Der Ministerpräsident spielt auf der Berliner Bühne und fällt in NRW durch umstrittene Personalentscheidungen und wenig Fingerspitzengefühl auf.

Es ist die Pflicht der Opposition, den Finger in die Wunde zu legen. Und das haben CDU und FDP als Oppositionsparteien in NRW ja auch immer wieder gemacht. G8/G9, innere Sicherheit, Schlusslicht bei Arbeitslosigkeit, Wachstum und Verschuldung – man kann nicht behaupten, Schwarz-Gelb habe sich vornehm mit Kritik zurückgehalten.

Dumm ist nur, dass die neue Regierung bereits in den ersten Monaten eine Serie an Pannen hingelegt hat. Die Besetzung des Medienminister-Ressorts durch den Medienunternehmer Stephan Holthoff-Pförtner, mindestens ungeschickt. Den Lobbyisten Friedrich Merz mit dem Willen zu holen, den Merkel-Intimfeind zum Beauftragten für transatlantische Beziehungen und zum Aufsichtsratsvorsitzenden am Flughafen Köln-Bonn zu machen, mindestens fragwürdig. Und jetzt noch das inzwischen stornierte, weil komplett ärgerliche Vorhaben des Verkehrsministers Hendrik Wüst, das Sozialticket für Bedürftige zu streichen...

Allesamt Pannen also, die doppelt nerven, weil sie so leicht vermeidbar gewesen wären.