Hohe Baukosten und zu wenig inserierte Bestandsimmobilien bei einer zunächst noch hohen Nachfrage: Die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren so stark angestiegen, dass das Eigenheim für viele junge Familien erstmal zum Wunschtraum wurde. 2022 erreichten die Immobilienpreise dann ihren bisherigen Höhepunkt. Seitdem sind Häuser vielerorts wieder günstiger geworden, wie aktuelle Zahlen des Immobilienportals Immowelt zeigen. Ist das auch am Niederrhein der Fall?
Nicht nur die hohen Preise an sich haben es Interessierten immer schwerer gemacht, sich den Traum einer eigenen Immobilie zu erfüllen. Auch die Rahmenbedingungen wurden zunehmend zum Problem. Und wo die Nachfrage sinkt, passen sich irgendwann auch die Preise an, weiß Immowelt-Geschäftsführer Piet Derriks: „Das hohe Zinsniveau hat dafür gesorgt, dass die Angebotspreise von Häusern in den vergangenen Jahren zum Teil deutlich gesunken sind.“
Warum sind Einfamilienhäuser günstiger geworden?
Auch die zunehmende Bedeutung der Energieeffizienz von Immobilien spiele eine Rolle. „Gerade im ländlichen Raum befinden sich viele Bestandsobjekte in einem schlechten energetischen Zustand, was Interessenten erheblichen Spielraum bei Preisverhandlungen gibt.“
Besonders deutlich sind die Angebotspreise von Einfamilienhäusern in Regionen mit einem ohnehin hohen Preisniveau gesunken: im Umland der beliebten Metropolen. So stehen der in der Nähe von München liegende Landkreis Fürstenfeldbruck und der Main-Taunus-Kreis nahe Frankfurt an der Spitze mit einem Preisrückgang von mehr als 16 Prozent im Vergleich zu 2022. Und wie haben sich die Preise am Niederrhein entwickelt?
Preisrückgang im Kreis Wesel und Kreis Kleve
Im Kreis Wesel fällt der Rückgang noch verhältnismäßig gering aus. 2022 wurden bei einem verkauften Einfamilienhaus noch durchschnittlich 2878 Euro pro Quadratmeter fällig, drei Jahre später sind es 2774 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 3,6 Prozent. Mehr einsparen können Interessierte in dem ohnehin schon günstigeren Kreis Kleve. Wer hier vor drei Jahren ein Haus gekauft hat, musste dafür im Schnitt 2453 Euro für den Quadratmeter bezahlen. Aktuell sind es nur noch 2318 Euro, ein Minus von 5,5 Prozent.
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In Düsseldorf ist das Einfamilienhaus weiterhin sehr teuer. In NRW zahlt man nur in Köln noch mehr. In der Landeshauptstadt ist der Preis in drei Jahren um 1,1 Prozent zurückgegangen: von 4870 Euro auf 4824 Euro pro Quadratmeter. Dafür ist es in den umliegenden Regionen deutlich günstiger geworden. Im Kreis Viersen gab es einen Rückgang um 8,7 Prozent, im rechtsrheinischen Kreis Mettmann um 5,9 Prozent. Und im Rhein-Kreis Neuss ist der durchschnittliche Preis sogar um 9,9 Prozent gefallen. 2025 zahlen Käufer eines Einfamilienhauses hier im Schnitt 3567 Euro pro Quadratmeter, drei Jahre zuvor waren es noch 3960 Euro.
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Düsseldorf und Essen bleiben teuer
Ein Einfamilienhaus in Duisburg ist mit durchschnittlich 2662 Euro pro Quadratmeter weitaus günstiger, hier gab es einen Rückgang um 3,3 Prozent. In Essen ist ein Einfamilienhaus hingegen deutlich teurer, hier gab es sogar einen kleinen Anstieg um 2,4 Prozent. Aktuell kostet der Quadratmeter im Schnitt 4023 Euro. Damit gehört Essen – zumindest bei den Einfamilienhäusern – zu den teuersten Städten in NRW.
Preisrückgang bei Immobilien: Schon wieder vorbei?
Blickt man auf neue Zahlen des Statistischen Bundesamts fällt allerdings auf: Der Preisrückgang war offenbar nur von kurzer Dauer. Vielerorts ist es in den vergangenen Monaten wieder teurer geworden. Insgesamt sind die Preise für deutsche Wohnungen und Häuser von Oktober bis Dezember 2024 gemessen am Vorjahreszeitraum wieder um 1,9 Prozent gestiegen.
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