiet sein“, formuliert Stehr mutig. Gelingen soll dies dank der Altschulden-Lösung mit einem abgesenkten Gewerbesteuersatz, einer besser digitalisierten Stadtverwaltung und einer service-orientierten Wirtschaftsförderung für Mittelständler und Unternehmensgründer.
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Die CDU strebt eine „Willkommenskultur für Investoren mit praxisnahen Wirtschaftslotsen“ an - und will in leer stehenden Innenstadt-Immobilien junge Selbstständige mit pfiffigen Ideen ansiedeln. Nach Träumereien über eine neue NRW-Hochschule in Oberhausen konzentriert sich die CDU angesichts fehlender Fachkräfte ringsherum nun darauf, Oberhausen als „Top-Standort für berufliche Bildung“ zu vermarkten. Faustpfand hier ist das Berufsförderungswerk der Bauindustrie in Osterfeld, das sich mit dem Gartendom-Gelände noch erweitern will. Die Betreuung von jungen Menschen für den Übergang von der Schule in den Beruf soll ausgebaut werden - auch durch „Joblinge“, einem Programm für Jugendliche mit beruflichen Problemen.

Um Familien zu zeigen, dass sich die Stadt intensiv für Kinder und Jugendliche einsetzt, schlägt die CDU überraschend vor, neben dem Haupt-Rathaus an der Schwartzstraße, dem Technischen Rathaus in Sterkrade und dem neuen Sozialrathaus an der Essener Straße ein Jugendrathaus einzurichten. Hier sollen Familien an einer einzigen Stelle jegliche Hilfe aus einer Hand erhalten.
Baulotsen der Stadt sollen private und professionelle Bauherren durch die Bürokratie leiten
Damit Familien überhaupt nach Oberhausen ziehen können, will die CDU erreichen, dass Investoren neuen Wohnraum schaffen können. Sie sollen künftig von Baulotsen durch den Bürokratie-Dschungel gelenkt werden. „Dabei geht es auch um hochwertigen Wohnraum. Warum sollen Berufstätige, die in Düsseldorf gutes Geld verdienen, nicht hier hochwertig wohnen?“, fragt Stehr.

Wohnhäuser gebaut werden sollen auf alten Industrieflächen, aber die CDU will auch eine Nachverdichtung im Stadtgebiet erreichen. Gleichwohl soll das Stadtklima durch die Förderung von grünen Dächern und Fassaden sowie die Errichtung des „Oberhausener Central-Parks“ (Kaisergarten, Olga, Emscherinsel und Grafenbusch) verbessert werden. Die CDU-Idee aus dem Sommer 2020 ist bisher allerdings noch kaum vorangekommen.
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Weil sich eine erkleckliche Zahl an Menschen in Oberhausen unsicher fühlt und noch mehr Bürger die Stadt als dreckig empfinden, wollen die Christdemokraten das Kapitel „Sauberkeit und Ordnung“ ausweiten. Diese Vorschläge sind allerdings schon bekannt: eine weitere Aufstockung der städtischen Ordnungskräfte, eine knallige Farbe für deren Autos, eine zentrale Leitstelle, mehr Licht auf Plätzen und in Parks - sowie eine Videoüberwachung auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Zudem sollen die alten Papier- und Glascontainer durch moderne Unterflur-Abfallcontainer ersetzt werden.
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Das vollständige Programm der CDU kann man herunterladen von der Seite www.cdu-oberhausen.de.













