Zufriedene Stimmung bei den heimischen Hotelbetreibern: Der Tourismus am Niederrhein bleibt auf Wachstumskurs, meldet Niederrhein Tourismus mit Verweis auf die aktuellen Zahlen für das erste Quartal 2026. Besonders erfreulich: Die Region wird wieder stärker von internationalen Gästen nachgefragt. Geschäftsführerin Martina Baumgärtner schließt daraus, dass der Geschäftsreisetourismus zurückkehrt. „Offenbar hat sich herausgestellt, dass nicht alles per Videokonferenz zu leisten ist“, sagt sie auf Nachfrage, „manchmal bringt das persönliche Gespräch bessere Ergebnisse“.

Belastbare Zahlen, wie viele Geschäftsreisende und wie viele Freizeittouristen kommen, habe sie nicht. Doch die Erfahrung aus 20 Jahren und die Gespräche mit den Hoteliers ließen darauf schließen. „In Wesel beispielsweise sind die Hotels gut belegt. Bis Donnerstag mit Geschäftsreisenden, am Wochenende kommen dann die Touristen.“ Als Beispiele nennt sie das Welcome Hotel und das Waldhotel Tannenhäuschen.

Kurzurlaube im Trend

Ein weiterer, bundesweiter Trend mache sich auch am Niederrhein bemerkbar: Die internationalen Krisen verunsichern und machen Fernreisen unattraktiver. Baumgärtner nennt einen zusätzlichen Effekt. „Wir sind traditionell eine Kurzurlaubsregion“, sagt sie. Die Krisen machten sich in den Geldbeuteln der Menschen bemerkbar, man plane kürzere Urlaube. „Die Leute schauen sich im näheren Umfeld um und finden bei uns ehrliche Preise.“ Zudem habe die Region viel zu bieten, das spreche sich herum. Beide Trends zusammen – Geschäftsreisende und Touristen – lassen für die Region hoffen.

Wir sind auch für die kommenden Monate optimistisch

Martina Baumgärtner, Geschäftsführerin Niederrhein Tourismus

Die Zahlen konkret: Schon im ersten Quartal wurden laut Landesbetrieb IT.NRW am Niederrhein 443.761 Übernachtungen gezählt. Das entspricht einem Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum sowie einem Zuwachs von zwei Prozent im Vergleich zu 2024. Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei den ausländischen Gästen aus: Die Zahl der Ankünfte stieg um 20,7 Prozent, die Übernachtungen legten um 13,6 Prozent zu. Das statistische Landesamt IT.NRW berücksichtigt nur Betriebe mit zehn und mehr Betten.

Optimistisch in die Saison

Martina Baumgärtner gibt zu bedenken, dass die eigentliche Urlaubssaison erst im April starte. „Wir sind auch für die kommenden Monate optimistisch. Natürlich werden wir die Zahlen auch künftig im Blick behalten und über die weitere Entwicklung quartalsmäßig informieren“, so Baumgärtner.

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Bereits das Jahr 2025 hatte dem Tourismus am Niederrhein starke Ergebnisse beschert. Zwischen Januar und Dezember wurden insgesamt gut eine Million Gästeankünfte gezählt – ein Plus von knapp 50.000 gegenüber dem Vorjahreszeitraum (plus 4,8 Prozent). Bei den Übernachtungen verzeichnete die Region ein Wachstum von rund 50.000 auf insgesamt 2,4 Millionen (plus 2,1 Prozent). Auch diese Statistik erfasst ausschließlich Betriebe ab zehn Betten. Kleinere Ferienwohnungen, Frühstückspensionen, Caravanstellplätze und Ähnliches sind nicht erfasst. Diese Zahlen berücksichtigt, laut Niederrhein Tourismus zum Teil geschätzt, weil keine Meldepflicht besteht, sehen noch erheblich besser aus.

Niederländer tagen am Niederrhein

Unter den gemeldeten Gästen waren auch bereits im vergangenen Jahr mehr internationale Gäste. Gut die Hälfte von ihnen komme aus den Niederlanden und Belgien. Zum Teil, ordnet Baumgärtner ein, als Freizeittouristen. „Aufgrund der Preisstruktur in den Niederlanden werden inzwischen aber viele Tagungen in Deutschland abgehalten. Hier sind auch die Leistungen vielversprechender“, sagt sie.

sz