Zusammenfassung
- Die Firma Purmetall aus Oberhausen produziert Schiebersand und feuerfeste Materialien, die weltweit in der Stahlindustrie gefragt sind.
- Durch moderne Technik, Umweltschutzmaßnahmen und Recycling konnte das Unternehmen seinen Umsatz steigern und setzt auf Nachhaltigkeit.
- Purmetall sucht dringend neue Mitarbeitende, um offene Stellen in der Produktion und Technik zu besetzen.
Eine Firma aus dem Ruhrgebiet, die ständig Sand in arabische Wüstenstaaten liefert: Das hat in seinem Umfeld schon für gewisses Schmunzeln gesorgt, erzählt Geschäftsführer Johannes Greinacher. Was auf den ersten Blick eher kurios anmutet, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein sehr erfolgreiches Geschäft. Doch dieses bedarf wohl der Erläuterung.
Spezialsand kommt bei Temperaturen von über 1600 Grad zum Einsatz
Der Betrieb, der hier gemeint ist, heißt Purmetall. Er hat in Lirich an der Stadtgrenze zu Oberhausen seinen Sitz. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in die Jahre des Wiederaufbaus in Deutschland zurück. Seither fertigt das Werk feuerfeste Materialien für die Stahlindustrie. Die Nummer 1 unter den Produkten ist sicherlich der heiß begehrte Schiebersand. Hier gehört das Werk inzwischen weltweit zu den führenden Produzenten.
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Das schwarze, feine Pulver wird beim Abstich von flüssigem Stahl mit Temperaturen von 1600 Grad und mehr benötigt. Damit das heiße, flüssige Material in den Anlagen seinen Weg durch die Gießkanäle nehmen kann, kommt dieser Spezialsand zum Einsatz. Für dessen Herstellung hat Purmetall im Laufe der Jahrzehnte ein enormes Know-how gewonnen: Er produziert den Spezialsand mithilfe von gerade mal drei Stoffen.

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Was sich zunächst recht einfach anhört, ist schließlich aber doch ein recht komplexes Verfahren, wie Greinacher erklärt. Denn die Zugabe von Quarzsand, Chromerz und Kohlenstoff muss genau aufeinander abgestimmt sein, um qualitätsvolle Ware zu erhalten.

Hunderte von Kunden weltweit
Wenn der Schiebersand am Ende fein säuberlich verpackt ist und säckeweise die Hallen an der Niebuhrstraße verlässt, dann ist er für Hunderte von Abnehmern rund um den Globus bestimmt. Natürlich gehören nicht nur Kunden in den eingangs erwähnten Staaten der Golfregion dazu, sondern ebenso Lateinamerika, Thailand, Indien, die USA oder Kanada, um nur einige Beispiele zu nennen. Aber neben Firmen in weiter Ferne beliefert Purmetall ebenso die großen Stahlwerke im heimischen Raum.
Aber zurück in die Werkshallen: Damit die Fertigung den hohen Ansprüchen genügt, kommt Hightech ins Spiel, beispielsweise mit Sensoren, die es ermöglichen, den gesamten Ablauf genau zu kontrollieren. Auf einem Monitor können die Fachkräfte des Unternehmens genau verfolgen, aus welchen der meterhohen Silos welche Mengen gerade unterwegs sind und verarbeitet werden.
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Feuerfester Beton für die Stahlproduktion
Der Bildschirm hat seinen Platz inmitten des Leitstands, dem Herz des Werkes, wie Betriebsleiter Lutz Eijking schildert. Von hier aus haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, auch die Fertigung eines weiteren Produkts zu verfolgen, mit dem sich Purmetall einen Namen gemacht hat. Es handelt sich um feuerfesten Beton. Auch er hat wie der Schiebersand in der Stahlherstellung einen enorm wichtigen Platz.
Stahlwerke verfügen in der Regel über riesige Konverter, in denen – vereinfacht gesagt – aus flüssigem Eisen und Sauerstoff Stahl entsteht. Dafür müssen aber die Innenwände der Anlage hinreichend ausgekleidet sein, beispielsweise mit feuerfestem Beton, den das Oberhausener Unternehmen ebenfalls herstellt. Dazu bedarf es unterschiedlicher Arten von chemischen Stoffen, die den Anforderungen entsprechend in den Anlagen von Purmetall gemischt werden.

Angesichts der Dauerbelastung, der solche Konverter ausgesetzt sind, kommt es immer wieder zu Schäden am Beton. Aber auch für solche Reparaturen bietet das Unternehmen Materialien an, damit die Anlage wieder voll genutzt werden kann. Schließlich stellt Purmetall auch feuerfeste Auskleidungen bereit, mit denen in Elektro-Öfen Stahl produziert wird.
Ferner versteht sich Purmetall auf die Herstellung von synthetischen Schlacken und Abdeckmitteln, die ebenfalls in der Stahlproduktion vonnöten sind. Der Betrieb ist zudem an technischen Entwicklungen beteiligt, indem er etwa Stationen konzipiert, um die Beigabe von Schiebersand zu dosieren.
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Umsatz des Unternehmens steigt stetig an
Nun hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren seine Stellung am Markt weiter ausbauen können, der Umsatz stieg stetig und betrug 2024/25 rund 48 Millionen Euro. Um noch effizienter zu werden und zugleich den Umweltschutz voranzubringen, habe man an mehreren Stellschrauben gedreht, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu drosseln, erklärt der Geschäftsführer. Unter anderem setzte das Unternehmen verstärkt auf Recycling. Reste, die in der Produktion anfallen, werden wiederverwertet.
Der Einsatz von E-Staplern, neuen Kompressoren und neuen Anlagemotoren oder auch die verbesserte Isolierung eigener Trocknungsöfen haben ihre Wirkung gezeigt. Das Werk bezieht inzwischen nur noch Ökostrom; durch die Installation von Solaranlagen deckt man zehn Prozent des eigenen Strombedarfs.
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Großen Wert lege Purmetall auf den Unfallschutz, der auch ausgebaut worden sei, betont Greinacher. Neben zusätzlichen Warn- und Hinweisschildern, der Ausweisung von sicheren Wegen auf dem Gelände standen und stehen Sicherheitsschulungen für die 120 Beschäftigten auf dem Programm. Zehn Sicherheitsbeauftragte gehen alle zwei Wochen mit prüfenden Augen und einer Checkliste durch die Hallen, um nach dem Rechten zu sehen. „Uns ist vor allem daran gelegen, in der Belegschaft für ein entsprechendes Bewusstsein zu sorgen“, erklärt der Firmenchef.
Purmetall will mehr Beschäftigte einstellen
Da die Geschäftsentwicklung erfolgreich verläuft, möchten er und Betriebsleiter Lutz Eijking noch weitere Arbeitskräfte einstellen. Doch es gestaltet sich nach deren Angaben ungemein schwierig, passende Mitarbeiter zu finden. Gern möchte die Firmenleitung noch weitere Produktionsmitarbeiter (3000 bis 3200 Euro Bruttolohn pro Monat), Mechatroniker und Elektroniker (rund 3800 Euro pro Monat) beschäftigen. Zum Grundbruttolohn kommen noch zahlreiche Zulagen hinzu, weil der Betrieb in drei Schichten arbeitet.
Als Zulieferer für Stahlfirmen „wissen wir natürlich auch, dass die Branche hierzulande unter einem enormen Druck steht“, betont Greinacher. Doch die Firma suche stets nach neuen Märkten und habe mit der Lage des Standorts einen großen Pluspunkt: Bis zu den Häfen von Rotterdam und Amsterdam sind es gerade mal 200 Kilometer – „also im Prinzip liegt das ja um die Ecke.“






