Wasser ist in den Niederlanden nicht nur ein Umweltthema, sondern eine Frage des nationalen Überlebens, tief verwoben mit Geschichte, Politik, Wirtschaft und Identität des Landes. Etwa ein Viertel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel und mit Rhein, Maas und Schelde münden drei große europäische Flüsse ins Meer.

Dienstags
Der NRZ-Niederlande-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Wichtige Nachrichten und spannende Berichte aus unserem Nachbarland - einmal pro Woche direkt in ihr Postfach.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Ohne Deiche, Dämme und Pumpen wäre ein Großteil des Landes dauerhaft überflutet und historische Sturmfluten haben mehrfach gezeigt, wie verwundbar die Niederlande sind. Seit Jahrzehnten investieren sie massiv in den Küstenschutz, dabei entstand unter anderem das Vorzeigeprojekt der Deltawerke.
Mitmachmuseum macht Kinder zu Wasserhelden
Im Nederlands Watermuseum in Arnheim können Familien und Kinder auf spielerisch-interaktive Weise erfahren, was das Element Wasser ausmacht, wie es einen Fluss hinabfließt und wie man nachhaltig im Alltag damit umgeht. Viele Fragen werden beantwortet: Wie werden Deiche gebaut? Wie gewinnt man Energie durch Wasserkraft? Worauf kommt es bei Hochwasseralarm an?
Auch interessant
In dem Mitmachmuseum darf man sich gleich zu Beginn als Wasserheld verkleiden und wird entweder zum Wissenschaftler im Laborkittel oder zum Ingenieur mit blauem Helm. Kurz darauf können Kinder in ein Iglu kriechen und an einer Station prüfen, aus wie viel Wasser ihr Körper besteht.
Komplexes System aus Deichen, Pumpwerken und Schleusen
An einem Flussmodell darf mit kleinen Schiebern das Wasser reguliert werden, ein paar Meter weiter wird gepumpt, um Wasser von einem Gebiet in ein anderes fließen zu lassen. Dabei dürfen aber auf keinen Fall die Kühe nass werden und auch die Häuser nicht absacken. Schnell lernen die Besucherinnen und Besucher, wie komplex das System aus Deichen, Pumpwerken und Schleusen in der Realität ist, so dass die Füße überall im Land trocken bleiben.
Auch interessant
In der Ausstellung können Kinder auch durch eine künstlich angelegte Kanalisation krabbeln und an einem Bildschirm einen Lachs auf seiner Reise vom Meer durch den Rhein zu den Laichgründen in der Schweiz steuern. Vor über 100 Jahren war das für Lachse noch möglich, aber durch den Bau von Kraftwerken und Wehren ist der Atlantische Lachs in der Schweiz schon lange ausgestorben.
Larven, Krebse und Wanzen unter dem Mikroskop
Ein Höhepunkt des Museumsbesuchs ist der Gang nach draußen in die Wiesen rund ums Haus. Mit Keschern dürfen Kinder Kleinstlebewesen aus dem Bach fischen und dann zunächst in einen Eimer mit Wasser und anschließend in einen Lupenbecher bugsieren. Zurück im Museum geht’s an die Mikroskope. Da werden Eintagsfliegenlarven, Wasserkäfer, Flohkrebse und Ruderwanzen plötzlich riesengroß und es ist gut zu beobachten, wie die Tiere versuchen, aus dem Wassertropfen auf dem Objektträger zu entkommen. Keine Sorge, alle Tiere werden nach der Bestimmung wieder in die Freiheit entlassen!

Das Museum selbst steht an einem besonderen Ort im Park Sonsbeek – am Bach Sint-Jansbeek, der Quelle von Arnheim. Das Museumsgebäude ist eine alte Getreide-Wassermühle aus dem Jahr 1404. Sie gehörte früher zum Agnietenkloster und wurde von der Kraft des Wassers angetrieben. Auch heute noch dreht sich hier ein Wasserrad, das die Kraft des Wassers eindrucksvoll erleben lässt.
Das Nederlands Watermuseum (Zijpendaalseweg 26-28, 6814 CL Arnhem) ist bis zum 30. August täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ab 1. September ist es montags geschlossen, die Öffnungszeiten sind geringfügig verkürzt. Eintritt: 12,50 Euro (ab 13 Jahre) bzw. 9,50 Euro (4 bis 12 Jahre). Infos: watermuseum.nl






