Ute Marks kam 1992 nach Kleve und war bis 2002 Chefredakteurin des Lokalradiosenders Antenne Niederrhein. Anschließend arbeitete die in einem kleinen Ort bei Datteln geborene 64-Jährige als Geschäftsführerin des Klever Stadtmarketings. Sie wechselte 2016 in ein bundesweit tätiges Stadtplanungsbüro in Dortmund. Seit Anfang des Jahres ist die studierte Biologin Vorsitzende des Fördervereins Landesgartenschau 2029. Im Gespräch verrät die leidenschaftliche Motorradfahrerin, warum sie sich in den kommenden Jahren so intensiv für die Veränderung des Klever Stadtbildes engagieren möchte und warum sie die LaGa als große Chance für Kleve betrachtet.
Frau Marks, welche Aufgabe hat ein solcher Verein?
Grundsätzlich ist es so, dass die Fördervereine das Thema Laga in der Bürgerschaft verankern sollen. Sie sollen daran mitwirken, dass es auf breiten Füßen steht und dass möglichst alle mitwirken. Wir wollen bestimmte Programmpunkte während der Landesgartenschau bespielen. Im kulturellen Bereich zum Beispiel wollen wir Chöre und Vereine mit einbeziehen. Wichtig ist der Bereich der Gästeführerinnen. Wir werden zur Verfügung stehen bei Eintritten, stehen als Ansprechpartner vor Ort bereit, und wir haben auch mal ein waches Auge auf den jeweiligen Ablauf von Veranstaltungen. Um diese Dinge soll der Verein sich kümmern. Ich finde es spannend, wie vielseitig die Anforderungen sind, auch wenn es etwa um die lückenlose Dokumentation der Veränderung des Geländes im Zuge der Vorbereitungen auf die LaGa geht. Hier sprechen wir Fotografen an, auch Social Media Content ist natürlich ein Thema. Ich hoffe darauf, dass sich zu all diesen Themen Kleingruppen bilden, die die verschiedensten Aktivitäten übernehmen.

Wie sehen denn konkrete Projekte aus?
Wir wollen – und das ist unsere Aufgabe in den kommenden Jahren – das Thema hochhalten. So laden wir zu Vortragsveranstaltungen mit Gartenexperten ein. Die Stadt Kleve ist ja schon jetzt Mitglied im European Garden Heritage Network, einem europäischen Gartennetzwerk, das den Erhalt von Gärten, Parks und Grünanlagen fördern will. Mit dabei ist die Stadt auch bei der „Straße der Gartenkunst“, einem grenzüberschreitenden Verein in NRW und den Niederlanden, in dem besonders schöne, meist historische Gärten zusammengeschlossen sind. Dort knüpfen wir an und unterstützen bei Promotion-Aktionen, Messen oder besetzen Stände bei städtischen Veranstaltungen. Und natürlich (lächelt) helfen wir auch bei der Erstellung des Maskottchens, das ja jede Gartenschau bekommt. Wir gehen in die Schulen, auch sie sollen mit ins Boot geholt werden. Wir stehen im Kontakt mit interessierten Künstlern aus der Region. Es sind schließlich 172 Veranstaltungstage, die während der LaGa bespielt werden wollen, und das Thema Garten ist ein weites. Ich nehme die aktuelle Stimmung als recht gut wahr, das macht mir Hoffnung.
Hunderttausende Besucher erwartet
Die Landesgartenschau wird 2029 in Kleve stattfinden. Zu dem Großevent werden zwischen April und Oktober hunderttausende Besucherinnen und Besucher erwartet. Der Förderverein unterstützt die verantwortliche Landesgartenschau Kleve gGmbH dabei, ehrenamtliches Engagement zu bündeln, eigene Projekte, Führungen oder Thementage anzubieten. Weitere Informationen unter: www.kleve.de
Wer sind die Mitglieder des Vereins?
Der Verein hat viele sehr unterschiedliche Mitglieder, die sehr unterschiedliche ‚Sprachen‘ sprechen. Damit meine ich nicht Muttersprachen, sondern die Art, wie sie, zum Beispiel auf emotionaler Ebene, an das Thema herangehen. Viele bekannte Gesichter aus der Klever Bürgerschaft haben sich uns angeschlossen. Sie alle treibt um, Kleve als lebenswerten Standort für sich entwickeln zu wollen.

Generiert der Verein Gelder, von Sponsoren zum Beispiel?
Ja, das ist eine weitere wichtige Aufgabe für uns. Es gibt Fördermittel, aber der Verein ist angehalten, Sponsorengelder für bestimmte Projekte einzuwerben. Neuss, das im nächsten Jahr die Landesgartenschau ausrichtet, wirbt zum Beispiel für Baumpaten.
Was kann der Verein denn, was die Stadt nicht kann? Immerhin gibt es eigens für die LaGa eine geschäftsführende Gesellschaft?
Wir haben einfach mehr Manpower als die Stadt es haben kann. Wir haben inzwischen 130 Mitglieder, die alle auch noch ihre jeweiligen Netzwerke aktivieren können. Das kann eine Stadt so nicht leisten.
Was wird denn eigentlich aus dem Verein, wenn die LaGa gelaufen ist? Wird Ihr Engagement danach weitergehen?
Meine Freude wäre es, über 2029 aktiv zu bleiben. Wir haben zwar Service Clubs, den Klevischen Verein oder den Freundeskreis der Klever Museen, es gibt in Kleve aber keine Struktur, die sich die Entwicklung der Stadt auf ihre Fahnen geschrieben hat. Hier muss das bürgerschaftliche Engagement gesteigert werden. Ich glaube, wir kommen in Zukunft nicht ohne die Begleitung der Menschen in der Stadt aus. Ich würde es da mit dem LaGa-Slogan halten, „Schaffen, was bleibt“. Wir sollten eine Community aufbauen, die Freude miteinander hat. Wir hören nach der LaGa noch lange nicht auf. Das wäre mein Wunsch.
Was ist denn ganz persönlich Ihre Motivation für Ihr Engagement?
Als es darum ging, einen Vorsitzenden oder eine Vorsitzende für den Förderverein zu finden, habe ich mich sofort beworben. Garten war schon zu meiner Zeit beim Stadtmarketing immer ein Thema für mich. Mir macht das Ereignis in unserer Stadt Freude, und ich denke, dass die LaGa eine große Chance für Veränderung in der Stadt sein kann. Ich glaube, dass man die Zukunft ohne eine gute Gemeinschaft nicht meistern kann. Außerdem habe ich gerne mit anderen Menschen zu tun, wenngleich ich Konflikten nicht aus dem Weg gehe. Mir fehlt ein positives Miteinander, und ich möchte daran mitwirken, das für die Zukunft zu verändern.


