An den Tankstellen am Niederrhein bilden sich am Dienstagmittag teils lange Schlangen. Nicht ohne Grund: Denn der Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung die Spritpreise für zwei Monate gesenkt hatte, läuft nun aus. Für den 1. Juli wird direkt ein deutlicher Anstieg an erwartet.
Auch Michael Geurts, Fahrlehrer und Inhaber der Academy Fahrschule Drive In in Kleve, will den Rabatt am letzten Tag noch einmal mitnehmen. Zehn Verbrenner-Autos sind in seiner Fahrschule nahezu jeden Tag im Einsatz. „Davon wollen wir heute noch so viele wie möglich volltanken“, erzählt er. „Auch wenn sich diese letzte Ersparnis nur kurz halten wird.“
Tank hält nur für wenige Tage
Eine Tankfüllung reiche bei der Fahrschule schließlich nur für zwei bis drei Tage. „Noch in dieser Woche werden wir also wieder 17 Cent mehr pro Liter bezahlen müssen.“ Genau so hoch fiel die Steuersenkung aus, mit der die Bundesregierung Unternehmen und Pendler für zwei Monate entlasten wollte.

Nach Bekanntgabe der Maßnahme gab es viel Kritik – und Zweifel daran, ob der Rabatt überhaupt in vollem Umfang an der Kasse ankommt. Tatsächlich sanken die Preise vielerorts nicht sofort um die vollen 17 Cent. Nach und nach sank aber auch der Ölpreis und Benzin und Diesel bewegten sich immer weiter nach unten. Zum Vergleich: An einer Tankstelle in Kleve wurden vor zweieinhalb Monaten noch 2,35 Euro für einen Liter Diesel fällig, Super E5 lag bei 2,21 Euro.
Preisanstieg an Tankstellen: Fahrstunden werden teurer
„Schon ein deutlicher Unterschied zu den aktuellen 1,70 bis 1,90 Euro“, räumt der Fahrlehrer ein. „Im Vergleich waren diese Preise schon eine deutliche Entlastung. Ob das jetzt vor allem an der Ölpreisentwicklung oder am Tankrabatt lag, ist für den Verbraucher ja erstmal Nebensache.“
Jetzt rechnet Geurts aber wieder mit einem deutlichen Anstieg, den Preis für eine Fahrstunde musste er deshalb schon von 66 auf 69 Euro anheben. In der Zukunft will der Klever aber immer mehr auf Elektroautos setzen.
Sprit wieder teurer: Mit Folgen für Verbraucher?
Auch die Logistikbranche blickt besorgt auf die kommenden Wochen. „Die Entlastung war durchaus spürbar, ab Mittwoch werden die Spritpreise aber wieder in die Höhe schießen“, vermutet Horst Kottmeyer, Chef des Branchenverbandes VVWL. Die Steigerung würden die meisten Unternehmen an ihre Kunden weitergeben müssen, „und das kommt dann beim Verbraucher an.“
Bei der Niag habe der Tankrabatt netto zu einer Ersparnis im einstelligen Cent-Bereich geführt, jedoch habe sich auch der gesunkene Ölpreis stark ausgewirkt. „Gegenüber den Höchstständen konnten wir also eine deutliche, wenn auch nicht vollständige Entlastung verzeichnen“, sagt Niag-Sprecher Michael Block auf Anfrage der NRZ.
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Dem Unternehmen sei aber auch klar: „Jede Preissenkung beim Rohöl der letzten Wochen kann sich schnell umkehren.“ Und selbst wenn es erstmal bei den 17 Cent bliebe, mache das schon einen großen Unterschied. Zusammen mit ihren Partnern setze die Niag schließlich 350 Busse am Tag ein, da sei jeder Cent pro Liter ausschlaggebend.



