Zusammenfassung
- Trotz Wirtschaftskrise, Jobabbau und hoher Arbeitslosigkeit gibt es in Oberhausen viele stabile und vielfältige Branchen.
- Die neue Serie stellt Menschen aus lokalen Unternehmen vor und zeigt, wie sie Herausforderungen wie KI und Fachkräftemangel begegnen.
- Leserinnen und Leser erfahren, welche Stärken, Potenziale und überraschenden Erfolgsmodelle die Oberhausener Wirtschaft hervorbringt. Auf dieser Seite bündeln wir alle Folgen, die im Laufe des Jahres erscheinen: Wirtschaft in Oberhausen
Nachrichten aus der Wirtschaft gehen oft mit negativen Schlagzeilen einher – und das seit mehreren Jahren. Von Ab- statt Aufschwung ist die Rede, von Schwächephase, Rezession und Jobabbau. Nach drei Jahren deutschlandweiter Wirtschaftskrise steigen in Oberhausen die Arbeitslosenzahlen, streicht der Chemieriese Oxea Stellen, geben Geschäfte und Restaurants auf und die Insolvenzen bewegen sich auf einem Allzeithoch.
Wirtschaft meldet neue und positive Trends
Aber ist die Lage nun wirklich so schlimm, frustrierend und beängstigend? Denn es gibt Trends, die zu berechtigter Hoffnung Anlass geben. So ist nach Bundesbank-Zahlen die deutsche Wirtschaft Ende 2025 wieder gewachsen. In der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage mit Mülheimer, Essener und Oberhausener Unternehmen geht die Mehrheit der Chefs von einer stabilen Beschäftigungslage aus.
Diese Redaktion schaut in den nächsten Wochen und Monaten noch genauer hin und erzählt vom Leben in und aus den Unternehmen vor Ort. „Die starken Macher unserer Wirtschaft“ haben wir die Serie genannt, die hiermit beginnt. Dabei blicken wir nicht nur auf Manager und Firmenchefs, sondern auf die Macher des Alltags, auf die Beschäftigten an der Basis.
Blick hinter die Kulissen
Wir bieten einen Blick hinter die Kulissen, stellen Firmen aus unterschiedlichen Perspektiven vor - mit verschiedenen Schwerpunkten: Der eine Betrieb fertigt etwa Produkte, mit denen er ein Alleinstellungsmerkmal hat und als heimlicher Marktführer („Hidden Champion“) gilt. Ein anderer Betrieb hat wiederum vorbildliche Projekte für den Klimaschutz angestoßen, ein weiterer wendet ungewöhnliche Arbeitszeit-, Verdienst- oder Wohlfühlmodelle für seine Belegschaft an.

Entscheidender Punkt der Serie: Wie wappnen sich in der anhaltenden Multikrisenlage die Unternehmen für die Zukunft? Wie begegnen sie der anstehenden KI-Revolution? Zur Struktur von Oberhausen gehören viele Familienunternehmen: Wie stellen sie die Weichen, damit ihre Firma auch weiterhin Bestand hat?
Vorschläge erwünscht
Wer hat sich mit einer hoffnungsvollen Idee selbstständig gemacht? Wer sieht sich als heimlicher Champion der deutschen Wirtschaft? Wer hegt und pflegt seine besten Beschäftigten besonders gut?
Sollte es einen Betrieb, eine Firma mit besonderen Merkmalen geben, die unbedingt im Laufe unserer Serie „Die starken Macher unserer Wirtschaft“ vorgestellt werden soll, dann melden Sie sich gern bei uns!
Die Redaktion ist per Mail unter redaktion.oberhausen@funkemedien.de erreichbar.
Dass es sich lohnt, das Spotlight auf die Oberhausener Wirtschaft zu richten, zeigen auch Zahlen. Die heimische Wirtschaft ist breit aufgestellt und von zahlreichen relevanten Branchen geprägt. Dieser Satz klingt nach einer Floskel, steht aber am Anfang einer informativen Analyse des Fachbereichs „Integrierte Stadtentwicklung und Statistik“ der Stadt Oberhausen.
Über 70.000 Arbeitsplätze in Oberhausen
Trotz einer Arbeitslosenquote von 11,6 Prozent (Februar 2026) gibt es in Oberhausen rund 70.800 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (Juni 2025). Die Zahl der in Oberhausen lebenden Menschen mit einer solchen Tätigkeit liegt mit rund 78.000 deutlich höher – ein Hinweis auf die hohe Zahl an Auspendlern, die ihrer Arbeit in anderen Städten nachgehen. Rund 4200 Firmen bieten die heimischen Jobs im Stadtgebiet an.
Starke Stellung des Gesundheits- und Sozialwesens
Ein Blick auf die Branchen zeigt überraschende Ergebnisse. Eine tragende Säule bildet das Gesundheits- und Sozialwesen mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und sozialen Diensten. Rund 13.300 Menschen arbeiten in diesem Bereich. Ein weiteres Schwergewicht ist der Handel (inklusive Fahrzeug-Reparatur): fast 10.800 Beschäftigte. Allein im Groß- und Einzelhandel sind es rund 9400.

Baubranche weiterhin ein wichtiger Pfeiler
Der klassische Maschinenbau und die Metallverarbeitung, die Oberhausen im Wesentlichen groß gemacht haben, haben zwar seit den 60er Jahren viele Federn lassen müssen, sind aber keineswegs zu einer unbedeutenden Größe zusammengeschmolzen: Im verarbeitenden Gewerbe haben immerhin noch 7100 Menschen ihr Auskommen.
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An Stellenwert gewonnen hat eine Sparte, die man nicht sofort auf dem Zettel hat: Sie trägt den Titel „wirtschaftliche Dienstleistungen“, womit Sicherheitsdienste, Gebäudebetreuung, Zeitarbeitsfirmen als auch Reisebüros und -veranstalter gemeint sind. Hier liegt die Zahl bei rund 7080 Beschäftigten.

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Auch die Baubranche ist trotz zahlreicher Firmenaufgaben der vergangenen Jahre weiterhin ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Über 5600 Menschen arbeiten in diesem Bereich. Ein starkes Pfund ist zudem die Sparte Lager, Logistik und Kurierdienste mit rund 5200 Stellen.
Trotz Gastrokrise behaupten sich Hotels und Gaststätten
Trotz Kneipensterbens und Gastro-Krise bleibt das Gastgewerbe mit 2400 Beschäftigten ein relevanter Arbeitgeber in Oberhausen.

Ingenieurbüros, Rechtsanwalts- und Steuerkanzleien, Wirtschaftsprüfer sowie Forschung und Entwicklung kommen zusammen auf rund 3200 Beschäftigte. In der Erziehung sind etwa 3140 Menschen tätig – als Lehrkräfte an Schulen oder als Erzieherinnen und Erzieher in Kitas.
Kunst, Kultur und Erholung stellen knapp 1000 Arbeitsplätze.
Die Stadtverwaltung zählt zu den größten Arbeitgebern Oberhausens: 3048 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort beschäftigt, davon 739 als Beamte und 2309 als Angestellte. Große städtische Töchter kommen auf 594 (Servicebetriebe Oberhausen, SBO) und 430 (Wirtschaftsbetriebe Oberhausen, WBO) Beschäftigte.
Wirtschaftsförderer zeigen Wachstumspotenziale auf
Welche Potenziale die Oberhausener Wirtschaft auszeichnen, hat die Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr analysiert. Dem Handel kommt durch das Westfield-Einkaufszentrum Centro eine besondere Bedeutung zu. Dass internationale Ketten Oberhausen für ihren Markteintritt nutzen oder Produkte exklusiv präsentieren, unterstreicht die Attraktivität des Centros. Der Sportspezialist Decathlon, der im Herbst eröffnen will, dürfte die Anziehungskraft der Neuen Mitte weiter steigern.
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Rund um das Centro bietet Oberhausen mit Gasometer, Metronom-Theater, Legoland, Topgolf und Minigolf zahlreiche Freizeit- und Unterhaltungsangebote. Mit Karls Erlebnisdorf erhält die Stadt ab Spätsommer 2026 einen weiteren Publikumsmagneten.

Von Tourismus bis Maschinenbau: Welche Stärken Oberhausen aufweist
Ohnehin bescheinigen die Fachleute dem Tourismus noch erhebliche Wachstumschancen, die sich mit zwei Zahlen untermauern lassen: 1995 lagen die Übernachtungszahlen in Oberhausen noch bei nur 60.000. Inzwischen haben sie sich verzehnfacht – auf über 600.000. Potenzial haben in Oberhausen auch Anbieter im Gesundheitswesen: Die Menschen leben immer länger, benötigen aber auch mehr Pflege und ärztlichen Service.
Obwohl Oberhausen keine eigene Universität hat, sehen Experten wissensintensive Branchen wie Erziehung, Unterricht, Gesundheitswesen und Maschinenbau im Aufwind. Auch die Kreislaufwirtschaft gewinnt an Bedeutung, da Ressourcennutzung immer relevanter wird. Mit dem Fraunhofer-Institut Umsicht verfügt Oberhausen über einen Standort mit Know-how. Die Bauwirtschaft spielt in der Stadt ebenfalls eine zentrale Rolle – nicht zuletzt durch das Ausbildungszentrum in Osterfeld, das qualifizierte Fachkräfte hervorbringt.
Das will die neue Serie zeigen
Welche Chancen, Perspektiven und Potenziale in der heimischen Wirtschaft stecken, aber auch welche Herausforderungen zu meistern sind – genau das will die neue Serie beleuchten. Wir garantieren: Selbst Kenner des Oberhausener Stadtgeschehens, werden immer wieder überrascht sein, welche Stärken sich hinter dicken Mauern und Türen der Wirtschaftsakteure in der Stadt verbergen. Auf dieser Seite bündeln wir alle Folgen, die im Laufe des Jahres 2026 erscheinen: Wirtschaft in Oberhausen







