Was für eine Aufregung um den restaurierten Engel in einer Basilika Roms, der offenbar die Züge der italienischen Ministerpräsidentin trägt. Und der Wirbel geht weiter: Nach den Kontroversen der vergangenen Tage wurde das Antlitz von Giorgia Meloni aus einer römischen Kirche entfernt. Er habe damit auf die Intervention des Vatikans reagiert, erklärte der Küster der Kirche San Lorenzo in Lucina im Zentrum Roms der Zeitung „La Repubblica“ am Mittwoch. Nach eigener Aussage soll er für die ungenehmigte Überarbeitung des Engelsbildes verantwortlich sein.

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In einer Seitenkapelle der Kirche, die gerade restauriert wird, war am Samstag ein Engel mit den Gesichtszügen der italienischen Regierungschefin entdeckt worden. Das Bistum Rom, dessen Bischof der Papst ist, distanzierte sich umgehend von der Abbildung der geflügelten Politikerin mit einer Schriftrolle in ihren Händen: Restaurationsarbeiten in der Kirche seien zwar bekannt gewesen, allerdings sollten sie „ohne Änderungen oder Ergänzungen“ vollzogen werden.
Dekorationsmaler spricht bei Meloni-Engel von „Bessenheit“
In den vergangenen Tagen stand vor allem einer im Scheinwerferlicht: der römische Dekorationsmaler Bruno Valentinetti. Wie er denn überhaupt auf die Idee gekommen sei, Frau Meloni abzubilden, wurde er immer wieder von Journalisten gefragt. Und dazu hatte er eine verblüffende Erklärung.
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„Ich war besessen. Ich schlief, und im Traum erschien mir Giorgia Meloni, ganz in Weiß gekleidet. Sie sah aus wie die Madonna von Fatima! Sie sagte zu mir: ‚Bruno, male den Engel nach meinem Ebenbild ... gib ihm mein Gesicht...‘ Meine Hand malte wie von selbst!“, scherzt der 82-jährige Kirchendiener und Dekorationsmaler.
„Engel Meloni“: Dieses Wunder hat er schon vollbracht
Valentinetti verneint gegenüber den zahlreichen Reportern, politische Sympathien für Meloni zu haben. Sein Fresko steht seit Tagen im Zentrum heftiger Kontroversen. Touristen standen seit Samstag Schlange, um in der Basilika, deren Ursprünge bis ins 5. Jahrhundert nach Christus zurückreichen, Melonis Engelbild zu sehen. Der bekannte italienische Komiker Fiorello scherzte im Radio: „Der Engel Meloni schafft ein Wunder und bringt die Römer wieder in die Kirche zurück“. Doch wahrscheinlich würde das Fresko nicht mehr lange zu sehen sein, prophezeite er schon.
Das Engelsfresko befand sich neben einer Marmorbüste von Umberto II. von Savoyen, dem letzten König Italiens. Er hielt ein Pergament mit einer Landkarte Italiens. Laut der Tageszeitung „La Repubblica“, die am Samstag über die auffällige Ähnlichkeit berichtet hatte, wirkte der Künstler Valentinetti früher bereits bei Innenarbeiten in der Basilika San Lorenzo in Lucina mit. Politisch sei er im rechten Lager verortet, berichten italienische Medien.
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Er soll bereits vom inzwischen verstorbenen rechtspopulistischen Regierungschef Silvio Berlusconi für Renovierungsarbeiten in seiner Villa beschäftigt worden sein. Valentinetti gilt auch als Sympathisant Melonis, was er jedoch bestreitet. „Ich muss mit einer Rente von 600 Euro überleben, Meloni hat mir nichts gegeben. Ich habe nichts mit ihr zu tun“, sagt der Maler.
Die Basilika liegt im historischen Zentrum Roms nahe der beliebten Einkaufsstraße Via del Corso und gehört zum UNESCO-Welterbe. Auch wenn das Fresko nicht als antikes Kunstwerk gilt, sind Eingriffe genehmigungspflichtig. Eine Veränderung des Engelsgesichts sei den zuständigen Stellen nicht gemeldet worden, stellte die Denkmalbehörde fest. Gehandelt wurde jetzt vom Vatikan.

Der Stellvertreter des Papstes im Bistum, Kardinalvikar Baldassare Reina, brachte in einer Erklärung seine „Verbitterung“ über den Vorgang zum Ausdruck: „Unter Bekräftigung des Engagements der Diözese Rom für die Bewahrung des künstlerischen und spirituellen Erbes wird nachdrücklich betont, dass Bilder der sakralen Kunst und der christlichen Tradition nicht missbräuchlich verwendet oder instrumentalisiert werden dürfen, da sie ausschließlich dazu bestimmt sind, das liturgische Leben und das persönliche und gemeinschaftliche Gebet zu unterstützen.“
Stellvertreter des Papstes kündigt weitere Untersuchungen zum Meloni-Engel an
Reina kündigte eine umgehende Untersuchung an, in die neben dem Bistum auch die staatliche Denkmalschutzbehörde einbezogen ist. Auf Anweisung von Italiens Kulturminister Alessandro Giuli werden derzeit Abbildungen des ursprünglichen Gemäldes recherchiert, um dem Engel sein eigentliches Gesicht zurückzugeben.
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Meloni selbst, die in allen Umfragen das Feld unter Italiens Politikern klar anführt, reagierte mit Humor auf die Debatte über ihr Bild und postete ein Foto des Engels auf ihrer Instagram-Seite. Dazu schrieb die 49-Jährige, versehen mit einem lachenden Emoticon: „Nein, ich sehe sicherlich nicht wie ein Engel aus“.







