Als Bastian Küppers im vergangenen Sommer das Schützenfest seiner St.-Willibrord-Schützenbruderschaft in Hassum besuchte, wollte er eigentlich erst gar nicht am Königsschießen teilnehmen. „Man redet sich immer ein, dass man es im nächsten Jahr macht – und dann schiebt man es immer weiter auf“, erzählt er schmunzelnd. So ging es anscheinend auch allen anderen: Der Dorfplatz war zwar gut besucht, doch schießen wollte niemand.

Als der Tag sich schon dem Ende neigte, hatte sich immer noch keiner bereiterklärt, um den Königstitel zu kämpfen. „Zehn Minuten länger und wir hätten keine Teilnehmer und keinen neuen Schützenkönig gehabt.“ Das brachten Küppers und drei Kollegen des Tambourcorps dann aber doch nicht übers Herz und erlösten die wartende Menge.

NRZ-Königspaar 2024: Das sind die Gewinner

Es war ein langes Königsschießen, erst der 121. Schuss brachte den Vogel zum Fallen – abgefeuert von Bastian Küppers. Dass er sich nur wenige Monate später gemeinsam mit seiner Königin Mia Kersten über den nächsten Titel freuen kann, sei „überwältigend“. Denn die beiden haben sich in den vergangenen Wochen gegen dutzende andere Vereine vom Niederrhein durchgesetzt und wurden nun zum NRZ-Königspaar 2024 der Region gekrönt.

Über mehrere Wochen wurde online abgestimmt. Gewählt wurde in drei Kategorien: Küppers und Kersten wurden das NRZ-Königspaar vom Niederrhein, in Düsseldorf konnten Manuela und Alexander Elsen die Wahl gewinnen und im Ruhrgebiet haben Uwe und Michaela Kessel die meisten Stimmen gesammelt. Mit großer Freude nahmen die Gewinnerpaare jetzt ihren Gewinn entgegen: 500 Euro Preisgeld und einen Gutschein über 150 Liter Freibier für das nächste königliche Fest.

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Zu viele Pflichten und Termine?

Das Duisburger Paar musste sich allerdings von einem befreundeten Paar der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Duisburg Serm vertreten lassen. „Uwe und Michaela mussten heute zum Königentreff der Diözese Essen, das ist quasi Pflichtprogramm“, erklärt Wilfried Hassel, der mit seiner Frau Ulla ebenfalls im Schützenverein aktiv ist. Termine am Wochenende seien für das Schützenpaar inzwischen ganz normal, es gehöre eben dazu. Ist das der Grund dafür, dass Schützenvereine immer schwerer neue Könige finden?

Seinen Verein führt Alexander Elsen als Schützenkönig jetzt schon zum zweiten Mal an.
Seinen Verein führt Alexander Elsen als Schützenkönig jetzt schon zum zweiten Mal an.© FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

„Ein Urlaub im Jahr geht durch die ganzen Veranstaltungen schon drauf“, erzählt Ulla Hassel. Der Duisburger Schützenverein pflegt viele Freundschaften zu anderen Vereinen, das bringt auch viele Termine mit sich. Laut Hassel etwa 35 bis 40 im Jahr. Noch mehr sind es in Düsseldorf. Für das Königspaar der St. Sebastianus Schützenbruderschaft aus Düsseldorf-Unterrath sind für das kommende Jahr schon 46 Veranstaltungen terminiert. „Wir kommen im Jahr bestimmt auf 80 Termine“, sagt Alexander Elsen. „Das ist sicherlich nicht für jeden was, uns macht es aber großen Spaß.“

Für Bastian Küppers und Mia Kersten ist es das erste Regiment als Königspaar.
Für Bastian Küppers und Mia Kersten ist es das erste Regiment als Königspaar.© FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

Dafür nutzen die Königspaare ihr Preisgeld

Dass sie den Thron bestiegen haben, bereut also keines der Paare – ganz im Gegenteil. Die Preise der NRZ haben alle schon fest eingeplant. Das Paar aus Hassum will die 500 Euro beim jährlichen Schützenfest mit Kirmes investieren. „Wir kümmern uns um alles selbst, aber so ein Fest ist durch die ganzen Sicherheitsauflagen auch immer teurer geworden. Da können wir das Preisgeld gut gebrauchen“, erzählt Schützenkönig Küppers.

Das NRZ-Königspaar 2024

Es war ein voller Erfolg: Fast 100 Königspaare aus der Umgebung haben sich beworben, um das NRZ-Königspaar 2024 zu werden. Gekrönt wird in drei Regionen: je ein Paar vom Niederrhein, von der Ruhr und aus Düsseldorf. Seit Mitte September konnten unsere Leserinnen und Leser für ihr Lieblingspaar abstimmen. Allein während der Qualifikation haben wir mehr als 270.000 Stimmen gesammelt. Für die drei Gewinnerpaare gibt es jeweils 150 Liter Freibier und 500 Euro.

Manuela und Alexander Elsen, selbst Eltern einer geistig behinderten Tochter, wussten sofort, dass ihr Preisgeld an das Kinder- & Jugendhospiz Regenbogenland in Düsseldorf gehen soll. „Dort wird so gute und wichtige Arbeit geleistet, das müssen wir unterstützen“, sagt die Königin. Das Geld von Uwe und Michaela Kessel fließt in einen Förderverein in Duisburg-Serm, der seit drei Jahren die katholische Kirche betreibt, die eigentlich geschlossen werden sollte.