Am Niederrhein herrscht Hitze – und mit ihr wächst die Gefahr im Wald. In den kommenden Tagen steigt die Waldbrandgefahr in NRW verbreitet auf Stufe 3, vereinzelt auf Stufe 4. Das teilt der Landesbetrieb Wald und Holz NRW mit. Stufe 3 steht laut Waldbrandgefahrenindex für mittlere, Stufe 4 für hohe Gefahr. „Wir steuern an vielen Stellen klar auf die Stufe 4 zu“, sagt Regionalforstamtsleiter Julian Mauerhof. „Aktuell haben wir den Vorteil, dass es unten im Wald noch sehr grün ist. Aber bei dieser hohen Sonneneinstrahlung wird das natürlich relativ schnell kippen. Und es gibt leider Leute, die bei dem schönen Wetter gerne in den Wald fahren und grillen oder Feuerkörbe anzünden.“
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Offenes Feuer ist tabu
Die Regeln sind simpel: Grillen und Lagerfeuer sind im Wald und im Umkreis von 100 Metern verboten. Vom 1. März bis 31. Oktober gilt ein gesetzliches Rauchverbot. Glimmende Kippen lösen laut Wald und Holz NRW immer wieder Brände aus. Rettungswege und Waldzufahrten müssen frei bleiben – jede zugeparkte Schranke kostet im Ernstfall Minuten.
Oft unterschätzt: parkende Autos. Auf trockenem Gras oder Laub kann ein heißer Auspuff schnell ein Feuer entfachen. „Wer mit dem Fahrzeug unterwegs ist, sollte daher auf die Vegetation achten und sein Fahrzeug am besten auf ausgewiesenen Parkplätzen außerhalb von Wald und Feld parken“, sagt Hartwig Dolgner von Wald und Holz NRW.
Den Höhepunkt erwartet der Experte im Hochsommer. Eine frühe Entdeckung sei dann entscheidend – gerade in Zeiten, in denen das „Ökosystem Wald derart angegriffen sei, wie es sich aktuell zeigt“, so Dolgner. Trockenschäden durch den Klimawandel verschärfen die Lage.
Jeder Spaziergänger ist eine Waldbrandwache
Auf die Profis allein kann sich niemand verlassen: Wer wandert, Rad fährt oder mit dem Hund unterwegs ist, wird zur Waldbrandwache – ein Handy reicht. Bei Rauch oder Flammen sofort die 112 wählen! Eigene Löschversuche lohnen nur bei kleinsten Entstehungsbränden, sonst gilt: weg vom Gefahrenort, Notruf absetzen!

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Ortskenntnis ist nicht zwingend nötig. „Beschreibungen wie ‚Ich habe auf dem Wanderparkplatz XY geparkt und bin dann rechts in den Wald abgebogen und dem Spazierweg gefolgt‘ können für die Einsatzkräfte bereits sehr hilfreich sein“, erklärt Dolgner.
Wichtig: die 112 wählen, nicht den Förster. „Wird der Förster bei einem Waldbrand angerufen, kann der auch nichts anderes machen, als die Feuerwehr zu alarmieren“, so der Experte. Orientierung bietet der fünfstufige Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes – vor Ort kann die Gefahr laut Wald und Holz NRW aber höher sein.
Waldbrände vermeiden – die Regeln im Überblick
Kein offenes Feuer im Wald und im Umkreis von 100 Metern
Rauchverbot im Wald vom 1. März bis 31. Oktober
Keine Zigarettenkippen aus dem Autofenster
Fahrzeuge nur auf befestigten Flächen abstellen
Rettungs- und Waldwege freihalten
Bei Rauch oder Flammen: sofort 112 wählen





