Auffällig früh im Jahr führt der Rhein Niedrigwasser. Am Freitag zeigt das Portal „ELWIS“ vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) nur

  • 1,35 Meter in Düsseldorf
  • 2,69 Meter in Duisburg-Ruhrort
  • 2,16 Meter in Wesel
  • 1,09 Meter in Emmerich

Zum Vergleich: Der durchschnittliche „Normalpegel“ in Düsseldorf liegt laut WSA bei 2,57 Metern. Grund für das Niedrigwasser ist auch die aktuelle Trockenheit in NRW. Nach zwei Monaten ohne nennenswerte Niederschläge droht eine Dürre. Damit steigt nicht nur die Waldbrandgefahr, sondern auch die Binnenschifffahrt bekommt erste Auswirkungen zu spüren.

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Teure Schifffahrt: Weniger Ladung, gleicher Preis

„Die Binnenschiffe können aktuell 25 Prozent weniger Ladung aufnehmen“, sagt Roberto Spranzi, Vorstand der DTG Deutsche Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt eG. Der Tagessatz für die Fahrten sei aber der gleiche. Somit ist der Transport von Gütern über den Rhein aktuell insgesamt teurer.

Spranzi beruhigt aber auch: „Im Grunde kriegen wir das noch alles hin.“ Weitere Einschränkungen gebe es aktuell für die Binnenschifffahrt nicht. Das bestätigt auch Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV). Offizielle Einschränkungen für die Schifffahrt gebe es ohnehin nur bei Hochwasser, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage. „Bei Niedrigwasser entscheiden die Binnenschiffer selbst, wie sie sich einschränken müssen, was die mögliche Ladung angeht.“

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Und die fällt aktuell geringer aus. Im Kölner Hafen sollte am Freitag ein Güterschiff mit 1800 Tonnen Steinsalz für die Chemieindustrie anlegen. Wegen des Niedrigwassers fahre das Schiff aber nur mit 1200 Tonnen. Das fehlende Drittel müsse ein anderes Schiff übernehmen – mit zusätzlichen Kosten, sagte der Pressesprecher des Hafenbetreibers Rheincargo, Christian Lorenz. Dafür gebe es natürlich Grenzen – Schiffsraum sei nicht unendlich da und irgendwann rechneten sich die Fahrten auch nicht mehr.

NRW: Trockenster Jahresanfang seit 100 Jahren

Der Grund für die Trockenheit in NRW ist der ausbleibende Regen. Nur zehn Liter Niederschlag gab es im März im Landesdurchschnitt pro Quadratmeter – der niedrigste Wert seit fast 100 Jahren, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Örtlich seien es im Rheinland im ganzen Monat sogar nur wenige Liter gewesen, sagt der Essener DWD-Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn – bei 65 Litern langjährigem Jahresdurchschnitt für den März.

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Auch im Februar wurde mit gut 20 Litern pro Quadratmeter weniger als ein Drittel des NRW-Durchschnitts erreicht. Und nennenswerte Niederschläge seien auch weiter nicht zu erwarten. „Die nächsten zehn Tage passiert nicht viel“, sagte Wetterkundler Kesseler-Lauterkorn.

Ähnlich klingt die Prognose der WSV. Für die nächsten zwölf Tage gehe man von weiter sinkenden Pegeln aus, sagt Florian Krekel, Fachbereichsleiter Schifffahrt. „Wenn die Pegelstände wie prognostiziert weiter fallen, müssen wir mit den niedrigsten Pegelständen im April seit mindestens 20 Jahren rechnen.“ Ausgemacht sei das noch nicht, es werde aber mit jedem weiteren Tag ohne Niederschläge wahrscheinlicher.

Ein weiterer Grund für die niedrigen Rheinpegel ist aber auch der warme Winter in den Alpen, der für weniger Schneefall gesorgt hatte. Daher gibt es nun auch weniger Schmelzwasser, das die Flüsse versorgt. (mit dpa)