Endlich Mittagspausenzeit in einem Gewerbegebiet im niederländischen Grenzort Duiven. Der Tag hat früh begonnen, wir haben Appetit auf die Geschmacksrichtung „salzig und fettig“. Also steuern wir das Food Village an, dieses Fressdorf mit zahlreichen Systemgastronomien, das vor ein paar Monaten eröffnet hat. Mehrere Holzhütten mit Schnellküchen stehen um einen Parkplatz herum. Eine Filiale von Taco Bell sticht hervor. Warum nicht mal eine gefüllte Tortilla, denken wir und gehen erwartungsfroh hinein.

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Ein Gedanke, den gerade einige Menschen in NRW haben. Auf dem Parkplatz halten lauter Wagen mit deutschen Kennzeichen. Am Bestellcomputer im Verkaufsraum steht ein junges Paar, das auf Deutsch darüber beratschlagt, was es nehmen soll. „Mein erstes Mal bei Taco Bell“, sagt er, und sie: „Ich bin gespannt, wie‘s hier schmeckt.“
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Taco Bell plant Eröffnung in Köln
Taco Bell ist eine Fast-Food-Kette aus Kalifornien, die manche aus dem Urlaub kennen. Mehr als 9000 Standorte in den Niederlanden und weiteren 29 Ländern – nur in Deutschland ist der Tex-Mex-Trend noch nicht angekommen. Zum Bedauern einer kleinen Tortilla-Fanszene, deren Mitglieder sich in Internetforen Tipps für kalorienreiche Auslandsfahrten geben. Seit ein paar Monaten müssen sie nicht mehr nach Eindhoven oder Arnheim. Duiven bei Emmerich und Kleve wird zum Ziel für neugierige Testsnacker vom Niederrhein.

Der Zuspruch führt dazu, dass Taco Bell auch in NRW und darüber hinaus Fuß fassen will. Noch in diesem Jahr werde ein Schnellrestaurant in Köln aufmachen, verkündet ein Unternehmenssprecher. Weitere Filialen sollen in anderen Bundesländern entstehen, vor allem in Bayern. In den nächsten fünf Jahren seien allein dort 15 Standorte geplant.
Taco-Bell-Mutter verkauft Pizza Hut
Ankündigungen der US-Kette sollten allerdings mit Vorsicht zur Kenntnis genommen werden. Bereits im Sommer 2025 hätte die erste deutsche Filiale Eröffnung feiern sollen, woraus nach kolportierten Differenzen mit einem Franchisenehmer nichts wurde. Nun unternimmt der Mutterkonzern Yum Brands (Pizza Hut, KFC) einen zweiten Versuch. Bei dem läuft‘s gerade allerdings eher schlecht. Am Dienstag (16. Juni) wurde bekannt, dass der US-Gastronomiekonzern Pizza Hut verkaufen will – weil die Umsätze der Kette rapide schrumpfen.
Auch in den Niederlanden ist die Taco-Bell-Expansion eine Pleitengeschichte. Vor einem Jahr meldete die dortige Taco-Bell-Tochter Insolvenz an, ein anderer Gastronom sprang ein. Im Januar 2026 ging die Filiale in Duiven an den Start, schloss aber nach wenigen Tagen wieder – aus „administrativen und betrieblichen“ Gründen, wie Geschäftsführer Barto Hulleman etwas geheimnisvoll mitteilte. Nun ist der Laden erneut offen. Und kommt bei durchreisenden Deutschen so gut an, dass Hulleman in relativer Grenznähe weitere Restaurants aus dem Boden stampfen will, etwa in Deventer, Zwolle und womöglich in Doetinchem. Auch diese Verlautbarung ist momentan nicht mehr als eine Absichtserklärung.
Wie schmeckt es denn? Wir bestellen einen knusprigen Taco, gefüllt mit Hackfleisch und Salat. Im Menü mit einem Tütchen Pommes und einer Limonade kostet er 8,95 Euro. Es sind keine Portionen, um pappsatt zu werden, aber mal was anderes als Hamburger bei den Food-Village-Konkurrenten von der Goldenen Möwe, vom Börgerkönig oder vom Colonel aus Kentucky. Wie die Holländer sagen: Dat was lekker!






