NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat am Mittwoch, 11. März, in Düsseldorf die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2025 vorgestellt. Demnach hat die NRW-Polizei so viele Verkehrsteilnehmer unter Drogeneinfluss festgestellt wie noch nie. Im Jahr 2025 gab es 4404 Unfälle, die unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln verursacht wurden. Den mit Abstand größten Anteil hat Alkohol mit 3.274 Unfällen. 1.130 Unfälle gehen auf andere berauschende Mittel zurück. Hier wiederum hat Cannabis mit 506 Unfällen den größten Anteil. Dies entspricht einem Zuwachs von 23 Prozent und ist der höchste jemals erfasste Wert. „Wer Drogen am Steuer und PS‑Rennen in der Innenstadt einfach hinnimmt, der spielt mit Menschenleben“, sagt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).
Auch interessant
Wie werden Fahrzeuge kontrolliert?
Wie das Innenministerium auf Anfrage mitteilte, kann der Grund für eine Verkehrskontrolle sehr vielfältig sein. So können allgemeine Verkehrskontrollen ohne besonderen Grund durchgeführt werden, beispielsweise an neuralgischen Verkehrspunkten. Manchmal gebe es im Vorfeld eine Auffälligkeit im Fahrverhalten, unter anderem Schlangenlinienfahren, schnelle Geschwindigkeitswechsel oder weitere unerklärliche Fahrfehler.
Welche Anzeichen deuten auf Drogenkonsum am Steuer hin?
Im Rahmen von Verkehrskontrollen können bei den Fahrern Verdachtsmomente wie fehlende Pupillenreaktion, gerötete Bindehäute, trockener Mund, extreme Nervosität oder Zittern auftreten. Diese können zu einer intensiveren Überprüfung führen. Laut NRW-Innenministerium können diese Auffälligkeiten ein erster Indikator für den Konsum sein. Oft folgen daraufhin ein Zeitempfindungstest und ein Romberg-Test, bei dem die Koordination überprüft wird. Letztlich entscheiden die Polizeibeamten vor Ort, ob die Verdachtsmomente ausreichen, um eine Blutprobe zur Feststellung eines möglichen Betäubungsmittelkonsums und der Überschreitung der entsprechenden Grenzwerte anzuordnen.
Auch interessant
Wie werden Drogentests durchgeführt?
Es gibt verschiedene Arten von Drogenvortests. Wie das Innenministerium mitteilte, kommen in der Regel Urin- oder Speicheltests zum Einsatz. „Insbesondere bei den Urintests sind die Einsatzkräfte angehalten, hierfür geeignete Örtlichkeiten zu wählen.“ Bei diesen Tests muss man tatsächlich in einen kleinen Plastikbecher urinieren. Die Polizeibeamten entnehmen dann mit einer Pipette eine Probe und tropfen diese auf den Test. Die Speicheltests funktionieren ähnlich wie die bekannten Corona-Tests.
Ist Drogenkonsum am Steuer überhaupt erlaubt?
Das Straßenverkehrsgesetz führt Drogen und ihre Grenzwerte auf. Um einen entsprechenden Verstoß zu begehen, ist es ausreichend, dass die Überschreitung des Grenzwertes von 3,5 Nanogramm THC im Rahmen einer Blutprobe nachgewiesen wird. Wer den Wert überschreitet, dem drohen ein Bußgeld, Punkte und ein Monat Fahrverbot.





