So schnell kann eine Stichwahl gehen: Rund 40 Minuten nach Auszählungsbeginn war das Rennen auf Kreisebene bereits gelaufen. Um 18.40 Uhr gratulierte SPD-Landratskandidat Peter Paic Amtsinhaber Ingo Brohl zur Wiederwahl. Am Ende hatte Brohl knapp 18.000 Stimmen mehr als sein Mitbewerber. Mit deutlichen 57,4 Prozent startet er nun in seine zweite Amtszeit als Landrat des Kreises Wesel.
Nach Landratswahl im Kreis Wesel: SPD-Mann Peter Paic bietet Gespräche an
Peter Paic zeigte sich als fairer Verlierer und bot „angesichts der geänderten Kräfteverhältnisse im Kreistag“ an, Gespräche über eine Zusammenarbeit zu führen. Damit spielte Paic zum einen auf die herben Wahlverluste an, die die Grünen vor zwei Wochen eingefahren hatten und die ein Ende der absoluten Mehrheit von Schwarz-Grün bedeuteten. Zum anderen blickte er auf das Wahlergebnis der AfD, die neun Sitze im neuen Kreistag besetzen wird und die Bildung neuer Mehrheitsverhältnisse notwendig macht.
Ich hoffe, dass wir weiterhin stabile Mehrheitsverhältnisse im Kreistag darstellen können
Ingo Brohl, Alter und neuer Landrat
Der alte und neue Landrat zeigte sich erleichtert, dass er die Stichwahl „mit einem ordentlichen Abstand gewinnen konnte“, dankte Peter Paic für einen fairen Wahlkampf und kündigte einen Austausch „der demokratischen Mitte im Kreistag“ an, die „höchstwahrscheinlich“ in Sondierungen und Kooperationsgespräche gehe. „Ich hoffe, dass wir weiterhin stabile Mehrheitsverhältnisse im Kreistag darstellen können“, sagte Brohl.
Inwieweit die Gespräche zwischen CDU und SPD von Erfolg gekrönt sind, werden die kommenden Wochen zeigen. Am 6. November kommt der neue Kreistag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Bis dahin könnten sich bereits erste Mehrheitskonturen abzeichnen.
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Der Landrat selbst kann mit diesem Wahlergebnis selbstbewusst in die zweite Amtszeit gehen. Ingo Brohl hatte quasi von Beginn der Auszählung an die Führung übernommen und gab sie auch nicht mehr her. 74.247 Wählerinnen und Wähler im Kreis Wesel brachten schließlich die Entscheidung. Die Wahlbeteiligung war zwar höher als noch vor fünf Jahren, zeigte mit 36,05 Prozent aber, dass die Landratswahl selbst keine besondere Zugkraft in den 13 Kommunen entfaltet. Von 369.867 Wahlberechtigten im Kreis Wesel gaben lediglich 139.300 ihre Stimme bei der Stichwahl am Sonntag ab.


