Innerhalb von nicht einmal einer Woche haben sich am selben Bahnübergang im Ortsteil Menzelen gleich zwei schwere Unfälle ereignet. Ein Zug der Regionalbahnlinie 31 stieß am Mittwochabend (18. Februar) am unbeschrankten Bahnübergang Jägerruh mit einem Auto zusammen. Laut Aussage der Kreispolizeibehörde Wesel ist der Autofahrer inzwischen außer Lebensgefahr. Der Unfall in der vergangenen Woche hatte dagegen mit dem 18-jährigen Autofahrer ein Todesopfer gefordert.

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„Der Schock sitzt tief“, sagt Alpens Bürgermeister Ludger Staymann, der selbst lange bei der Deutschen Bahn gearbeitet hat und nach beiden Unfällen an die Unglücksstelle geeilt war. Die Frage stellt sich nach wie vor: Wie konnte es zu dem Unfall kommen? Und: Wann wird der Übergang besser gesichert?

Zunächst steht eine sogenannte Sonderverkehrsschau an. Vertreter von Bahn, Gemeinde, Polizei und Eisenbahn-Bundesamt sehen sich die Unfallstelle auf mögliche Veränderungen an. Sind vor Ort etwa neue Bäume gepflanzt oder Häuser gebaut worden, die die Sicht behindern? Laut Ludger Staymann, der ganz in der Nähe mit seiner Familie lebt, ist die Situation dort seit Jahren unverändert. Die Strecke ist für Autofahrer weithin einsehbar.

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Strecke wird im laufenden Jahr saniert: Auch mit neuen Übergängen?

Die Bahn schreibt auf Nachfrage der Redaktion, dass im laufenden Jahr auf der Strecke zwischen Xanten und Duisburg Arbeiten anstehen: „Im Zuge der Inbetriebnahme des digitalen Stellwerks (DSTW) „Niederrhein“ Anfang der 2030er Jahre wird die Umrüstung der nicht-technisch gesicherten Bahnübergänge auf der Strecke von Rheinkamp nach Xanten derzeit geprüft.“

Bürgermeister Staymann (39) hofft darauf, dass zeitnah Sicherungen der insgesamt vier unbeschrankten Bahnübergänge in seiner Gemeinde kommen. Er wisse aber auch aus Erfahrung – er arbeitete selbst 23 Jahre lang für das Unternehmen –, dass solche Projekte bei der Bahn in der Regel sehr lange dauern würden. Laut Informationen der Redaktion ist die Ausstattung der Übergänge mit Schranken für 2029 vorgesehen. Der Abschnitt wird auf Tempo 100 ausgebaut, was den Ausbau der Übergänge erforderlich macht.

Erst am vergangenen Donnerstag war es an dem Bahnübergang in Alpen zu einem tödlichen Unfall gekommen.
Erst am vergangenen Donnerstag war es an dem Bahnübergang in Alpen zu einem tödlichen Unfall gekommen.© NRZ | Daniel Cnotka

Bahn: „Zahl der Unfälle ist um 75 Prozent gesunken“

Insgesamt, so schreibt es die Bahn, habe man in Sachen Sicherheit schon viel erreicht. Mitte der Neunzigerjahre gab es bei der DB noch 28.000 Bahnübergänge, mehr als 50 Prozent davon seien nicht technisch gesichert gewesen. 2024 waren es noch 15.729 Anlagen, davon waren weniger als 37 Prozent nicht technisch gesichert. „Dies ist die niedrigste Zahl an Bahnübergängen in der Geschichte der DB AG.“ Die Zahl der Unfälle sei ebenfalls stark rückläufig. 2024 gab es 152 Unfälle an den Bahnübergängen der Deutschen Bahn. 1995 waren es noch 603 Kollisionen. Die Zahl der Unfälle ist somit um 75 Prozent gesunken.