Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch bundesweit Razzien gegen mutmaßliche Mitglieder rechtsextremer Netzwerke durchführen lassen. Auch in NRW gab es in verschiedenen Städten Durchsuchungen.
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Die Razzien werfen ein Schlaglicht auf eine Szene, die weniger auf der Straße als im Netz präsent ist. Dort wuchern verschiedenste Gruppierungen, die sich personell häufig überschneiden. „Jung und Stark“ oder „Deutsche Jugend Voran“, die jetzt im Fokus der Razzien standen, oder „Neue Deutsche Welle“, „Der Störtrupp“ oder „Letzte Verteidigungswelle“.
Rechtsextremismus wird wieder en vogue
Es sind Vereinigungen, die mit martialischen Bildern und Videos auf Plattformen wie TikTok oder Telegram rassistische und homophobe Propaganda verbreiten, einen maskulinen Körperkult und ein reaktionäres Frauenbild predigen – und Mitstreiter rekrutieren. Die sind immer häufiger blutjung.
Rechtsextremes Gedankengut wird einmal mehr en vogue bei manchen Jugendlichen, so wie es das bereits in den neunziger Jahren in Ostdeutschland war. Neonazi-Attitüde wird zum juvenilen Rebellentum.

Es bleibt aber nicht nur bei großspurigen und großmäuligen Herrenmenschen-Phantastereien. Mitglieder dieser neuen Vereinigungen sollen für physische Attacken auf linke und queere Menschen verantwortlich sein.
Das Internet ist ohnehin schon seit Jahren ein Resonanzboden für rechtsextremen Hass und Hetze. Manchmal folgen den Worten Taten. Dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) im Jahr 2019 ging eine lange Diffamierungskampagne voran.
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Es wäre fahrlässig, das neue Phänomen im rechtsextremen Sumpf lediglich als Ausdruck hormongesteuerter jugendlicher Verwirrung abzutun. Der Staat muss Gefahr im Keim ersticken und Zähne zeigen – das hat er mit den Razzien am Mittwoch getan.




