Ein berühmtes Kunstwerk der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo wurde am Donnerstag in New York für die Rekordsumme von 54,6 Millionen Dollar (rund 47,4 Millionen Euro) versteigert, wie das Auktionshaus Sotheby‘s bekanntgab. Das 1940 entstandene Selbstporträt „El sueño (la cama)“ (Der Traum/Das Zimmer) stellte einen neuen Höchstpreis für Werke einer weiblichen Künstlerin bei einer Auktion auf. Informationen über den Käufer wollte das Auktionshaus zunächst nicht preisgeben.

Auch interessant

Frida Kahlo, die neben ihrer Kunst auch für Selbstbestimmung, weibliche Stärke und politischen Aktivismus berühmt ist, hat sich selbst schlafend in einem Himmelsbett gemalt. Auf dem Bett liegt ein waches Skelett mit einem Bund Blumen in der Hand. Laut Kunstexperten wollte sie damit die Spannung zwischen Leben und Sterblichkeit zeigen. In ihrer Heimat Mexiko ist der Umgang mit dem Tod ein traditionell anderer als beispielsweise in Deutschland. Am „Dia de los Muertos“ (Tag der Toten) werden das Leben und der Tod gefeiert, mit der Überzeugung, dass die Seelen der Verstorbenen für eine kurze Weile zurück auf die Erde kommen und ihre Liebsten besuchen.

Frida Kahlo: Ihr Bild spiegelt die Kultur Mexikos wider

Frida Kahlo, bekannt für ihren extravaganten Stil, gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen Lateinamerikas. Oft verarbeitete sie persönliche Erlebnisse und Emotionen in ihren Werken, die häufig Selbstporträts sind. Zu ihren populärsten Werken zählt „Diego y yo“ (Diego und ich) aus dem Jahr 1949, das das Gesicht ihres Ehemannes Diego Rivera auf ihrer Stirn zeigt. Dieses Gemälde wurde 2021 ebenfalls bei Sotheby‘s in New York für 34,9 Millionen Dollar versteigert.

Mit dem Verkauf von „El sueño (la cama)“ übertraf Kahlo den bisherigen Höchstpreis für ein Werk einer Frau deutlich. Dieser lag bei 44,4 Millionen Dollar, die 2014 bei einer Auktion für Georgia O‘Keeffes Ölgemälde „Jimson Weed/White Flower No. 1“ von 1932 geboten wurden.

Preis für Kunst: Massive Unterschiede zwischen Künstlern und Künstlerinnen

Laut dem Nachrichtensender „CNN“ sind die Auktionspreise zwar beträchtlich, würden aber im Vergleich zu entsprechenden Preisen von männlichen Künstlern verblassen. 2017 wurde Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“ für eine Summe von 450,3 Millionen US-Dollar versteigert. Die geschlechtsspezifische Kluft würde sich aber nicht nur auf verstorbene Künstlerinnen und Künstler beziehen.

Lesen Sie auch: Papst-Motorrad kommt unter den Hammer – mit Leos Segen

Hinter dieser massiven Diskrepanz liegen laut Vermutungen von Experten die Ansichten von einigen Männern in Auktionshäusern. Sie seien zum Teil von Frauenfeindlichkeit und Altersdiskriminierung geprägt und hätten damit Einfluss darauf, wie Kunst von Frauen bewertet werde. Die Studie „Gendered Prices“ von Renée B. Adams, Professorin für Finanzen an der Saïd Business School der Universität Oxford, unterstreicht die Vermutungen. „Der Kunstmarkt übertrifft alle Zahlen zur geschlechtsspezifischen Lohnlücke bei Weitem“, erklärt Adams.