Es ist ein Szenario, das wohl jeder, der schon mal mit der Schwebebahn gefahren ist, schon mal im Kopf hatte: Was passiert, wenn der Wagen mitten auf der Strecke stehen bleibt? Am Mittwochabend (7. Januar) wurde dieses Szenario für 16 Fahrgäste Realität. Die Rettung funktionierte reibungslos.
Gegen 20 Uhr ging im Bereich Oberbarmen der Strom aus. Ein Wagen mit 16 Personen blieb kurz vor der Station stehen. „Wir haben zunächst versucht, den Fahrstrom aus weiterhin versorgten Streckenabschnitten zuzuschalten“, erklärt WSW-Sprecher Rainer Friedrich. Als das nicht gelang, sei klar gewesen, dass die Fahrgäste evakuiert werden müssen.
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Das Problem: Die rechte Vordertür befand sich über einer ungesicherten, absturzgefährdeten Stelle. Ein normaler Ausstieg war unmöglich.
Schwebebahn-Stillstand: Alle 16 Personen blieben unverletzt
Die Lösung kam von der Berufsfeuerwehr. Zunächst befreiten die Einsatzkräfte die Ausstiegsstelle von Schnee und Eis. Dann positionierten sie einen speziell gesicherten Feuerwehrmann so, dass die Fahrgäste sicher aussteigen konnten.
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„In enger Abstimmung mit der Fahrerin wurden so alle 16 Personen unverletzt aus der Schwebebahn geführt“, berichtet die Feuerwehr. Nach 60 Minuten war der Einsatz beendet.
Aber was passiert, wenn die Schwebebahn nicht direkt an einer Haltestelle, sondern über der Straße oder gar über der Wupper stecken bleibt?
- Für Notfälle an der Schwebebahn existieren durchdachte Pläne, sagt Friedrich. „In Abstimmung mit der Feuerwehr haben wir ein Rettungskonzept für alle erdenklichen Szenarien entwickelt.“

Die Feuerwehr Wuppertal hat für einen Fall der Evakuierung zusammen mit den WSW ein spezielles Gerät konstruiert. Feuerwehrsprecher Christian Spoo erklärt es wie folgt: „Es ist im Prinzip ein simpler Flaschenzug, der aber „Füße“ hat, die genau auf das Schwebebahngerüst passen. Die Menschen können so entweder nach unten abgeseilt werden (das empfiehlt sich aber nur auf der Landstrecke der Schwebebahn) oder auf das Gerüst gezogen werden.“
Das Schwebebahn-Gerüst ist begehbar. So kann die Wuppertaler Feuerwehr Fahrgäste zu Fuß zu nächsten Station leiten. Wuppertals Feuerwehr übt regelmäßig mit diesem Gerüst. Zuletzt führte sie es im November bei einer Tagung mit Höhenrettern aus ganz NRW vor.
Dabei werden auch komplizierte Rettungen geübt – etwa von verletzten oder mobilitätseingeschränkten Personen. Wer nicht mobil oder nicht mehr gut zu Fuß ist, den kann die Feuerwehr auch mittels eines Sitzes oder mit einer Trage evakuieren.
Vor Evakuierung wird geschaut: Kann die Schwebebahn doch fahren?
Bevor ganz evakuiert werden muss, versuchen WSW und Feuerwehr aber erst, die Schwebebahn wieder ans Laufen zu bekommen.
- Die erste Option ist, zu schauen, ob die WSW eine Fahrstromversorgung wiederherstellen kann, so dass die Bahn den nächsten Bahnhof erreichen kann.
Wie WSW-Sprecher Friedrich erklärt, ist es aufgrund des Gewichts der Bahnen nicht möglich die Stromversorgung über einen batteriegespeisten Elektromotor sicherzustellen. „Die Batterien in den Fahrzeugen dienen vor allem dem Weiterbetrieb sicherheitsrelevanter Einrichtung wie Beleuchtung und Funk“, sagt er.
Die Ursache des Vorfalls am Mittwoch sei eine „normale Schutzauslösung“ im Mittelspannungsnetz, sagte Friedrich der Westdeutschen Zeitung. Der Vorfall ereignete sich gegen 20 Uhr, gegen 21 Uhr konnten die letzten Fahrgäste die Schwebebahn verlassen.




