- Die Erdbeersaison hat begonnen und damit ist auch die Zeit der Selbstpflücker gekommen.
- In Wesel, Schermbeck, Hamminkeln und Drevenack gibt es einige Stellen, an denen das möglich ist.
- Wo diese liegen und was Erdbeeren dort kosten – ein Überblick.
Wenn man aktuell Schulte-Drevenacks Hof an der Dinslakener Straße besucht, dem weht, und sich den großen weißen Zelten unweit der Hofeinfahrt nähert, dann weht einem ein betörender Duft um die Nase. Herrlich süß verkündet er: Die Erdbeersaison ist da. Und das bedeutet auch, dass seit dem 7. Mai auf dem Hof der Familie Buchmann wieder Erdbeeren gepflückt werden können.

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Ein Angebot, das viele Menschen mit Freuden annehmen. So auch Mika, Timo und Henry. Die Achtjährigen sind gemeinsam mit ihren Müttern an den Erdbeertunneln unterwegs. Mit Begeisterung machen sich die drei Jungen an die Arbeit – wobei (wie es sich gehört) nicht jede Erdbeere im Korb oder der großen grünen Schüssel landet, die sie dabei haben. Neben den fleißigen Selbstpflückern sind auch die bei Buchmanns fürs Pflücken angestellten Frauen in den Erdbeertunneln unterwegs. Sie pflücken für den Verkauf oder sammeln Erdbeeren ab, die nicht mehr gut sind. Erdbeeren ernten ist hier Frauensache. Dafür übernehmen die männlichen Erntehelfer das Spargelstechen.
Drevenack: 20 Kilo Erdbeeren in der Stunde
Gute Pflücker schaffen 20 Kilogramm Erdbeeren in der Stunde. Ganz so schnell sind Mika, Timo und Henry nicht. Dafür macht ihnen die „Arbeit“ sichtlich Spaß. Währenddessen planen ihre Mütter schon, was aus den kleinen roten Leckereien zubereitet werden kann. Schon im Vorfeld wurde bei den Kindern der Wunsch nach einem Erdbeerkuchen oder Erdbeereis laut. „Wahrscheinlich werden sie einfach gnadenlos aufgegessen und ich werde mich heute Abend fragen, wo die Erdbeeren sind“, meint Tanja Behring lachend. „Dann werden die Jungs grinsen und ich werde morgen früh, wenn die Kinder nicht da sind, versuchen neue Erdbeeren zu holen.“ Das sei meistens so. Ab und zu schaffen sie es aber auch mal, eine Marmelade zu machen. „Und die Marmelade aus diesen Erdbeeren ist so lecker“, schwärmt auch Jasmin Scherf.

Die Chance dafür stehen zumindest bei der Ausbeute dieses Tages schlecht. Denn schon hallt es aus dem Erdbeerzelt: „Mama, wenn du nicht hilfst, dann bekommst du auch nichts ab.“ Die Reaktion der Mütter: „Noch Fragen? Wenns Erdbeeren gibt, dann sind wir raus.“ Ein Kilo selbst gepflückte Erdbeeren kostet hier 8,90 Euro – gepflückt werden kann immer von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr und das bis zum Ende der Saison. Bereits gepflückte Erdbeeren kosten 10 Euro das Kilo. „Der Preis wird sich über Saison hinweg noch anpassen“, sagt Dirk Buchmann. Um die Erdbeeren und alles, was dazu gehört, kümmert sich sein Sohn Stefan.
Schulte-Drevenacks Hof: „Die Juni-Ernte sieht prachtvoll aus“
In den anderen Tunneln, die für die Selbstpflücker nicht zugänglich sind, wachsen die Erdbeeren nicht auf einem Erddamm, sondern in der Höhe in Pflanzrinnen. Noch sind die Früchte klein und gelb, aber in etwa vier Wochen werden auch sie leuchtend rot und reif sein. „Die Juni-Ernte sieht prachtvoll aus“, sagt Landwirt Dirk Buchmann. „Durch die Rinne werden die Erdbeeren luftumspült und reifen deshalb später.“ Buchmanns bauen mehrere verschiedene Sorten an. Dazu gehören die frühreifenden Sorten „Clery“ und „Flair“ und die etwas später reife „Sonsation“.
Wesel und Umgebung: Erdbeeren selbst pflücken
Wesel
Am 29. Mai von 10 bis 18 Uhr können während des Hoffestes am Spargel- und Obsthof Heinen (Obrighovener Straße 121, 46485 Wesel-Obrighoven) Erdbeeren selbst gepflückt werden. Mehr Informationen unter www.heinen-spargel.de
Hamminkeln
Auf dem Hof Schäfer (Borkener Str. 12, 46499 Hamminkeln) fällt der Startschuss zum Erdbeeren-Selbstpflücken in der nächsten Woche. Dann kann wieder zu den Öffnungszeiten des Hofladens – werktags von 9 bis 18.30, samstags von 9 bis 17 und sonntags von 11 bis 17 Uhr – gepflückt werden. Die Preise werden vergleichbar mit denen vom Vorjahr sein. Da kostete ein Kilogramm Erdbeeren 6,50 Euro, beim Kauf von zwei Kilogramm 5,50 Euro (pro Kilo) und ab fünf Kilogramm 4,90 Euro pro Kilo. Zum Pflücken sollten eigene Behälter mitgebracht werden, deren Gewicht wird vor dem Wiegen abgezogen. Weitere Informationen unter www.hof-schaefer.de
Am Gemüsehof Bielefeld (Zum Tollberg 27, 46499 Hamminkeln) kann werktags von 8.30 bis 18.30, samstags von 8 bis 16 Uhr und an Sonntagen von 9.30 bis 13 Uhr selbst gepflückt werden. Ein Kilo Erdbeeren kostete hier zum Saisonstart 7 Euro. Mehr dazu unter www.gemuesehof-bielefeld.de
Schermbeck
Auch bei Schelhorn Obstplantagen in Schermbeck kann wieder selbst gepflückt werden. Die Selbstpflückanlage befindet sich gegenüber (andere Straßenseite) der Adresse Hoher Berg 9. Informationen unter www.www.obstplantagen-schelhorn.de

Aus wirtschaftlicher Sicht sei es am günstigsten, Erdbeeren unter freiem Himmel anzupflanzen. Die Pflanzen nicht im Freien zu ziehen, hat allerdings große Vorteile. „Wir können beispielsweise die Temperatur im gewissen Maße durch Lüften der Tunnel steuern“, erklärt Dirk Buchmann. Die Bewässerung der Rinnen ist ebenfalls kontrollier- und steuerbar. Das sei zwar alles in Gewächshäusern noch besser zu händeln, allerdings sind diese deutlich teurer. Und auch ohne Gewächshaus gedeihen die Erdbeeren in Drevenack prächtig und warten darauf, gepflückt zu werden.




