Der Wolf ist und bleibt ein umstrittenes Thema. Vor allem die Tatsache, ob das Tier gejagt werden darf oder nicht, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Zumindest die Bundesregierung will den Wolf als jagdbare Tierart ins Bundesjagdrecht aufnehmen und hat in der vergangenen Woche für eine Gesetzesänderung abgestimmt. Bevor die Pläne rechtskräftig werden, wollen Tierschützer aus ganz Deutschland die Novelle verhindern – und haben mit einer Petition schon tausende Stimmen gesammelt.
Fast 150.000 Menschen haben bereits die Forderungen von Katharina Weinberg unterzeichnet. Sie ist Sprecherin des Nabu-Bundesfachausschusses „Große Beutegreifer“ und hat vor etwa einem Monat über die Petitionsplattform „Weact“ dazu aufgerufen, den Wolf nicht ins Bundesjagdrecht aufzunehmen. Es drohe eine „Wolfsjagd, wie in vergangenen Jahrhunderten: Abschüsse ohne konkreten Anlass bis hin zu wolfsfreien Zonen“, fürchtet die Naturschützerin. In den Plänen der Bundesregierung geht es vor allem darum, sogenannte Problemwölfe zu entnehmen. Es soll jedoch auch in den Sommermonaten die Möglichkeit geben, Jungwölfe zu entnehmen, um den Bestand zu regulieren.
Wird der Wolf bald bejagt? Das fordert der Nabu
Dieses Vorhaben sei gefährlich, heißt es in der Petition. „Denn weniger Wölfe bedeuten nicht weniger Risse. Abschüsse können Rudel zerstören – und Schäden sogar erhöhen. Gleichzeitig zeigt die Praxis: Wirksamer Herdenschutz senkt Risse deutlich.“ Untersuchungen im Ausland haben tatsächlich bereits gezeigt, dass Entnahmen, die die Rudelstruktur durcheinanderbringen, sogar zu einem Anstieg der Risse führen können. Darüber hinaus findet ein Großteil der Risse in NRW dort statt, wo der Herdenschutz nicht ausreichend umgesetzt wurde.
Die Naturschützer fordern deshalb, die Aufnahme des Wolfs ins Jagdgesetz zu stoppen und dafür noch mehr auf den Herdenschutz zu setzen. Gezielte Entnahmen wollen sie nicht komplett verbieten, diese sollten jedoch die Ausnahme sein, „nach strenger naturschutzrechtlicher Prüfung“. Als vierte Forderung wird eine Verbesserung des Monitorings aufgeführt.
Wolf ins Bundesjagdrecht: Diese Entscheidung steht noch aus
Bevor sich die Gesetzesänderung auf die Jagdpraxis auswirkt, muss zunächst noch der Bundesrat zustimmen. Die Abstimmung wird in wenigen Wochen erwartet. Stimmt der Bundesrat zu, müssten die Länder das noch in ihr geltendes Recht übertragen, bevor es tatsächlich Konsequenzen in NRW geben kann.
Aktuell haben knapp 149.000 Menschen die Petition unterzeichnet, das Ziel liegt bei 200.000 Unterschriften.


