Mehrere tödliche Badeunfälle erschütterten in den vergangenen Tagen wieder die Region. Die Suche nach einer Abkühlung bei heißen Sommertemperaturen treibt die Menschen in Badeseen und Freibäder. Ein 53-Jähriger in Kleve-Kellen kam jedoch beim Baden in einem Baggersee ums Leben. Ebenfalls am Sonntag waren ein 14-Jähriger und ein 19-Jähriger in Gelsenkirchen beim Baden im Rhein-Herne-Kanal untergegangen und kamen in eine Klinik. Nur einen Tag davor war an der gleichen Stelle ein 16-Jähriger untergegangen und später im Krankenhaus gestorben. Am Dienstag die traurige Nachricht: Auch der 14-Jährige ist verstorben, sein Freund schwebt in Lebensgefahr.

Solche und ähnliche Badeunfälle gibt es mit trauriger Regelmäßigkeit jeden Sommer. Dabei weisen die Behörden und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) immer wieder auf die Gefahren des Badens in Baggerseen, Kanälen und Flüssen hin.

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Strömungen und Untiefen: Baggerseen und Kanäle bergen Lebensgefahr

„An Baggerseen gibt es keine Bewachung und somit bekommt man auch keine Hilfe, wenn man sie benötigt“, erklärt Frank Zantis, Sprecher der DLRG Nordrhein. Zudem sei oft nicht zu sehen, was sich unter der Wasseroberfläche befinde. Dort könnten alte Geräte aus der Zeit, in der in den Gruben Kies abgebaut wurde, stehen oder weitere Gegenstände und Steine. „Es können sich auch Untiefen ergeben, wodurch die Wassertemperatur von jetzt auf gleich rapide sinkt und der menschliche Kreislauf damit umgehen muss, was gegebenenfalls ein Kreislaufversagen nach sich ziehen könnte“, so Zantis.

Auch das Schwimmen an nicht ausgewiesenen Badestellen in Kanälen bringt Gefahren mit sich, da es auch hier, wie auch im Rhein, Unterströmungen geben kann.

Zu Badeunfällen kommt es aber auch an zugelassenen Badestränden. Um Risiken zu minimieren, empfiehlt Zantis: „Bevor man in einen bewachten Badesee geht oder in das Becken eines Freibades, sollte man sich auf jeden Fall abduschen, um den Kreislauf bei diesen hohen Temperaturen langsam auf die Wassertemperatur vorzubereiten.“ Zudem sollte man viel trinken und sich immer wieder im Schatten aufhalten und nicht permanent in der Sonne sein.

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Der Paradiesstrand in Düsseldorf sieht paradiesisch aus und lockt regelmäßig viele Besucher an. Baden sollte man hier im Rhein dennoch nicht.
Der Paradiesstrand in Düsseldorf sieht paradiesisch aus und lockt regelmäßig viele Besucher an. Baden sollte man hier im Rhein dennoch nicht.© FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Verbotenes Baden im Rhein: Strömungen und Schiffssog werden zur Lebensgefahr

Auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt des Bundes (WSV) warnt vor dem Baden in Schifffahrtsstraßen, wie dem Rhein oder Kanälen. Wer beim Baden einem Schiff zu nahe kommt, könne vom Sog unter das Schiff gezogen werden, so das WSV. Zwischen den Buhnen entstehen ebenfalls gefährliche Strudel und Strömungen. Zudem können in Fließgewässern Treibhölzer oder spitze Gegenstände schwimmen, an denen man sich verletzen kann.

Im Bereich von Schleusen, bei schwimmenden Geräten sowie im Bereich von 100 Metern ober- oder unterhalb von Brücken, Wehren, Hafeneinfahrten, Liege-, Umschlag- und Anlegestellen der Güter-, Fahrgast- und Fährschifffahrt ist das Baden daher verboten. Sonstige Verbote müssen die Kommunen erlassen.

Wer Verbote ignoriert und die Schifffahrt behindert, muss mit Strafen bis zu 200 Euro rechnen. Die Strafen bei einem Verstoß gegen das Badeverbot in Düsseldorf kosten bis zu 1000 Euro. Ähnliche Regeln gelten auch in den Niederlanden, wo etwa das Springen von Brücken in Kanäle mit 170 Euro bestraft wird, wie die zuständige Rijkswaterstaat informiert.

Im Rhein ist das Baden seit vergangenem Jahr in Städten wie Düsseldorf und Duisburg verboten. Hier war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu tödlichen Unfällen gekommen, auch weil Badende die starken und oft unvorhersehbaren Strömungen und Wirbel im Rhein unterschätzt hatten. Trotzdem sind immer wieder Menschen zu sehen, die bei heißem Wetter in den Rhein steigen.

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Luftbild des Strandbades Süd am Unterbacher See in Düsseldorf.
Luftbild des Strandbades Süd am Unterbacher See in Düsseldorf.© FUNKE Foto Services | Hans Blossey

An diesen Seen in der Region ist das Baden erlaubt

Doch in welchen Baggerseen darf man baden? In der Region gibt es mehr als ein Dutzend zugelassene und überwachte Natur- und Strandbäder. Dazu gehören im Kreis Kleve das Freizeitbad GochNess bei Kessel, der Wisseler See mit dem gleichnamigen Naturfreibad bei Kalkar und das Millinger Meer bei Rees mit seinem kleinen Strandcafé. Im südlichen Teil des Kreises Kleve gibt es noch den Eyller See in Kerken, das Naturfreibad Wachtendonk und den Wankumer Heidesee.

Im Kreis Wesel bietet das Naturbad Xantener Südsee in Xanten-Wardt Abkühlung und einen beliebten Sandstrand. Die Stadt Wesel hat mit dem Auesee einen weiteren zum Baden freigegebenen Baggersee und einen kleineren Strand gibt es am Freizeitsee in Alpen-Menzelen. Eine weitere Bademöglichkeit im Kreis: der Tenderingssee in Dinslaken. Bei Moers gibt es zudem das Naturfreibad Bettenkamper Meer und den Waldsee nahe der Grenze zu Krefeld.

In Duisburg gibt es zwei weitere Möglichkeiten mit dem Freibad am Wolfssee und dem Freibad am Großenbaumer See. In Düsseldorf bietet der Unterbacher See gleich zwei beliebte Strandbäder. Bei Mülheim und Essen gibt es zudem zwei Badestellen an der Ruhr: die Schwimmstelle nahe der Mendener Brücke, der Seaside Beach am Baldeneysee.

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Wer es nicht weit zur niederländischen Grenze hat, kann auch die Badeangebote bei unseren Nachbarn wahrnehmen. Direkt hinter der Grenze gibt es einige schöne Badeseen. Wo die sicheren und erlaubten Badestellen liegen, kann auch auf der interaktiven Karte des LANUK NRW (Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen) eingesehen werden. Dort veröffentlicht das Amt auch immer die aktuellen Werte zur Wasserqualität.